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„Druck“ auf der Bühne zeigt Cyber-Probleme

Isernhagen „Druck“ auf der Bühne zeigt Cyber-Probleme

„Druck“ heißt ein Theaterstück, das Siebt- und Neuntklässler am Dienstag erlebt haben – in vielen Szenen rund um Tablet und Co, soziale Medien oder Leistungsdruck fanden sich die Schüler wieder. 

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Quelle: Zimmer

Altwarmbüchen.
„Was du machst, ist illegal“, schreit Cynthia ihren Jugendfreund Andy an. Der hat einen „Noten-Optimizer“ entwickelt und hackt gerade den Server ihrer Schule. „Illegal – scheißegal“, meint Andy und gibt sich die Note eins in Deutsch – mit dieser Szene beginnt das Theaterstück „Druck“.

Rund 200 Siebt- und Neuntklässler aus drei Schulen – Gymnasium, Realschule und Heinrich-Heller-Schule – erleben am Dienstagmorgen ein Theaterstück mit einem besonderen Anliegen. In dem Stück geht es um Smartphone, Tablet und Co. Onlinesucht, Leistungsdruck und Manipulationen, Fake News und Meinungsmache durch sogenannte soziale Medien. Das Thema (über)fordert so manche Eltern. In realistischen Szenen zeigen drei Schauspieler des Theaters Sonni Maier einen rasanten Science-Fiction-Thriller, durchaus mit philosophisch-theologischem Ansatz. Anliegen und Anspruch des Stücks ist es, den eigenen Umgang mit den sozialen Medien zu überprüfen und Lust auf Freiheit und Selbstbestimmtheit, auf das echte unperfekte pralle Leben zu bekommen. Das ist den engagierten Akteuren durchaus gelungen. 

Maier, die das Stück auch geschrieben hat, sagt von sich: „Ich habe ein Weltverbesserer-Herz“. Seit 2008 bezieht sie in ihren Produktionen zu Problemthemen der Jugendlichen Stellung. Überzeugend und nahe an der Wirklichkeit. Für ihre Arbeit wurde sie 2016 mit dem Deutschen Fair Trade Award ausgezeichnet.

Nach der 70-minütigen Aufführung folgt ein Nachgespräch zwischen Schülern und Schauspielern. 20 Minuten fragen die Schüler – allerdings weniger zum Thema, sondern ob die Haare von Cynthia echt sind (sind sie nicht), ob das Messer echt ist (ist es, aber stumpf geschliffen), ob der englische Akzent von Stefanie echt ist und wie alt sie ist (31 Jahre; nein, ich habe keinen Akzent, ich kann aber Ruhrpott-Slang anbieten). Lobenswert und wichtig: Theater mit Mission. Schülern und Lehrern hat es gefallen.

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Theater holt Themen wie Cyber-Mobbing, Leistungsdruck und Magersucht auf die Bühne – in rasanten Szenen.

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Schüler erwerben die Cyber-Lizenz

Im digitalen Zeitalter sind die Anforderungen an die Schulen, besser gesagt an die Lehrer, gänzlich andere als noch vor zehn, 15 oder gar 20 Jahren. Das Thema Prävention nimmt an den Schulen mittlerweile einen breiten Raum ein. Vor den Herbstferien gab eine ganze Woche zu diesem Thema. Damit befasst sind außer den Präventionsbeauftragten auch Sozialarbeiter wie Franziska Hartmann und Jörg Lohmann am Gymnasium Isernhagen. „Cyber-Mobbing ist immer ein Thema bei uns“, sagt Lohmann. Ihre Aufgabe ist es, mit den Lehrern, die Schüler zu sensibilisieren. Die erwerben, ganz ähnlich wie ein Fahrradführerschein, eine Cyber-Lizenz, die ihnen Medienkompetenz bescheinigt.

Von Jürgen Zimmer

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