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Gemeinde zieht Energiebilanz

Isernhagen Gemeinde zieht Energiebilanz

Anfang der Neunzigerjahre hatte die Gemeinde Isernhagen ein Gesamtkonzept für die Reduzierung des Energiebedarfs in Auftrag gegeben. Jetzt zieht die Verwaltung Bilanz, wo bereits effektiv Energie gespart wird und wo sich noch Verbesserungen erzielen ließen.

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Standard in Isernhagen: Dirk Schneemann (zuständig für das Klimaschutzaktionsprogramm, von links), Joost Götze, Bürgermeister Arpad Bogya und Hausmeister Uwe König zeigen das Blockheizkraftwerk der Grundschule N.B.

Quelle: Archiv

Isernhagen. Insgesamt konnte die Gemeinde trotz zusätzlicher Gebäude den Wärme- und Stromverbrauch senken. Der Energieverbrauch beim Heizen hat sich von knapp 6 Millionen Kilowattstunden (1993) auf knapp 3,85 Millionen Kilowattstunden (2015) reduziert. Der Stromverbrauch ist ebenfalls gesunken – von 2,5 Millionen Kilowattstunden (1993) auf 1,65 Millionen Kilowattstunden (2015).

Alle großen Wärmeverbraucher der Gemeinde werden über Blockheizkraftwerke versorgt. Neben den gängigen BHKW setzt die Gemeinde auf innovative Techniken wie Brennstoffzellen und künftig auch Latentwärmespeicher.

Das Schulzentrum am Helleweg ist der größte Energiefresser von allen. Allein 50 Maßnahmen hat die Verwaltung an diesen Gebäuden seit 1993 vorgenommen, um Wärmeenergie zu sparen – von der Erneuerung der Heizungsanlage bis hin zur Fassadensanierung. Um Strom zu sparen, wurden zudem die Beleuchtung und die Lüftungstechnik modernisiert. Nicht zuletzt dank des Blockheizkraftwerkes, der Fotovoltaikanlage und der Brennstoffzellen konnten seit 1993 2,2 Millionen Euro an Energiekosten eingespart werden. Die zuvor genannten Installationen decken derweil 80 Prozent des Energiebedarfs des Schulzentrums.

In der Grundschule Altwarmbüchen samt Hort, Sporthalle und Jugendtreff sieht die Gemeinde noch Einsparpotenzial. Allerdings: Dafür bräuchten Schule und Sporthalle eine Fassadensanierung, die mit 1,6 Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Die Grundschule in N.B. wiederum ist ein Vorzeigeprojekt: 2012 ersetzte die Gemeinde die fünf Heizungsanlagen durch drei Blockheizkraftwerke, die heute den gesamten Gebäudekomplex beheizen. 2015 wurde zudem die Beleuchtung auf LED-Technik umgestellt. Auch in den Grundschulen in H.B. und Kirchhorst sowie an der Heinrich-Heller-Schule zieht die Verwaltung eine positive Energiebilanz: Die Hauptschule hat eine „Passivhaus-Sporthalle“, in Kirchhorst wird der Komplex über ein Blockheizkraftwerk mit Wärme und Warmwasser versorgt, in H.B. gibt es eine Fotovoltaikanlage.

Das Rathaus (Baujahr 1992) und der neue Baubetriebshof (Baujahr 2014) liegen mit Blick auf den Energieverbrauch im unteren Bereich. Das Rathaus bräuchte jedoch neue Fenster, und mit steigendem EDV-Bedarf sind auch die Stromkosten trotz modernisierter Klimaanlage stetig gestiegen.

Neben den Gebäuden blickt der Energiebericht auch auf Nebenschauplätze: Seit 2011 hat Isernhagen die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt – mit der nun erreichten jährlichen Ersparnis könnten 150 Einfamilienhäuser mit Strom versorgt werden und das, obwohl mehr als 1000 neue Leuchten hinzukamen. Ein Problembereich hingegen sind die 49 Pumpwerke, die das Schmutzwasser zur Kläranlage nach Langenhagen befördern. Die Abwassermenge hat sich seit 1993 kaum erhöht, der Energiebedarf sich allerdings verdoppelt – dem Grund will die Gemeinde mit einer Untersuchung nachspüren. Mit knapp 310 000 Kilowattstunden jährlich bilden die Pumpwerke den drittgrößten Stromverbraucher.

Auch die Anzahl der gefahrenen Kilometer der Dienstautos hat sich stetig erhöht – allerdings wurden 2016 erstmals mehr Gas und Strom als Benzin verbraucht.

Um ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden, setzt die Gemeinde seit 2010 das Klimaschutzaktionsprogramm mit 34 Projektzielen um – mit der Beratung und Förderung von privaten Energiesparmaßnahmen der Bürger, einem Energiesparmodell an Kitas und Schulen sowie der Stromladesäule hinter dem Rathaus. Den kompletten Energiebericht finden Interessierte im Internet auf www.isernhagen.de im Bürgerinformationsportal als Vorlage 091/2017.

Von Carina Bahl

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