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Das erwartete Erdbeben

Isernhagen Das erwartete Erdbeben

Für die meisten Parteichefs in Isernhagen ist das Ergebnis der Bundestagswahl keinesfalls ein politisches Erdbeben – viele hatten die kräftigen Verluste der beiden Großkoalitionäre und ein starkes Ergebnis der AfD vorausgesehen.

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Isernhagens Parteichefs kommentieren das Ergebnis der Bundestagswahl.

Quelle: Symbolbild

Isernhagen. Ein paar mehr als die 37,5 Prozent für die CDU in Isernhagen hatte deren Gemeindeverbandsvorsitzender Timm Jacobsen erwartet – offenbar habe man ein paar Prozentpunkte an die starke FDP verloren. Obwohl es so nicht ganz für das erhoffte Ergebnis jenseits der 40 Prozent gereicht habe, stehe unter dem Strich eines der besten CDU-Resultate in der Region. Erschreckt hat Jacobsen das Abschneiden der AfD (9,1 Prozent), die „mit Hass und mangelndem Respekt“ agiere. Der Bundes-SPD hält er vor, dass sie sich „feige aus der Verantwortung stiehlt“.

Isernhagens SPD-Chef Wolfgang Dorn hingegen findet den Gang in die Opposition genau richtig. Seine Partei habe in der Großen Koalition wie erwartet Federn lassen müssen, „obwohl sie gute Politik gemacht hat“. Noch einmal als dann schwächerer Juniorpartner, „das würde nichts bringen“. Stattdessen hofft Dorn nun auf einen personellen wie programmatischen Neuanfang. Bis möglicherweise eine Jamaika-Koalition zustande kommt, erwartet der SPD-Mann „unendlich lange und zähe Verhandlungen“ zwischen CDU, FDP und Grünen. „Vielleicht gibt es aber auch im Sommer Neuwahlen?“ Geschockt hat den Sozialdemokraten das starke Abschneiden der AfD – bundesweit mit 12,6 Prozent wie auch in Isernhagen mit 9,1 Prozent. „Mich ärgert jede Stimme für die. Wie viel Protest, Überzeugung, Frust oder Unwissenheit muss da sein?“ Einzig die hohe Wahlbeteiligung von 82,5 Prozent stimmt Dorn versöhnlich – das spreche für politische Verantwortung und Teilhabe. „Sie hätten nur woanders ihre Kreuzchen machen müssen.“

Sehr zufrieden mit dem Ergebnis der eigenen Partei in Isernhagen ist die FDP-Vorsitzende Christiane Hinze – bei 15,5 Prozent und einem Zuwachs um 7,3 Prozentpunkte gegenüber der Bundestagswahl 2013 kann das nicht verwundern. „Wir machen vieles richtig“, kommentiert sie das regionsweit beste Ergebnis für die FDP. Dies sei einerseits dem Christian-Lindner-Effekt zu verdanken, aber auch dem eigenen, gewachsenen und verjüngten Team in Isernhagen. Für ihre eigene Kandidatur bei der Landtagswahl sieht Hinze das Bundestagsergebnis als klaren Rückenwind: „Wir machen jetzt eine kurze Pause zum Luftholen, und dann geben wir wieder richtig Gas für die Landtagswahl.“

Ebenfalls für den Landtag kandidiert Felix Schünemann, der als Grünen-Vorsitzender in Isernhagen mit dem Bundestagsergebnis von 9,5 Prozent durchaus zufrieden ist – damit habe man sogar ein wenig besser abgeschnitten als erwartet. „Wir haben mittlerweile eine verlässliche Wählerschaft und lassen uns auch nicht von schlechteren Vorhersagen schrecken.“

Die 9,1 Prozent bei der Bundestagswahl in Isernhagen – trotz reihenweise abgerissener Wahlplakate in den vergangenen Wochen – will Fritz Küke (AfD) bei der Landtagswahl am liebsten noch toppen. An das Zustandekommen der Jamaika-Koalition in Berlin kann er nicht recht glauben. „Da bin ich wirklich gespannt.“

„Mehr war im konservativen Isernhagen nicht drin“, kommentierte der Linken-Vorsitzende Heiko Weichert die 5,0 Prozent seiner Partei.

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