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Babymarkt Schnuller muss schließen

Altwarmbüchen Babymarkt Schnuller muss schließen

„Alles fürs Baby“ verspricht der Schnuller-Fachmarkt in Altwarmbüchen. Nicht mehr lange, denn bald ist Schluss: Ende Januar schließt die Filiale aufgrund von Problemen mit der Bauaufsicht. 15 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsstellen, davon sind rund die Hälfte Vollzeitkräfte. 

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Kinderwagen kann man ab Februar nicht mehr im Babymarkt Schnuller kaufen. Er muss schließen.

Quelle: dpa

Isernhagen. A2-Center, Höffner, Porta, Adler, bald mit Obi auch wieder ein Baumarkt - das Gewerbegebiet an der Opelstraße ist ein Kundenmagnet in der nördlichen Region Hannover. „Das Einkaufsgebiet ist ein Traum“, sagt Schnuller-Geschäftsführer Hans-Jürgen Rasche. Doch der ist bald ausgeträumt: Ende Januar schließt die Filiale, 15 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsstellen, davon sind rund die Hälfte Vollzeitkräfte.

Bereits 1990 hatte im Gewerbegebiet eine von vier Filialen des Babymarkts in Südniedersachsen eröffnet, 2007 folgte der Umzug in die heutigen, größeren Räume an der Boschstraße/Ecke Opelstraße. Auf rund 1500 Quadratmetern können Kunden seitdem einkaufen - verbotenerweise, wie Regionssprecher Klaus Abelmann auf Nachfrage erklärt: Laut Baugenehmigung seien maximal 796 Quadratmeter als Verkaufsfläche zulässig, der Rest dürfe nur beispielsweise als Lager genutzt werden. Bei mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche handele es sich um einen dort nicht erlaubten großflächigen Einzelhandel. „Da können wir nicht drüber hinwegsehen“, sagt Abelmann.

Aufmerksam gemacht worden auf die unzulässige Nutzung war die Bauaufsicht der Region bereits im Februar 2015 von einem Hinweisgeber. „Wie so oft anonym“, so Abelmann. „Irgendjemand hat uns angeschwärzt“, ärgert sich Schnuller-Geschäftsführer Rasche. Das Küchenstudio als Vormieter habe auch den gesamten Laden als Ausstellungsfläche genehmigt gehabt. „Wo ist da der Unterschied?“ Er könne nicht verstehen, warum sich die Bauaufsicht jetzt derart „reingebissen“ habe. „Die letzten acht Jahre hat es auch niemanden interessiert.“ Es tue ihm leid, dass es so weit gekommen sei, sagt Rasche. Er will auch eigene Versäumnisse nicht kleinreden. Aber auf nur knapp 800 Quadratmetern Verkaufsfläche lasse sich sein Geschäft einfach nicht fortführen. Die Konkurrenz im Internet sei stark. „Wir müssen ein Einkaufserlebnis bieten.“ Und das funktioniere nicht auf der kleinen Fläche.

Für Kunden an der Opelstraße bleibt noch der Weg zu den Schnuller-Konkurrenten. Ein weiterer Baby-Fachmarkt findet sich einige Hundert Meter weiter, auch andere Geschäfte führen in Teilen ein vergleichbares Sortiment. Im bisherigen Schnuller-Markt sollen künftig türkische Möbel verkauft werden - auf dann tatsächlich nur knapp 800 Quadratmetern.

Wege der Kunden entscheiden

Die Verkaufsfläche ist ein entscheidender Faktor für den Einzelhandel – nicht nur wie jetzt bei Schnuller, sondern beispielsweise auch bei der Umnutzung des Einkaufszentrums in F.B. und bei der geplanten Vergrößerung des Supermarktes in Kirchhorst. Um andere Standorte zu schützen und ein Ausbluten der Innenstädte zu verhindern, darf längst nicht jeder Händler so viel Verkaufsfläche nutzen, wie er es gern würde. Laut Georg Thomas von der Industrie- und Handelskammer Hannover definiert sich die Verkaufsfläche als der Bereich, der Kunden zugänglich ist – also auch Windfänge oder die Wegeflächen im Laden, nicht aber das Lager. Zwar sei es grundsätzlich denkbar, zusätzliche Ausstellungsflächen mit Bändern oder Schildern abzusperren. Entscheidend sei aber das tatsächliche Geschehen: Wenn Kunden diese Bereiche trotz Verbots regelmäßig betreten, dann sei es nichts rechtens.

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