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Drogendeal: Zeuge sorgt für mildes Urteil

Altwarmbüchen Drogendeal: Zeuge sorgt für mildes Urteil

2400 Euro muss ein 24-jähriger Altwarmbüchener jetzt Strafe zahlen, weil er über Monate mindestens fünfmal grammweise Cannabis an einen Bekannten verkauft hatte. Das Urteil hätte derweil weitaus schlimmer ausfallen können - angeklagt waren 96 Taten.

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2400 Euro muss ein 24-jähriger Drogendealer aus Altwarmbüchener Strafe zahlen.

Quelle: Symbolbild

Isernhagen. Wollte der 23-jährige Zeuge seinen damaligen Dealer vor dem Amtsgericht Burgwedel jetzt nur schützen, oder hatte er bei seiner Aussage im März 2014 wirklich unter Schock gestanden? Tatsache ist: Hatte der junge Mann bei der Polizei vor einem Jahr noch detailliert angegeben, über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg einmal die Woche jeweils ein Gramm Cannabis beim Altwarmbüchener gekauft zu haben, konnte er sich im Zeugenstand daran jetzt gar nicht mehr erinnern.

„Ich weiß wirklich nicht, wie oft ich bei ihm etwas gekauft habe. Die zwei Jahre kommen mir jetzt auch komisch vor. Ich stand wohl unter Schock“, sagte er aus. Aus zwei Jahren wurden im Zeugenstand schließlich sechs Monate, aus 96 Cannabis-Käufen „nur fünf- bis maximal zehnmal in dem halben Jahr“. Glaubwürdig fanden Staatsanwaltschaft, Richter und Verteidiger diese Aussage nicht - das Gegenteil jedoch ließ sich auch nicht nachweisen.

Glück für den angeklagten Dealer: Statt für 96 Taten konnte er so nur für fünf Cannabis-Verkäufe verurteilt werden. Der Zeuge soll seine Bestellung stets per Telefon durchgegeben und später persönlich beim Angeklagten abgeholt haben. Polizisten hatten den Zeugen im März 2014 kurz nach einem seiner „Einkäufe“ vor dem Haus des Angeklagten kontrolliert und vernommen.

Hatte der Verteidiger aufgrund der sehr wankenden Aussage des Zeugen sogar auf einen Freispruch oder zumindest auf eine Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen gehofft, so sah das Burgwedels Amtsrichter Michael Siebrecht anders: „In der Realität hat es bestimmt anders ausgesehen, als es heute hier ausgesagt wurde, aber mit Sicherheit wurde mindestens fünfmal Cannabis verkauft.“ Der Zeuge habe nun ja eher versucht, den Angeklagten zu ent- statt zu belasten. 60 Tagessätze à 40 Euro hielt der Richter letztlich für tat- und schuldangemessen - zumal der Angeklagte nicht vorbestraft und Cannabis kein Kokain sei.

Von Carina Bahl

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