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Pächter Mangelware: TSV setzt auf Eigenregie

Isernhagen Pächter Mangelware: TSV setzt auf Eigenregie

Sie haben Inserate geschaltet und mit potenziellen Wirten Gespräche geführt – aber ohne Erfolg. Deshalb führt der TSV Isernhagen seine Vereinsgaststätte jetzt in Eigenregie. Auch der SSV Kirchhorst wird möglicherweise diesen Weg einschlagen.

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Weil kein Pächter da ist, springt in der Gaststätte des TSV Iserhagen auch Vereinsmitglied Andreas Kühne hinter der Theke mit ein.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Isernhagen. Nicht nur Isernhagener Sportvereine sind betroffen, auch andere kleine Vereine in der Region haben Schwierigkeiten, für ihre Vereinsheime Pächter zu finden oder diese zu halten. Der mögliche Grund: Die Gaststätten sind nicht mehr so lukrativ. „Früher haben die Leute nach dem Sport ihr Bier getrunken und was gegessen, heute fahren sie gleich nach Hause“, erklärt Günther Wieneke, Vorsitzender des TUS Altwarmbüchen.

Während es in sämtlichen Abteilungen des TSV Isernhagen sportlich gut läuft, plagen den Vorstand dennoch Sorgen. Ein gutes halbes Jahr ist der Sportverein auf der Suche nach einem Nachfolger für das Klubhaus an den Sportanlagen an der Straße Auf der Heide gewesen. „Die Suche ist total schwer gewesen“, berichtet Vorstandmitglied Andreas Kühne.

Also, musste ein anderes Konzept her: Der TSV hat sich entschieden, die Bewirtung selbst zu übernehmen. Dafür hat der noch aktive Fußballer eine Gaststättenkonzession bei der Gemeinde beantragt und auch bekommen.

Seitdem stehen Vereinsmitglieder Bianca und Sven Jeelen ehrenamtlich hinter der Theke. Die 40-Jährige kommt aus dem Metier. Sie ist Fleischereifachverkäuferin und tischt derweil den Sportlern Schnitzel mit Jägersoße, halbe Hähnchen und auch vegetarische Frikadellen, die ihren Angaben nach super ankommen, auf.

„Wir sind froh, dass die beiden es übernommen haben – und sie machen es gut“, lobt Kühne. Allerdings, wenn die Jeelens im Urlaub sind, müssen andere Mitglieder ran, dann wird ein Schichtplan aufgestellt. Wie lange der Verein die Kneipe eigenverantwortlich betreiben wird, ist noch ungewiss. „Neben dem Beruf ist es eine starke Belastung“, meint Kühne.

Über eine künftige Lösung, wenn im nächsten Jahr die neue Halle für Gesundheitssport auf dem Vereinsgelände fertiggestellt sein wird, denkt der Verein bereits nach: „Unser Ziel ist, dann wieder einen Pächter zu finden“, sagt Kühne.
Denn: Mit der Inbetriebnahme der neuen Halle sollen ganztägig Sportkurse angeboten werden. „Dann kann die Gaststätte sich rentieren“, glaubt Kühne. Zudem sei der Gastraum Anfang 2015 völlig neu renoviert worden – und sehr ansprechend.

Auch der SSV Kirchhorst sucht

Auf der Suche ist auch der SSV Kirchhorst. „Der alte Wirt hört Ende März auf“, sagt Vereinschef Christian Possienke. Noch habe der Sportverein ein wenig Zeit, dennoch werde intensiv gesucht. Ein potenzieller Pächter sei aber noch nicht in Sicht, trotz Betriebswohnung und des guten Standorts, meint der Vorsitzende. Laut Possienke ist nach der Schließung der Gaststätte Maikäfer keine Konkurrenz mehr im Dorf. Die Gründe, warum sich keine Pächter finden lassen, lägen auf der Hand: Heute nehmen die Leute nach dem Sport lieber ihr Getränk zu Hause ein. Ein weiterer Grund: Das Rauchverbot, vermutet er.

"Speedy" hat beim FC Neuwarmbüchen alles im Griff

Seit fünf Jahren betreibt Zbigniew Kaminski das Vereinsheim beim FC Neuwarmbüchen – und das erfolgreich. „Er ist unsere gute Seele – und das soll auch künftig so bleiben“, freut sich Vereinschef Amseln Bisgwa. Der frühere Fußballer, Trainer und heutige Spartenchef Fußball kennt alle FC'ler und seinen Verein aus dem Effeff und wird von allen liebevoll „Speedy“ genannt. Der 50-jährige Vereinswirt finde stets den richtigen Ton. „Das ist wichtig für den Job“, sagt Bisgwa. Denn: Die Kneipe verkaufe sich nur über die Persönlichkeit. Kaminski hat nur eine kleine Karte. "Rouladen mit Rotkohl und Kartoffeln gibt es nur zu besonderen Anlässen."

Altwarmbchen: Pächter mit zweitem Standbein

Mehr Glück hat der TUS Altwarmbüchen. Das Vereinsheim führt nach wie ein Pächter. In Altwarmbüchen hat der Pizzabringdienst Bambino die Kneipe übernommen und hat ein zweites Standbein. „Die Verpachtung ist ein schwieriges Feld", sagt Vereinschef Günther Wieneke. Er kann ein Lied davon singen: Mal sein der Vergangenheit die Pacht nicht bezahlt worden, auch Gläser wurden einfach mitgehen lassen. Der Traum des Vereins, dass ein Ehepaar das Vereinsheim übernimmt - sie kocht, er kümmert sich auch um den Sportplatz - ist laut Wieneke nicht in Erfüllung gegangen.

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Von Katerina jarolim-vormeier

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