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Das Holzkarussell ist immer dabei

Isernhagen Das Holzkarussell ist immer dabei

Morgen öffnet der 39. Weihnachtsmarkt in K.B. 30 Buden stehen um die Attraktion herum. Ein besonderer Anziehungspunkt ist ein mehr als 100 Jahre altes Holzkarussell.

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Tradition kostet Kraft: Familie Eick braucht Stunden, um das 109 Jahre alte Holzkarussell aus allen Einzelteilen zusammenzubauen. Bahl (3)

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. Stolze 109 Jahre ist das Holzkarussell alt, das seit dem ersten Weihnachtsmarkt an der St.-Marien-Kirche in K.B. seine Runden dreht. Plastik? Fehlanzeige! Jedes Pferd, jede Kutsche, jeder Hahn, jeder Schwan und jede Gondel, die sich zur Musik an der Stange dreht, sind handgeschnitzt und handbemalt. Im Herzen des Weihnachtsmarktes steht das Karussell der Familie Eick seit 39 Jahren von den Buden umringt - Hunderte Kinderaugen strahlen zur Weihnachtsmusik darauf.

Während 40 Freiwillige am vergangenen Wochenende zu Hammer, Nagel und Weihnachtsbude gegriffen hatten, um den Markt aufzubauen, hielt das Karussell am Mittwoch als letztes Puzzleteil Einzug. Einen ganzen Tag dauerte der Aufbau - jedes märchenhaft bemalte Einzelteil musste zusammengeschraubt werden.

„Das ist schon etwas ganz Besonderes“, schwärmt Heinrich Stucke, im Verein als Mister Weihnachtsmarkt bekannt. Das ganze Jahr lagern die 30 Holzbuden in seiner Scheune in K.B. und warten auf ihren Auftritt. Die Gestaltungssatzung, die für die Altdörfer gerade politisch diskutiert wird, gibt es auf dem Weihnachtsmarkt in K.B. schon immer: „Wir sind dem Fachwerkstil treu geblieben.“ Treue, das gilt auch für den Inhalt der Buden: „Wenn nicht jemand krank wird oder aufhört, ist keine freie Bude bei uns zu bekommen“, weiß Stucke aus Erfahrung. Und die Mischung muss stimmen. „Wir wollen kein Fressmarkt sein“, sagt der Mitorganisator. Kunsthandwerk, Gestricktes, live Gedrechseltes, zahlreiche Konzerte und Schmuck gehören zum dreitägigen Isernhagener Weihnachtsmarkt ebenso wie soziale Projekte, örtliche Vereine, Glühwein, süße Leckereien und natürlich die grillende Feuerwehr. Obwohl die Belegung der Buden Tradition hat, guckt der Verein schon genau hin: „Wir sagen Bescheid, wenn sich Jahr für Jahr nichts verändert. Die Buden sollen immer etwas Neues bieten und schön aussehen.“

Kleinere Herausforderungen stemmt der Weihnachtsmarkt-Verein locker: In diesem Jahr ist kurzfristig der Elektriker ausgefallen - die Ehrenamtlichen müssen jetzt selbst schauen, dass das Licht nicht ausgeht und der Strom für Musik, Buden und Karussell fließt. „Wir sind frohen Mutes, dass das klappt“, sagt Stucke. Kleine Kontrolllämpchen an allen Ecken seien das Sicherheitsnetz.

Eine Buden-Neuigkeit gibt es auf dem Traditionsmarkt dann aber doch: die Weihnachtsmann-Sprechstunde. In einer kleinen - noch etwas schiefen - Holzhütte direkt am Fuß der Kirche wird der Weihnachtsmann täglich über Stunden liebevoll Wunschzettel-Gespräche führen und sicherlich auch für ein Foto parat sitzen.

Der Weihnachtsmarkt öffnet erstmals am Freitag um 16 Uhr, am Sonnabend und Sonntag dann um 14 Uhr. „Freitag ist zum Gucken da. Am Wochenende brummt es so richtig“, freut sich Stucke stolz auf die Tausenden Besucher, die jährlich aus der ganzen Region nach K.B. strömen. „Hier kennt man sich, hier fühlt man sich einfach wohl.“ Von Carina Bahl

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