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Chef-Chaot strebt die Weltrevolution an

Isernhagen F.B. Chef-Chaot strebt die Weltrevolution an

In seinem achten Soloprogramm hat Matthias Brodowy am Freitagabend im randvollen Isernhagenhof gezeigt, dass er ein Meister des geschliffenen Wortes und feiner Pointierungen ist.

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Matthias Brodowy am Freitagabend im randvollen Isernhagenhof.

Quelle: Jürgen Zimmer

Isernhagen. Ein Mann kommt auf die Bühne und offenbart sich. Das macht ihn spontan sympathisch. Er sei Hannoveraner mit Migrationshintergrund bekennt er, weil er unglücklicherweise in B., der Stadt des Löwen Heinrich, geboren ist. Aber das böse Wort darf er, wie Harry Potter, nicht aussprechen.

Das hat ihn nicht daran gehindert Musiker und Kabarettist zu werden, nachdem er zuvor als Jugendlicher eine Damengymnastikgruppe am Klavier begleitet hat und später Kirchenmusiker wurde. In seinem achten Soloprogramm zeigt Matthias Brodowy, Träger des Deutschen Kleinkunstpreises, dass er ein Meister des geschliffenen Wortes und feiner Pointierungen ist. Einmal in Fahrt kommt er von Hölzchen auf Stöckchen. Eloquent plaudert er aus seiner Schulzeit, erzählt mit biederer Miene - wozu sonst dient ein Theologiestudium? - um dann überfallartig das Publikum mit scharfzüngigen, intelligenten und doppeldeutigen politischen Themen zu traktieren, dass dem zunächst das Lachen im Halse steckenbleibt.

Geschickt wechselt Brodowy zwischen nonstop Nonsens und harscher Kritik an der „alles muss billig sein“-Mentalität einem großen Teil seiner Landsleute.

Brodowy überzeugte am Freitagabend im randvollen Isernhagenhof nicht mit Schenkelklopfern. Sein Programm sei „massiv musikalisch“ versprach er - und das stimmt. Seine spitzesten Pfeile, getränkt in Wortwitz und Ironie, schoss er vom Klavier aus ins Publikum. Brodowy ist bekennender Anhänger seiner persönlichen Chaostheorie, das Tohuwabohu der Ursuppe. Drum war es sein inniger Wunsch, von Isernhagen aus eine Weltrevolution des gehobenen Blödsinns in Bewegung zu setzen. Ob die „sehr geehrten Isernhägener und Isernhägenerinnen“ ihm wohl dabei folgen werden, ist fraglich, obwohl sie seine Aufforderung schon einmal prompt mit donnerndem Applaus entgegennahmen.

von Jürgen Zimmer

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