Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Dirigent wird auf offener Bühne einfach verhaftet

Isernhagen F.B. Dirigent wird auf offener Bühne einfach verhaftet

200 Gäste haben im Isernhagenhof ein besonderes Konzert gehört. Dabei ging es regelrecht kriminell zu - zumindest auf der Bühne.

Voriger Artikel
Wietzeaue: Es werde Licht
Nächster Artikel
Bücherei wird zur Tanzfläche

Das Sinfonische Blasorchester Isernhagen während des Konzerts.

Quelle: Jürgen Zimmer

Isernhagen. Dieser Skandal wird noch lange nachwirken. Vor mehr als 200 Gästen ist am Sonnabend im Isernhagenhof eine internationale Diebesbande mit Mafia-ähnlichen Strukturen entlarvt worden. Und - der Dirigent des Sinfonischen Blasorchesters Isernhagen, Andreas Fingberg-Strothmann, ist darin immens verwickelt. Er wurde vor Publikum verhaftet - und in der Folge in Handschellen abgeführt.

Das war der Plot, den sich Britta Krüger, Kulturwissenschaftlerin und Saxofonisten im Orchester, ausgedacht hat - ein Krimi-Konzert. Hennig Kobbe las die spannende Verfolgungsjagd aus einem roten Ohrensessel, und das Orchester spielte den passenden Soundtrack.

„Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“: gleich zu Anfang endete bereits nach wenigen Tönen in einem peinlichen Notensalat das Stück. Panik bildete sich in den Gesichtern der Musiker. Sämtliche Vorzeichen in den Notenblättern fehlten. Ein Diebstahl, einzigartig in der Kriminalgeschichte. Der muss aufgeklärt werden. Die Vorzeichenjäger, eine Journalistin und ein Kriminalkommissar, bekamen auch sogleich einen heißen Tipp. Drei dunkle Gestalten wurden an der Musikscheune gesichtet. Der Kommissar kombinierte: Das muss die Olsen-Gang gewesen sein. Die drei erschienen auf der Großleinwand und „The Olsen Gang Theme“ erklang. Magnum und James Bond traten auf und auch Emma Peel und John Steed mit Schirm, Charme und Melone.

Kreuz und quer schnüffelten die Ermittler den Dieben nach. Verschwand da nicht gerade der „Dritte Mann“ der Olson-Bande in der Kanalisation? Wir sind doch nicht in Wien, knurrte der Kommissar. Eine „Miss Marple“ mischte sich ein, aber der Kommissar fand die „Drei Engel für Charlie“ aufregender, während die Journalistin eine rosarote Katze entdeckte (oder war´s gar ein Panther)? Schließlich war die Indizienkette lückenlos.

Fingberg-Strothmann gab zu, erpresst worden zu sein. Der Drahtzieher, genannt Pate, wollte, dass sein Orchester nur noch italienische Marschmusik spielt. Reumütig gab er die Vorzeichen zurück und endlich durfte die Mimi ihren Krimi im Bett lesen, bevor Mister Sandman kam.

Von Jürgen Zimmer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sm6e19282awue1xchg
Wo ist der Hydrant? App weist den Weg

Fotostrecke Isernhagen: Wo ist der Hydrant? App weist den Weg