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Cavaletti schließt am Sonntag

Isernhagen H.B. Cavaletti schließt am Sonntag

Das Cavaletti macht am Sonntag zum letzten Mal seine Türen auf. Karin Rasch muss das Restaurant aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.

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Nach 15 Jahren macht Karin Rasch Schluss im Cavaletti.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen. Die Nähe zum Pferd ist allgegenwärtig: Draußen weht der Geruch nach Heu durch den kleinen Biergarten, drinnen trennen nur Glasscheiben die Restaurantgäste von der Reithalle - und mancher kommt auch gleich in Reithose auf ein Getränk ins Cavaletti. Doch selbst aufs Pferd hat sich Wirtin Karin Rasch, die am Sonntag nach fast 15 Jahren aufhört und das Restaurant in H.B. schließt, nicht getraut.

Cavaletti - was nach Pizza und Pasta klingt, stand in H.B. für gutbürgerliche, saisonale Küche. Cavaletti werden im Reitsport kleine Hindernisse genannt, mit denen Reiter die Muskulatur ihrer Pferde lockern und kräftigen. Cavaletti hieß das Restaurant auf dem Hof des Reit- und Fahrvereins auch schon, als Karin Rasch sich im Jahr 2000 entschloss, nach einer Familienpause beruflich zurückzukehren. Und statt an die Zeiten der Reiter-Klause anzuknüpfen, die sie selbst bis 1986 dort geführt hatte, blieb es bei Cavaletti.

Der Blick in die Reithalle war es denn auch, den viele Gäste sich schon bei der Tischbestellung erbaten. Dazu kamen die Stammgäste, nicht nur Reiter, sondern auch viele andere, die am Tresen feste Plätze hatten, und natürlich die Reiter - denn das Cavaletti war auch Vereinslokal. Eine spannende Mischung war das für die Wirtin, die doch selbst Pferde nur vom Boden aus statt aus dem Sattel betrachten mochte. „Die sind mir alle zu hoch und zu groß, da habe ich zu viel Respekt“, gibt die 61-Jährige offen zu.

Dabei hätte es doch alles anders kommen sollen, schließlich hatten die Eltern mit ihrem Betrieb des Restaurants Lister Mühle direkt am Reiterstadion in Hannover die Weichen gestellt. Dort gab es immer Tiere und schließlich sogar Pony Liesel, auf dem die kleine Karin Reitstunden nehmen musste. Doch da habe sie mehr im Sand gelegen als im Sattel gesessen - und dort seitdem nie wieder Platz genommen, erinnert sich die gelernte Restaurantfachfrau.

So blieb es bei der gastronomischen Verbindung zum Reitsport, und die bot spannende Einblicke. So nähmen Springreiter, umgänglich und mit lockerem Naturell, gern am Tresen Platz, während Dressurfreunde - gesittet und ruhig - Kaffee oder Prosecco an einem Tisch genössen. „Jagdreiter sind die Wortführer, abenteuerlustig. Sie nehmen am liebsten einen irischen Whiskey“, sagt Rasch.

Solche Eindrücke werden ihr künftig fehlen, denn morgen macht Rasch das Cavaletti zum letzten Mal auf. Die Rücksicht auf ihre Gesundheit lässt der 61-Jährigen keine andere Wahl. Und weil sie mit einem guten Namen rausgehen will, kommt ein Betrieb mit weniger Einsatz für sie nicht infrage. Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden.

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