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Denkmalgeschützes Haus kehrt zurück

Isernhagen K.B. Denkmalgeschützes Haus kehrt zurück

Seit Monaten diskutieren die Politiker über Gestaltungssatzungen, um den Charakter der Altdörfer zu erhalten. Ein Beispiel, wie historische Bausubstanz erhalten wird, ist die Dorfstraße 77. Dort wird ein Baudenkmal wiederaufgebaut.

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Das denkmalgeschützte Haus Dorfstraße 77 wird Balken für Balken wiederaufgebaut.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen. Für Manfred Kohler von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Region Hannover ist das historische Haus an der Dorfstraße 77 in Isernhagen K.B. „ein wirklich spannendes Gebäude“. Und der neue Eigentümer betreibt viel Aufwand, um das Baudenkmal zu erhalten.

Insbesondere wegen seines straßenseitigen Giebels hat das Zweiständerhallenhaus Bedeutung für das Dorfbild von K.B. In seinem Verzeichnis der Baudenkmale in Niedersachsen beschreibt das Landesamt für Denkmalpflege die „regionaltypische Variante mit Kopfwinkelhölzern und Scheingeschossgiebel“. Diesen ziert die Inschrift „1770“, der Giebel wurde zudem wohl um 1930 im Stil der Zeit bemalt. Zur Hofstelle gehören außerdem ein um eine Eiche u-förmig errichtetes Werkzeughaus und ein aus Sandsteinsegmenten gefügter Brunnen mit der Jahreszahl 1695.

So ansehnlich das Haus von außen war, so sehr litt es nach Ansicht des Denkmalpflegers Manfred Kohler unter verschiedenen Umbaumaßnahmen. „Auch fehlte lange Zeit ein Sanierungskonzept für die denkmalgeschützte Immobilie.“ Dass sich jetzt ein neuer Eigentümer gefunden hat, der, beraten von der Denkmalschutzbehörde der Region, nun die historische Fachwerkkonstruktion und die Diele des Hauses wiederherstellen lasse, freut Kohler: „Aus Sicht des Denkmalschutzes ist dies eine wirklich sehr positive Entwicklung.“

Treibende Kraft dieser positiven Entwicklung ist der neue Eigentümer Professor Dr. Frank Reinhardt. Der Vorbesitzer habe das Haus selbst erhalten wollen, die Pläne hätten sich aber zerschlagen - „und dann sah ich das Maklerschild“. Auch das 6500 Quadratmeter große Grundstück mit Blick ins Landschaftsschutzgebiet hatte es dem Fachwerkfan sofort angetan. Anfang September erwarb er das Ensemble. Die Unterstützung der Denkmalpflege für seine Pläne empfand der Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater als „unglaublich konstruktiv“.

Vorsichtig wurde das Gebäude mit seinem „abenteuerlichen Innenausbau“, das in mehrere Wohneinheiten aufgeteilt worden war, zuletzt aber lange leer gestanden hatte, zurückgebaut. Einzeln wurden die Balken begutachtet und dann von Nägeln befreit, aufgearbeitet und gesandstrahlt. Bis auf die Nordwestwand in Richtung Straße ist das Holz laut Reinhardt noch in erstaunlich gutem Zustand - dort müssen wohl einzelne Balken ersetzt werden. Auch unten an den Schwellen, wo die Beanspruchung am größten sei, seien Reparaturen nötig. „Wie ein Puzzle wird alles wieder zusammengesetzt.“ Auch bei den Steinen für das Gefache werde das wiederverwendet, was noch gut sei. „Das ganze Ensemble bleibt erhalten“, versichert Reinhardt und bezieht auch das Werkzeug- oder Schlachtehaus und den Brunnen mit ein. „Wir erfüllen alle Auflagen.“ Er sieht sein Projekt, in das er nach einem „Bau mit Vollgas“ möglichst schon im Sommer nächsten Jahres mit seiner vierköpfigen Familie einziehen möchte, als Paradebeispiel in Zeiten der Diskussion um eine Gestaltungssatzung, um den Charme der Altdörfer zu bewahren. Er könne nicht begreifen, was in vergangenen Jahren teilweise genehmigt worden sei. „Man entwertet sich ja selbst als Gemeinde, wenn jeder machen kann, was er will.“

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