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Neuer alter Ärger am Asphalweg

Isernhagen K.B. Neuer alter Ärger am Asphalweg

Der frisch eingebrachte Haushaltsentwurf sieht für 2019 Kosten für die Planung des Straßenausbaus am Asphalweg vor – seit Jahren ein Reizthema. Gebaut werden soll dann in den Folgejahren. Doch wie viel Straße muss es sein? Anlieger und K.B.er Politiker hoffen weiter auf die „kleine Lösung“.

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"Bis auf die letzte Ecke ist die Straße doch in Ordnung“: Dass der mineralische Weg ausgebaut werden muss, ist auch Ex-Ortsbürgermeister Friedrich Dusche klar.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen K.B.. Wenn man nahe der St.-Marien-Kirche in den Asphalweg einbiegt, dann findet man sich zunächst auf einer Spielstraße wieder. Haltebuchten, ein mit Rundbord abgesetzter Gehweg, Straßenlaternen – alles vorhanden. Doch der Standard ändert sich einige Hundert Meter weiter: Der Gehweg endet, die Pflasterung weicht einem Asphaltbelag. Ganz am Ende, dort, wo die neuen Häuser gebaut wurden, gibt es nicht einmal diesen – das Auto rollt über eine pfützendurchzogene Piste aus Mineralgemisch.

2011 hatte der Rat der Gemeinde mehrheitlich beschlossen, eine 7000 Quadratmeter große Fläche am Asphalweg als Baugebiet auszuweisen – trotz der Kritik der Anwohner, die hohe Anliegerkosten für den damals geschätzt eine halbe Million Euro teuren Ausbau der Straße befürchten.

Sechs der sieben Baugrundstücke hat die Gemeinde mittlerweile verkauft, dafür 1,13 Millionen Euro eingenommen. Doch was wird der Ausbau des asphaltierten und des Mineralgemisch-Weges zu einer regulären Straße in einigen Jahren tatsächlich kosten, und was kommt dann auf jeden einzelnen Anlieger zu? Die Erschließungsbeiträge sollen sich nach der Größe der Grundstücke richten. 39.000 Euro, gar 50.000 Euro, oder doch "nur“ maximal 25.000 Euro pro Anlieger? Da grassierten in den vergangenen Jahren unterschiedliche Zahlen. Die Anlieger formierten sich sogar zu einer Bürgerinitiative.

Doch klarer ist die Situation bis heute nicht geworden: "Ich werde laufend von Anliegern angesprochen“, sagt Ex-Ortsbürgermeister Friedrich Dusche, der das Thema Asphalweg deshalb in die jüngste Ratssitzung getragen hat. Seine Meinung: "Bis auf die letzte Ecke ist die Straße doch in Ordnung. Wenn die Gemeinde meint, dass die Straße neu gemacht werden muss, dann soll sie es selbst bezahlen“, sagt Dusche und will die Anwohner vor zu hohen Anliegerbeiträgen schützen.

Da liegt er auf einer Wellenlänge mit seinem jetzt ausscheidenden Amtsnachfolger Hans-Heinrich Behrens. Auch dieser spricht sich für eine Minimallösung aus: "Kein Ausbau, dünne Deckschicht“ – so hat er es in der jüngsten Ortsratssitzung als Handlungsempfehlung für das neue Gremium ins Protokoll nehmen lassen. "Laternen braucht es und sonst eine kostengünstige Sanierung – man darf da aber nicht Zigtausende Euro vergraben“, so Behrens.

"Die Asphaltdecke ist doch intakt geblieben“, meint auch Anlieger Wilhelm Schultheis – die Gemeinde müsse nur den hinteren, bislang geschotterten Teil ausbauen. Um die Kosten niedrig zu halten, könnte man doch auch auf den geplanten Wendehammer verzichten. Wenn man einen kleinen Teil der Wiese befestige, damit zum Beispiel Müllfahrzeuge zurücksetzen könnten, reiche das doch aus.

"Die Neu- und Altbauten liegen an einem landwirtschaftlichen Weg, der nicht als Erschließung genügt. Das ist klar definiert“, hält Lutz Fielbrand aus dem Bau- und Planungsamt entgegen. Vor den hinteren Grundstücken gebe es nur den mineralischem Weg, ein belastbarer Wendeplatz fehle ebenso wie Laternen und eine vernünftige Entwässerung. Fachlich sei klar: "Es gibt keinen Ausbau light.“ Für die Verwaltung sei nach wie vor der Ende 2010 beschlossene Bebauungsplan bindend. Solle es Änderungen geben, so müsse das politisch entschieden werden. Eventuell werde dies ja bei den Haushaltsberatungen passieren.

Auf die Politik hofft auch Anlieger Schultheis. Und was passiert sonst? "Dann werden wir Widerspruch gegen die Gebührenbescheide einlegen.“

Von Frank Walter

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