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Bluttat: Urteil lässt auf sich warten

Altwarmbüchen Bluttat: Urteil lässt auf sich warten

So meilenweit auseinander wie im Prozess um eine gefährliche Körperverletzung an einer Kneipe im Altwarmbüchener Zentrum liegen Anklage und Verteidigung selten. Die Staatsanwaltschaft geht von einem versuchten Tötungsdelikt aus, der Strafverteidiger rechnet mit Freispruch.

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Zwei 28 und 33 Jahre alten Männer stehen wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.

Quelle: Symbolbild

Isernhagen. Ein Urteil konnte das Gericht aber auch gestern nicht sprechen. Die beiden Angeklagten verweigerten nicht nur zum Tatvorwurf weiterhin die Aussage - sie wollten noch nicht einmal angeben, ob sie verheiratet sind, Kinder haben oder wie viel Geld sie verdienen.

Während der Staatsanwalt am Freitag im Amtsgericht Burgwedel sogar von einem versuchten Tötungsdelikt sprach, geht zumindest einer der Strafverteidiger fest von einem Freispruch aus. „Das ist ungewöhnlich“: Dass sich Angeklagte nicht zu ihren persönlichen Verhältnissen äußern, kommt Amtsrichter Michael Siebrecht auch nicht oft unter. Er wird nun die Polizei auffordern, die entsprechenden Informationen bis zur Fortsetzung der Hauptverhandlung zu recherchieren. Einem der beiden Angeklagten wird dann Ende September allerdings ein neuer Rechtsbeistand zur Seite sitzen: „Wir müssen einen Pflichtverteidiger bestellen. Wir können das Verfahren nicht platzen lassen, weil Sie im Urlaub sind“, erinnerte der Richter einen der Verteidiger an die Drei-Wochen-Frist für die Fortsetzung.

Angeklagt sind die 28 und 33 Jahre alten Männer, im Juli 2013 einen 55-Jährigen vor einer Kneipe in Altwarmbüchen durch zwei Schläge schwer verletzt zu haben. Der Ältere hatte sich des Nachts mit starkem Blutverlust und einem Schädel-Hirn-Trauma durchs halbe Zentrum geschleppt, ehe er Hilfe fand.

Nachdem zum Prozessauftakt vergangene Woche das Opfer ausgesagt und dabei Erinnerungslücken gezeigt hatte, war es gestern die ehemalige Wirtin, die als Zeugin Licht ins Dunkel bringen sollte. Die Tat selbst hatte auch sie nicht beobachtet. Sehr wohl erkannte die 60-Jährige aber die Angeklagten als die letzten Gäste wieder, denen sie am Abend vor dem Absperren der Kneipe noch eine Flasche Wodka, einen Träger Bier und Gläser zum Verzehr vor der Tür herausgegeben hatte. Beide kenne sie seit 20 Jahren, sie sei gut ausgekommen mit ihnen. Aber wenn junge Leute tränken, hätten sie manchmal die Nerven nicht im Griff, gab die Gastronomin zu Protokoll. Den Staatsanwalt veranlasste das zu mehreren gezielten Nachfragen, die aber keine Anhaltspunkte ergaben, dass einer der beiden Stammgäste in der Vergangenheit durch Gewalttätigkeiten aufgefallen wäre.

Der Staatsanwalt fand es dennoch unplausibel, dass es andere Personen als die beiden Angeklagten gewesen sein könnten, die den 55-Jährigen schwer verletzt hatten. Doch mitten in seinem Plädoyer fiel dann auf, dass die Angaben zu den persönlichen Verhältnissen fehlten - und so wird es einen dritten Verhandlungstag geben.

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