Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Steifer Musensohn entdeckt den Tango-Paula

Isernhagen Steifer Musensohn entdeckt den Tango-Paula

Gesang, Piano, Reflektionen: Die "Aufforderung zum Tanz" stand im Mittelpunkt eines interdisziplinären Sonnabendabends im Kulturkaffee Rautenkranz.

Voriger Artikel
Zaun soll Kinder von Baugebiet fernhalten
Nächster Artikel
DLRG-Retter können selbst Hilfe gebrauchen

Gefeierte Künstlerinnen im Kulturkaffee Rautenkranz: Mezzosopranistin Michaela Ische (links) und Pianistin Nicoleta Jon.

Quelle: Patricia Chadde

Isernhagen F.B.. Kunst kennt viele Ausdrucksformen. Manches lässt sich über Jahrhunderte unverändert betrachten, wie Malerei oder Bildhauerei. Andere sinnliche Erlebnisse wie Musik, Gesang oder Tanz sind da flüchtiger. Eine Ausstellung im Café Rautenkranz präsentiert derzeit Künstlerinnen der GEDOK, die sich dem Medium Tanz leichtfüßig als Aquarell, fotografisch aber auch malerisch nähern.

Doch GEDOK-Vorsitzende Viktoria Krüger hatte die Vision, dass sich Musik und Gesang ebenso eindrucksvoll dem Themenkreis der Tanzkunst widmen können. In Sängerin Michaela Ische, die ihre Ausbildung mit klassischem Ballett begann, und Pianistin Nicoletta Jon fand sie ein Duo, dass die Gäste des Kulturkaffees Rautenkranz am Sonnabendabend in seinen Bann zog.

Auf ganz unterschiedlichen Ebenen näherten sie sich die beiden Künstlerinnen dem Ausstellungsthema und hatten dazu ein ebenso inspiriertes wie mitreißendes eigenes Repertoire entwickelt. "Das Konzert trägt eine originelle Handschrift", freute sich Viktoria Krüger bereits in der Pause. Auch das Publikum war hingerissen. Den Auftakt lieferte das Schubert- Lied "Der Musensohn".  Es schildert, wie sich weder Mensch noch Natur der beschwingenden Kraft der Musik entziehen können. In zweimonatiger, intensiver Arbeit entwickelten Nicoletta Jon und Micheal Ische die Identifikationsfigur des anfangs stumpf und steif wirkenden jungen Mannes, der zum zaghaften Tänzer wird, bis er die Freude an der Bewegung entdeckt. Mit George Bizets Carmen-Arie spiegelten die Künstlerinnen das Feststecken in äußeren Zwängen, das sich durch Tanz aufbrechen lässt.

Nach der Pause reflektierten Ische und Jon mit "Habaneras" auch die Kraft der Verführung. Ein bisschen Ironie war natürlich ebenfalls im Spiel und das Stück "Tango-Paula" avancierte zum Publikumsfavoriten. Wie die Neustädter Malerin Karin Hess war das Publikum von der überragenden Qualität der Darbietung überwältigt: "Ich freue mich, dass junge Künstlerinnen frischer und frecher an die Arbeit gehen. Das bietet mehr Schwung und mehr Raum für Auseinandersetzungen", so Hess. Die Künstlerinnen waren ebenfalls hocherfreut: "Wir wurden richtig gefeiert", so Nicoleta Jon nach zwei Zugaben zu später Stunde.

Von PATRICIA CHADDE

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sirp3rh5xu1awe0iim
Fast 500 fiebern mit Ferdinand

Fotostrecke Isernhagen: Fast 500 fiebern mit Ferdinand