Volltextsuche über das Angebot:

18°/ 7° wolkig

Navigation:
Eis gibt es, wenn die Fahne hängt

Isernhagen Eis gibt es, wenn die Fahne hängt

Die ersten Sonnenstrahlen wärmen zwar den Pelz. Aber so richtig zum Eis-Naschen laden die Temperaturen noch nicht wirklich ein. Trotzdem ist hinter dem Haus von Gerhard Panknin in Neuwarmbüchen schon viel los. Der Eismacher hat die Saison eröffnet.

Voriger Artikel
Bagger macht Platz für neue Firmen
Nächster Artikel
Frau fährt frontal gegen Bus

Henrike und ihre Schwester Friederike schlecken genüsslich ihr Eis von Gerhard Panknin.

Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Neuwarmbüchen. Immer wieder stellen sich Kinder am kleinen Tresen an, um sich von ihrem Taschengeld eine Kugel Schoko-, Vanille- oder Erdbeereis zu kaufen. „Wenn einem 20 Cent fehlen, drücke ich auch schon mal ein Auge zu“, sagt der 79-Jährige und lacht. Seine Hauptkundschaft sind nun mal die Kinder. Aber auch Erwachsene eilen um die Hausecke, warten geduldig in der Schlange und lassen sich gleich mehrere Becher für die ganze Familie mit bunten süßen Kugeln füllen. Seit Generationen.

Seit 40 Jahren stellt Panknin sein Speiseeis selbst her. Der gelernte Konditor hatte in einem Altwarmbüchener Keller mit der Herstellung der kalten Delikatesse angefangen. Voraussetzung war damals seine Konditorausbildung, die er in Salzgitter-Bad abgeschlossen hatte. Zunächst kurvte er im VW-Bulli durch die Isernhagener Ortschaften und verkaufte sein Eis mobil. Seit er aber vor 20 Jahren sein Zuhause Hinter den Höfen in Neuwarmbüchen gefunden hat, ist der Mann mit dem weißen Hemd und der Schürze so etwas wie die gute Seele im Dorf.

Klein und Groß nennen ihn liebevoll „Panki“. „Wenn es irgendwann kein Panki-Eis mehr geben sollte, wird etwas in Neuwarmbüchen fehlen“, sagt die frühere Ortsbürgermeisterin Christiane Hinze. „Du bist eben der Gute – und eine Granate“, schäkert sie mit dem Eismann. Panknins Metier ist neben dem Speiseeis auch das Pizzabacken. Jahrelang hatte er acht Bleche pro Tag am Altwarmbüchener Schulzentrum verkauft. „Das kam in den Pausen immer gut an“, erinnert sich das Multitalent, das auch zwölf Jahre lang Taxi fuhr.

Mit Saisonbeginn bereitet der Unruheständler jetzt wieder vormittags die Eissorten zu. Schnippelt Bananen, Erdbeeren und drückt auch Zitronen aus. Dazu kommen Sahne oder Joghurt und ein wenig Zucker. Dann dreht sich die Masse in der Eismaschine. Zwei davon stehen in seinem, wie er es nennt, „Laboratorium“. Sie sind zwar 40 Jahre alt, aber arbeiten noch tadellos. Wenn mal etwas zu reparieren ist, hilft ein Nachbar. „So ist das eben im Dorf“, sagt der Mann, der stets einen Witz auf den Lippen hat.

Natürlich könnte Panknin auch 20 verschiedene statt seiner sieben, acht Stammsorten anbieten. Aber er setzt lieber auf Qualität: „In das Speiseeis kommt nichts Unvernünftiges hinein und somit auch nichts Unvernünftiges heraus“, sagt er.

Nachmittags beginnt der Verkauf. Unter einem Holzdach können seine Gäste auf einfachen Stühlen und Bänken Platz nehmen. Genüsslich schlecken Henrike und ihre Schwester Friederike ihre Eiskugeln. Beide hatten die gehisste Fahne erblickt – seit 20 Jahren das im Dorf bekannte Erkennungszeichen, dass Gerhard Panknin seine urige Eisdiele geöffnet hat. Dann ist in Neuwarmbüchen, egal, was das Thermometer anzeigt – dann ist Eiszeit.

Von Katerina jarolim-vormeier

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6pu2ns24hhy196yzrmks
Stimmgewaltig vor vollen Reihen

Fotostrecke Isernhagen: Stimmgewaltig vor vollen Reihen