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Schummeln gilt schon jetzt nicht mehr

Isernhagen Schummeln gilt schon jetzt nicht mehr

Der Isernhagener Rat hat einstimmig die Gestaltungssatzung für die Altdörfer aufgestellt. Bis die Regeln gelten, können zwölf Monate vergehen. Daran halten müssen sich die Isernhagener aber schon jetzt: Bauvorhaben, die den Schönheitsregeln widersprechen, kann die Gemeinde zurückstellen lassen.

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Der Isernhagenhof in F.B. ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich die Politiker die Gebäude in den Altdörfern wünschen. Den historischen Charme soll die Gestaltungssatzung künftig sichern.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. Historischen Charme, so die gemeinsame Überzeugung aller Ratsfraktionen, sollen die Gebäude entlang der Ortsdurchfahrten in den Isernhagener Altdörfern auch künftig versprühen. Fachwerkhäuser, Backsteinmonumente und schlichte Putzfassaden sind in Ordnung – grelle Farben hingegen sollen tabu sein. Der quadratische Kubus mit Flachdach und die spanisch anmutende Villa sind laut Entwurf der Gestaltungssatzung ebenso verboten. An den Grundstücksgrenzen wird auf Natürlichkeit gesetzt: Hecken, Holz und Natursteinmauern sollen das Ortsbild dauerhaft prägen, ein Versteckspiel hinter hohen Zäunen soll im Großteil der Altdörfer nicht mehr möglich sein.

Der Rat hat jetzt einstimmig den Aufstellungsbeschluss für die sogenannte örtliche Bauvorschrift gefasst – und gleichzeitig den Ortseingang in K.B. entlang der K114 mit in den Geltungsbereich aufgenommen. Zwölf Monate hat die Gemeinde nun Zeit, die Satzung rechtskräftig werden zu lassen. Bis dahin wird diese noch öffentlich ausgelegt, Bürger können Einwände erheben und auch die Politik wird noch einmal darüber beraten und eventuelle Änderungen aufnehmen können.

Erst mit dem Satzungsbeschluss gelten die "Schönheitsregeln" aber endgültig. Die Hoffnung, die manch einer mit extravagantem Geschmack jetzt hegen könnte, bis dahin noch schnell seine Bauten in den Altdörfern durchsetzen zu dürfen, muss Bauamtsleiterin Heike Uphoff enttäuschen: "Bauvorhaben, die der künftigen Satzung widersprechen würden, kann die Gemeinde zurückstellen lassen." Das heißt: Wer jetzt versucht, bei der dafür zuständigen Region eine Baugenehmigung beispielsweise für ein lilafarbenes Haus mit Flachdach zu bekommen, wird keine erhalten, bis die Satzung rechtskräftig ist – und dann erst recht nicht. Der Aufstellungsbeschluss gleiche gewissermaßen einer Veränderungssperre.

Einen kompletten "Baustopp" verhängt die Gemeinde damit für das nächste Jahr aber nicht. Nur werden alle Vorhaben – auch jene, für die es keine  Baugenehmigung braucht – vom Rathaus genau in den Blick genommen. "Und Unwissenheit schützt vor Strafe nicht", betont Uphoff.

Von Carina Bahl

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