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Bewährung für gewalttätigen Familienvater

Isernhagen Bewährung für gewalttätigen Familienvater

Das Amtsgericht Burgwedel hat einen Familienvater aus Isernhagen zu drei Monaten auf Bewährung verurteilt, weil er seine Frau verletzt und bedroht hatte. Ein Anti-Aggressionstraining kommt auf den 26-Jährigen nun ebenfalls zu.

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Weil er seine Frau mehrfach angegriffen hat, hat das Amtsgericht Burgwedel einen Familienvater zu drei Monaten auf Bewährung verurteilt.

Quelle: Symbolbild

Isernhagen/Burgwedel. "Es tut mir schrecklich leid. Das war alles so falsch, was ich getan habe. Ich brauche wirklich Hilfe“, zeigte der 26-jährige Angeklagte im Amtsgericht Burgwedel mit brüchiger Stimme Reue für seine Taten. Zu oft sei er gegenüber seiner Frau einfach ausgerastet, habe überreagiert. "Ich weiß nicht, wie das passieren konnte.“

Angeklagt war der junge Familienvater, weil er im Dezember und Januar gleich mehrfach seine Frau angegriffen hatte. Mal hatte er sie gegen eine Tür geschubst, weil sie einen Termin für ihn nicht absagen wollte. Das nächste Mal stand er nach einem Streit plötzlich mit einer erhobenen Bratpfanne vor ihr oder drohte, sie "abzustechen“. Das Platzverbot, das die Polizei dem 26-Jährigen für die gemeinsame Wohnung der Familie aussprach, ignorierte er mehrfach – als seine Frau ihm den Schlüssel zur Wohnung nicht herausgeben wollte, zerrte er diese sogar gewaltsam durch einen Bus.

Auch vor seiner Schwiegermutter machte er keinen Halt, fügte ihr mit einem kräftigen Griff an den Arm Hämatome und tagelange Schmerzen zu. "Sie wollte uns von Anfang an auseinander bringen“, versuchte der Angeklagte sein Verhalten zu erklären.

Dennoch: Der 26-Jährige räumte vor Gericht alle Taten ein. "Meine Frau und ich möchten eine Eheberatung machen, wenn wir wieder mehr Geld haben.“ Seine Partnerin war vom Richter vorab vernommen worden – und verschaffte ihrem Mann mit ihren Aussagen Pluspunkte. "Sie hat sich wirklich schwer getan, Sie zu belasten“, betonte Amtsrichter Michael Siebrecht. Die Angst vor ihrem Mann und die Überforderung mit der Situation war ihr in den Auszügen, die der Richter während der Verhandlung zitierte, aber deutlich anzumerken.

Im Urteil standen am Ende drei Monate Freiheitsstrafe bei einer Bewährungszeit von drei Jahren. Ein mildes Urteil, das Richter und Staatsanwaltschaft dem Geständnis und der Reue des Angeklagten, den nicht schwerwiegenden Verletzungen seiner Opfer sowie dem "guten Wort“, das die Ehefrau für ihn eingelegt hatte, zuwiesen. Ein Anti-Aggressionstraining hat der Familienvater nun ebenfalls zu absolvieren. "Sie haben eine viel zu geringe Hemmschwelle, aggressiv zu werden“, betonte der Richter in seiner Urteilsbegründung. "Man kann nur hoffen, dass das jetzt der Weg zu einem Neuanfang ist – oder aber zu einer endgültigen Trennung.“

Von Carina Bahl

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