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Busfahrer lässt Kinder stehen

Isernhagen Busfahrer lässt Kinder stehen

Weil ihre Schülerfahrkarte nicht ausreichte und das Geld für Hin- und Rückfahrt fehlte, hat ein Busfahrer zwei sieben und elf Jahre alte Kinder nicht mitgenommen. Ein Unding, sagt die Mutter. Die richtige Reaktion, meint Regiobus.

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Der Fahrer eines Regiobusses hat zwei Kinder nicht mitgenommen, weil sie kein Geld für Hin- und Rückfahrt hatten und er sie für Ausreißer hielt.

Quelle: Symbolbild

Isernhagen. Es sollte ein Ausflug mit dem Bus von Isernhagen K.B. nach Großburgwedel zu Oma und Opa werden: Weil die Geschwister dafür aber ein Zwei-Zonen-Ticket gebraucht hätten, die Schülerfahrkarte also nicht ausreichte, und der Notgroschen nur für die Hinfahrt nach Großburgwedel langte, entschied der Busfahrer, die sieben und elf Jahre alten Kinder nicht mitzunehmen. Auch das Angebot eines Fahrgastes, die Fahrt nach Großburgwedel für die Kinder zu zahlen, lehnte der Busfahrer ab.

„Ich bin wirklich sauer“, betont die Mutter. Es sei reines Glück gewesen, dass sie noch zu Hause gewesen ist und die „total eingeschüchterten“ Kinder in Empfang nehmen konnte. „Sonst hätten sie da allein gestanden. Das kann doch nicht sein.“ Die Kinder seien schon oft mit dem Bus zu den Großeltern gefahren. „Sie haben immer 1,30 Euro für das zusätzliche Ticket dabei“, sagt die Mutter. „Warum tut ein Busfahrer so etwas?“

Für das Unternehmen Regiobus hingegen hat der Busfahrer alles richtig gemacht. „Wir haben ihn um eine schriftliche Stellungnahme gebeten, und er hat den Vorfall bestätigt“, erklärt Regiobus-Sprecher Tolga Otkun. In der Tat habe der Fahrer die Kinder darauf hingewiesen, dass ihre Schülerfahrkarte nicht ausreicht. Ein Fahrgast habe auch angeboten, die 1,30 Euro pro Kind zu zahlen. „Allerdings sollen die beiden sehr verunsichert gewirkt haben“, schildert Otkun. Der Busfahrer sei sich nicht sicher gewesen, ob die Kinder wirklich in Absprache mit ihren Eltern unterwegs oder nicht vielleicht „ausgebüxt“ waren. Auf die Frage, ob sie das Ticket bezahlen könnten, hätten sie laut Busfahrer verneint, auf andere Nachfragen teils gar nicht geantwortet. Der Fahrgast wiederum entfernte sich, als der Busfahrer ihm sagte, dass Hin- und Rückfahrt pro Kind 2,60 Euro kosten würden.

„Unser Fahrer hatte ein komisches Bauchgefühl und wollte die Kinder nicht ohne Rückfahrticket allein in Großburgwedel aussteigen lassen“, erklärt Otkun. „Er ist selbst Familienvater und hat entschieden, dass die Kinder am hellen Tag lieber noch einmal nach Hause gehen und sich Geld von ihren Eltern holen sollten.“ Dieses Verhalten könne Regiobus seinem Fahrer vorwerfen - zumal dieser die Kinder auch deutlich jünger eingeschätzt hatte. „Hier sind die Eltern gefragt, ihre Kinder besser vorzubereiten, sicherzugehen, dass die Fahrkarte gilt oder genügend Geld in der Tasche ist.“ Dass so eine Situation für Kinder verstörend ist, wenn der Busfahrer sie nicht mitnimmt, kann Otkun verstehen. „Aber Eltern dürfen auch nicht immer erwarten, dass der Busfahrer für alles die Verantwortung übernimmt.“

Die Mutter der beiden möchte diese Erklärung so nicht hinnehmen: „Es sollte nicht im Ermessen der Busfahrer liegen, ob Kinder fahren dürfen oder nicht.“ Zumal keine Rückfahrt nötig gewesen wäre: „Ich wollte die Kinder später in Burgwedel abholen.“

Von Carina Bahl

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