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Ausbremsen kostet 28-Jährigen 800 Euro

Altwarmbüchen Ausbremsen kostet 28-Jährigen 800 Euro

Aussage gegen Aussage führt nicht automatisch zum Freispruch: Ein 28-Jähriger muss jetzt 800 Euro Strafe zahlen, weil er auf der Autobahn 7 bei Altwarmbüchen mit seinem Opel eine 32-Jährige genötigt haben soll.

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Ein 28-Jähriger muss sich vor dem Amtsgericht Burgwedel verantworten. Ihm wird Nötigung vorgeworfen.

Quelle: Symbolbild

Isernhagen. „So eine Situation habe ich noch nie erlebt. Das macht mich heute noch nervös. Wäre ich nicht voll in die Eisen gestiegen, hätte das übel enden können“, sagte die 32-Jährige am Donnerstag im Zeugenstand zum Vorfall vom 2. Juli vergangenen Jahres aus. Morgens um 7.50 Uhr war sie mit ihrem Audi bei Altwarmbüchen auf die Autobahn 7 in Richtung Hamburg gefahren. Als sie gerade zwischen zwei Lastwagen auf der rechten Spur eingeschert hatte, habe sie der Angeklagte in seinem Opel überholt, sie geschnitten, sich vor sie gesetzt und plötzlich abgebremst. „Eine Frechheit“, betonte die Zeugin, die selbst Rechtsanwältin bei einem Kfz-Verband ist.

Sie, wie auch der Opel-Fahrer, fuhren schließlich in Großburgwedel von der Autobahn ab - an einer roten Ampel versuchte die 32-Jährige vergebens, den Rüpel zur Rede zu stellen. „Er hat abgewunken und ist abgehauen.“

Im Gerichtssaal wollte der 28-Jährige von einem solchen Vorfall nichts wissen. „So eine Situation hat es nicht gegeben“, beteuerte der Angeklagte - er sei zwar hinter der Zeugin auf dem Beschleunigungsstreifen unterwegs gewesen und habe sich auch zeitlich vor ihr - „weil sie zu langsam fuhr“ - auf die rechte Spur eingefädelt. „Aber sie war nie direkt hinter mir, sodass ich sie hätte ausbremsen können.“ Dementsprechend hatte der Mann Einspruch gegen den von der Staatsanwaltschaft verhängten Strafbefehl in Höhe von 40 Tagessätzen à 20 Euro eingelegt.

Gestern hätte der junge Mann sich mit einer Einstellung des Verfahrens anfreunden können - Amtsrichter Michael Siebrecht aber nicht. „Entweder man gesteht und bereut, dann lässt sich so etwas eventuell einstellen. Aber wenn man es nicht gewesen sein will, hat man das Recht auf einen Freispruch oder eben ein Urteil“, machte Siebrecht deutlich. Und fügte hinzu: „Die Zeugin kennt sie überhaupt nicht. Ich sehe keinen Grund, warum sie gegen Sie Anzeige erstatten sollte, wenn das nicht so gewesen wäre.“

Auch der Verteidiger machte seinem Mandanten klar, dass die 800 Euro - ohne Führerscheinentzug - moderat seien. „Wenn diese Instanz jetzt anders urteilt, ist Ihr Führerschein vielleicht bis zur Berufung vier Monate weg.“ Wer hätte es gedacht? Kleinlaut nahm der Opel-Fahrer seinen Einspruch zurück - und wird die Strafe zahlen.

Carina Bahl

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