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Sozialwohnungen passen nicht ans Gewerbegebiet

Isernhagen Sozialwohnungen passen nicht ans Gewerbegebiet

Eine zusätzliche Flüchtlingsunterkunft an der Varrelheide braucht die Gemeinde nicht mehr. Den Plan, auf dem Grundstück stattdessen sozialen Wohnungsbau zu ermöglichen, hat der Bauausschuss am Mittwochabend beerdigt.

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Diese Fläche an der Varrelheide in Altwarmbüchen würde ein Investor gern mit Sozialwohnungen bebauen. Für die Politik eignet sich der isolierte Standort auf Grund seiner Nähe zum Gewerbegebiet allerdings nicht.

Quelle: Archiv

Altwarmbüchen. er massive Rückgang der Flüchtlingszahlen hat die in die Wege geleitete Planung für eine weitere Unterkunft in Massivbauweise in Altwarmbüchen obsolet werden lassen. Den Investor dafür gibt es immer noch – und dieser würde auf der Fläche an der Varrelheide jetzt gern geförderte Sozialwohnungen bauen. Für die gewünschte Zweigeschossigkeit allerdings müsste die Politik den dazugehörigen Bebauungsplan ändern. Das will der Bauausschuss aber nicht tun.

„In was für einem sozialen Umfeld wachsen die Bewohner denn dort dann auf? Zwischen Adler und McDonald’s? Das geht doch nicht“, so bezweifelte nicht nur Fabian Peters (Grüne) die Eignung des Standortes für Sozialwohnungen. Eine Bushaltestelle befindet sich zwar vor der Tür – eine Autobahn, ein Gewerbegebiet und eine stark befahrene Straße aber auch. „Im näheren Umfeld gibt es keine Spielplätze. Der nächste ist zu Fuß 15 Minuten entfernt“, kritisierte auch die Gleichstellungsbeauftragte Azadeh Weinrich-Kroll die Flächenauswahl. Zumal: „Sozialer Wohnungsbau wird aufgrund finanzieller Umstände häufig von Alleinerziehenden und Familien bewohnt.“

„Wir sollten diesen Bebauungsplan in die Schublade stecken“, stellte Heinrich Bätke (CDU) den Konsens-Antrag. „Die Not, die es noch vor einem Jahr gab, ist nicht mehr da.“ Zumal sich den Politikern auch die Frage stellte, ob eine Wohnbebauung an dieser Stelle eventuelle Weiterentwicklungen des Gewerbegebietes behindern könnte. „Wenn der Rat Bedarf sieht, können wir wieder neu diskutieren“, betonte Bätke.

Sozialwohnungen will der Ausschuss auch nicht für das Gelände vorschreiben, das die Christophorus-Kirchengemeinde verkaufen möchte. Die Lage im Zentrum wäre laut Heiko Weichert (Bürgerstimme) zwar im Gegensatz zur Varrelheide „ideal für soziales Wohnen“, aber die Mehrheit sprach sich dagegen aus – um der Kirche den Verkaufserlös zu ermöglichen, den sie braucht, um sich ein neues Gemeindehaus bauen zu können. Allerdings: 50 Prozent des kleinen Baugebietes – also zwei bis drei Grundstücke – sollen barrierefrei für Senioren und Menschen mit Behinderung bebaut werden. „Daran haben wir sehr großen Bedarf in Altwarmbüchen“, betonte Ulrich von Rautenkranz (FDP). Als einst die Mehrfamilienhäuser im Zentrum gebaut wurden, habe sich noch keiner um Barrierefreiheit geschert.

Den Vorwurf Weicherts, dass es „befremdlich“ für eine Kirche sei, „auf maximalen Gewinn zu spekulieren“, trat Hans-Edgar Ojemann (SPD) entgegen: „Die Kirche agiert sehr wohl sozial und schafft mit dem Erlös einen Raum für die Öffentlichkeit.“

Von Carina Bahl

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