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Bauhofmitarbeiter im Dauereinsatz

Isernhagen Bauhofmitarbeiter im Dauereinsatz

Das sind die Alltagshelden im Schnee: Mit dem Wintereinbruch hat auch der Dauereinsatz der Bauhofmitarbeiter begonnen. Und die scheinen hart im Nehmen - schlechte Laune ob des frühen Weckerklingelns oder der kalten Füße kennen sie nicht.

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Das ist echter Einsatz: Im Schneetreiben frühmorgens werden die Streu- und Räumfahrzeuge mit Salz aus dem Silo aufgetankt.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. Wenn Sie dieser Tage um 3.30 Uhr einen Mann in einem orangefarbenen Auto auf eisglatter Straße mit der Handbremse spielen sehen und er dann aussteigt, um im Schneetreiben mit den Schuhen auf der Straße herumzukratzen - es gibt keinen Grund zur Sorge: Der Mann hat nicht getrunken. Es handelt sich um den jeweiligen Einsatzleiter des Isernhagener Winterdienstes auf seiner Kontrollfahrt.

„Jeden Morgen fährt er komplett Isernhagen ab“, erklärt Bauhofleiter Frank Hertwig - inklusive aller bekannten und unkonventionellen Glättetests. Denn: „Es kann in H.B. glatt sein, und in Altwarmbüchen ist nichts“, sagt Hertwig. Aber seine Männer wissen, wo sich der „Rutschetest“ lohnt.

Ist das Ergebnis so wie Dienstagfrüh, dann klingelt gleich bei zehn Kollegen um 4 Uhr der Pieper - Winterdienst marsch! „Je nach Wetterlage fahren dann bis zu fünf Streufahrzeuge los“, erklärt Hertwig. Die Rufbereitschaft der Kollegen steht seit Monaten fest. „Und die ist gar nicht so unbeliebt.“ Das komplette Team kann noch nicht um 4 Uhr auf die Straßen: „Wenn es den ganzen Tag schneit, muss auch abends noch Personal übrig sein. Und es gibt ja ein Arbeitszeitgesetz.“

Um 7.30 Uhr geht es auf dem neuen Bauhof zu wie in einem Taubenschlag: Jetzt sind alle da - die acht Streu- und Räumfahrzeuge düsen durch die Gemeinde, stoppen zwischendurch zum Auftanken unter dem Salzsilo. 27 Tonnen Salz passen dort hinein: „Wir streuen mit einem Salz-Sole-Gemisch. Das reicht für gute sechs Tage“, schätzt Hertwig - Nachschub ist bereits bestellt. Gleichzeitig geht es in der Werkstatt rund: Der Schneefall ist so stark, dass nicht nur gestreut, sondern nun auch geräumt werden soll. Geübte Handgriffe und Zeichen zwischen den Kollegen - und im Nu ist das Schneeschild montiert. Zeit für einen lockeren Spruch bleibt immer - die Schnee-Stimmung stimmt.

Im „Head office“ steht derweil das Funkgerät nicht still: Wo muss welche Bushaltestelle, welches Kita-Areal, welches Feuerwehrgelände, welche Kreuzung noch per Hand geräumt und gestreut werden? Dafür sind weitere Teams mit den Pritschenwagen unterwegs. Welche Straßen sind von welchem Mitarbeiter bereits erledigt worden? Und: Ist alles in Ordnung?

„Das Schwierigste am Winterdienst ist nicht das frühe Aufstehen, sondern das Finden der Straße“, sagt Gemeindesprecherin Svenja Theunert, die selbst jahrelang auf dem Bauhof gearbeitet hat. Denn wo der Schnee den Bordstein verdeckt, brauche es schon Intuition oder viel Übung, um nirgends dagegen zu fahren. „Einmal ist ein Streufahrzeug im Graben gelandet. Das passiert eben“, weiß Hertwig. Theoretisch räumt und streut der Bauhof alle Straßen innerorts. „Aber bei starkem Schneefall schafft man das nicht.“ Dementsprechend geht es nach Priorität mit den verkehrsreichen Straßen los.

Und generell gilt: Der Winter kommt immer überraschend. Vorteile bringt eine genaue Wetterprognose höchstens für die Planung - Vorräumen und Vorstreuen hat keinen Sinn. „Unsere Mitarbeiter sind hochmotiviert, geben alles“, weiß Hertwig. Das liege auch am neuen, modernen Gebäude. Erst einmal das Streufahrzeug freikratzen? Das war dank Garage am Dienstag nicht nötig. Alle Vorteile des Neubaus werden aber nicht genutzt. Der kuschelige Frühstücksraum bleibt dieser Tage leer - das Team räumt und räumt und räumt. „Die meisten essen im Auto“, sagt Hertwig.

Gehwege müssen stets von 7 bis 22 Uhr frei sein

Der Baubetriebshof kümmert sich um die Straßen in der Gemeinde – für die Gehwege sind die Grundstückseigentümer verantwortlich. Und das ist keine freiwillige Aufgabe, sondern eine per Satzung auferlegte Pflicht. Sollten die Anlieger ihrer Räumpflicht nicht nachgekommen sein und jemand stürzt auf diesem Abschnitt, können die Eigentümer zur Rechenschaft gezogen werden. Generell gilt: Bei Schnee und Eisglätte muss der Geh- und wenn vorhanden auch Radweg vor der Tür täglich von 7 bis 22 Uhr (sonn- und feiertags erst ab 8 Uhr) geräumt sein – wenn nötig, muss mehrmals zum Schneeschieber gegriffen werden. Bei Eisglätte ist zudem mit Sand oder anderen Streumitteln für Abhilfe zu sorgen. Der Einsatz von Chemikalien ist jedoch strengstens verboten. Im Übrigen: Die grauen Streukisten mit dem orangefarbenen Deckel sind nicht für private Zwecke gedacht. Wer keinen Gehweg vor der Tür hat, muss trotzdem räumen – einen 1,50 Meter breiten Weg auf dem Seitenstreifen oder am Rand der Fahrbahn.

von Carina Bahl

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