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Droht der erste Abriss im Neubaugebiet?

Isernhagen Droht der erste Abriss im Neubaugebiet?

Zu groß, zu breit, zu hoch: Einem Bauherrn im Neubaugebiet Wietzeaue drohen jetzt Sanktionen, weil er am Baurecht vorbei gebaut hat. Die Region hat die Baustelle stillgelegt. Die Politik sieht eine Legalisierung kritisch.

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Die Region hat eine Baustelle im Neubaugebiet Wietzeaue stillgelegt, weil das Gebäude nicht den Vorgaben des Bebauungsplanes entspricht.

Quelle: Symbolbild

Altwarmbüchen. „Die textlichen Festsetzungen im Bebauungsplan für die Wietzeaue sind wirklich nicht einfach“, räumte Bauamtsleiterin Heike Uphoff im Ausschuss ein. „Aber in dieser Summe sind die Überschreitungen einfach nur unverschämt. Das kann man nicht anders sagen.“ Nur durch einen Zufall waren Region und Gemeinde im Spätsommer auf den Bau in der Wietzeaue aufmerksam geworden: Weil es bei einem benachbarten Bauvorhaben Klärungsbedarf bezüglich der Höhenfestsetzungen gab, geriet auch die nun politisch diskutierte Bauakte in den Fokus: „Dabei wurde festgestellt, dass das Bauvorhaben nicht den Vorgaben des Bebauungsplanes entspricht“, fasst es die Gemeindeverwaltung zusammen. Zu spät: Der Rohbau stand schon. Die Bauaufsicht der Region reagierte prompt und legte die Baustelle still – „bis eine Heilung in Sicht ist“, erklärt Sprecher Klaus Abelmann.

Die Bereitschaft der Politik, Abweichungen vom Bebauungsplan zuzulassen, fehlt. „Alle halten sich an die Regeln, und einer baut, wie er will. Das geht nicht“, betonte Fabian Peters (Grüne). Zumal die Grundstückseigentümer in der Wietzeaue allesamt hohe Preise für ihre Flächen gezahlt hatten – „da hätten sicherlich viele gern größer gebaut“.

Unter anderem bräuchte der Bauherr – der im Ausschuss anonym blieb – eine Genehmigung für die Überschreitung der maximalen Traufhöhe und von gleich zwei Baugrenzen. Zudem müssten eine zu hohe Garage und ein Raum außerhalb der überbaubaren Fläche genehmigt werden. „So etwas regt einen wirklich auf“, sagte die Bauausschussvorsitzende Gerhild Köhne (CDU). Die Politiker folgten letztlich geschlossen der Verwaltungsmeinung, die Befreiung abzulehnen, um einerseits keine Ungleichbehandlung und andererseits keinen Präzedenzfall zu schaffen.

Ob es Vorsatz oder Fahrlässigkeit war, das gilt es jetzt zu prüfen. „Das wird eine Ermessensentscheidung mit vielen Fragen“, erklärt Regionssprecher Abelmann das weitere Vorgehen der Bauaufsicht. Was ist für den Bauherrn wirtschaftlich zumutbar? An welchen Stellen lässt sich mit kleineren Umbauten vielleicht zurück zum Baurecht kommen? „All dem werden wir jetzt gemeinsam mit dem Bauherrn nachgehen.“ Wichtig sei vor allem, wie hoch der angerichtete Schaden ist: „Sind zum Beispiel Nachbarn beeinträchtigt? Dann wird es komplizierter“, sagt Abelmann. Die Rückbauverfügung, sprich der Abriss, sei das letzte Mittel der Wahl. „Aber auch die hat es schon gegeben.“ Ein Bußgeld warte auf den Bauherrn ebenfalls, „aber das ist eine ganz andere Geschichte“.

Von Carina Bahl

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