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Aufbruchstimmung in Christophorus

Isernhagen Aufbruchstimmung in Christophorus

Nach jahrelanger Wartezeit kann es jetzt endlich losgehen: Die Christophorus-Kirchengemeinde in Altwarmbüchen möchte jetzt einen Teil ihres Grundstücks als Wohnbauland vermarkten, um möglichst schnell ihr sanierungsbedürftiges Gemeindehaus abreißen und neubauen zu können.

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Pastor Holger Birth freut sich, dass die Neubaupläne der Christophorus-Gemeinde in Altwarmbüchen endlich konkret werden.

Quelle: Carina Bahl

Altwarmbüchen. Es braucht keinen Bauexperten, um zu erkennen, wie sanierungsbedürftig das Gemeindehaus an der Bernhard-Rehkopf-Straße ist: Kein Raum kommt ohne Wasserflecken an der Decke daher. Barrierefreiheit? Nein, davon kann bei fehlender Behindertentoilette und einem Pfarrbüro, das nur über kaputte Treppenstufen quer durch eine enge Küche zu erreichen ist, nicht die Rede sein. Die alten, großen Fensterfronten lassen die Nebenkostenabrechnung regelmäßig in die Höhe schnellen. „Der Energiebericht war unterirdisch“, weiß Christophorus-Pastor Holger Birth. „Seit Jahren wird hier nur noch das Nötigste geflickt. Ein neues Dach für 20.000 Euro wollten wir uns nicht mehr leisten.“ Aber wenn es die erste Aufgabe des Tages für die Pfarrsekretärin sei, eine Wasserschüssel in der Zwischendecke der Küche zu leeren, dann sei es höchste Zeit, dass etwas passiert. „Auch wenn wir uns in der Küche inzwischen mit einer Drainageleitung geholfen haben.“

So wundert es nicht, dass bereits 2009 der Wunsch nach einer Sanierung aufkam. „Man kann teuer sanieren oder aber mit ein wenig mehr Geld neu bauen“, erklärt Birth das Vorhaben des Kirchenvorstandes. Auf die Zuschüsse der Landeskirche und des Kirchenkreises können die Altwarmbüchener setzen, aber für den Eigenanteil brauchte es weitere Maßnahmen. „Wir haben uns daher 2011 entschlossen, einen Teil unseres Grundstücks zu verkaufen“, erklärt Birth. Da die Fläche zwischen Kirche, Grundschule und Pfarrhaus planungsrechtlich für eine Kirche und einen Kindergarten reserviert war, brauchte es eine Bebauungsplanänderung, um dort Wohngrundstücke zuzulassen. Diese hat der Rat nach fünf Jahren nun beschlossen. „Wir werden die gesamte Fläche am Stück in einem Bieterverfahren vermarkten“, erklärt Birth. Das spare zusätzliche Vermessungskosten. Ob Privatmann, Investor oder Firma – Einzelhausgrundstücke sind laut Bebauungsplan auf den rund 3000 Quadratmetern ebenso denkbar wie Doppelhäuser.

Der Kindergarten, der die Regenbogen-Gruppe beherbergt, bleibt erhalten. Das alte Pfarrhaus, in dem aktuell noch Flüchtlinge wohnen, wird samt Grundstück verkauft. „Wenn der Erlös feststeht, wissen wir auch, wie groß wir planen können“, sagt Birth. Die Zuschüsse richteten sich derweil nach den Mitgliedern der Gemeinde – aktuell 3100. „Ich beerdige mehr, als dass ich taufe“, Birth macht keinen Hehl daraus, dass die Zahlen zurückgegangen sind. 

Insgesamt rechnet die Kirchengemeinde mit mehr als einer Millionen Euro, um den kompletten Gemeindetrakt – nur die eigentliche Kirche bleibt stehen – abzureißen und neu zu bauen. Je nach Planungszeit könne der Abriss vielleicht nächstes Jahr beginnen. „Wir nehmen dann gern das Angebot der Katholiken an, mit einigen Gruppen in Heilig Kreuz einzuziehen“, sagt Birth. Zumal auch die Tafelausgabe und das Blaue Kreuz bei Christophorus beheimatet sind und für die Bauzeit obdachlos würden. Ob die Gottesdienste trotz Großbaustelle in der verbleibenden Kirche gefeiert werden könnten, müsse man sehen. „Sonntags fahren die Bagger ja nicht“, scherzt Birth.

Ein offenes Foyer mit Küche, ein großer, unterteilbarer Raum, neue Büros und viel Platz für die Jugend – all das sieht die Grobplanung vor. „Am schönsten wäre es, wir könnten zum 50-Jährigen das Gemeindehaus fertig haben“, überlegt der Pastor. Aber das sei wohl zu sportlich gedacht, steht das Jubiläum von Christophorus doch schon 2019 an. Der emotionale Wert, den viele Gemeindemitglieder dem Altbau zumessen, sei mit der Zeit, dem Sanierungsstau und viel Schlepperei über Treppen geschrumpft. „Jetzt herrscht Aufbruchstimmung“, sagt Birth erfreut.

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Von Carina Bahl

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