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Interpret reißt Brel-Fans mit - auf Deutsch

Isernhagen Interpret reißt Brel-Fans mit - auf Deutsch

Zur Einstimmung von „Breitschuh singt Brel“ gibt es Käse und Wein im Kulturkaffee Rautenkranz. Wie Annegret Rückert haben viele der Zuhörer Brel früher gerne gehört und möchten Erinnerungen auffrischen.

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Breitschuh zeigt eine große Nähe zu Brel und ist in Übersetzung und Interpretation doch eigenständig.

Quelle: PATRICIA CHADDE

Isernhagen F.B.. Jaques Brel habe sie schon immer begleitet, sagt Jasmin Peuker: „Ich bin mit seinen Chansons aufgewachsen“, berichtet die Großburgwedelerin. Ihr Mann Jens nippt am Wein, genießt still und merkt an: „Ich bin hier nur der Begleiter“.

Auch Brel-Interpret Eckart Breitschuh hat einen Begleiter: Greg Baker nimmt am Piano Platz und freut sich auf das Konzert, weil „jede Vorstellung anders ist – das Publikum, die Atmosphäre, die Auswahl der Stücke“.

Weil die französischen Lieder des belgischen Chansonniers in deutscher Sprache vorgetragen werden, können die Gäste neben eindrucksvoller Betonung auch die Texte verstehen: „Mutter, lass das Beten sein, dein Sohn fährt in die Hölle ein, Lorraine ist wieder da!“, singt Breitschuh. Während „Heb' deinen Zwei-Zentner-Arsch und dann Marsch!“ etwas ordinär klingt, sind die Zuhörer auch von Begriffen wie „Cellulite-Bomber“ oder „Halbtagshure“ überrascht.

Aber nach wenigen Takten gehen sie gerne mit auf die hochemotionale Konzertreise von Sehnsucht, Liebesleid, Verrat, Vergeblichkeit und Euphorie. Einige Gäste haben Tränen in den Augen, andere lehnen sich im Laufe eines Stückes aneinander. Das nuancierte Zusammenspiel von Greg Baker und Eckart Breitschuh überzeugt ebenso wie die eindrucksvoll übertragenen Texte Brels.

Die Ambivalenz seiner Karriere lässt sich gut nachfühlen. So sagte der Belgier, der bis 1967 live auftrat und elf Jahre später starb: „Erst wollte man nicht, dass ich anfange zu singen. Dann wollte man nicht, dass ich aufhöre zu singen“. Zweiteres sehen seine oft leidenschaftlichen Fans noch heute so.

„Als ginge es mit dem Teufel zu, haben wir heute Abend auch eine CD dabei. Man hat uns dazu geraten“, witzelte Breitschuh. So konnte man sich eine üppige Portion Liebe, Leid, Melancholie und Verrat mit nach Hause nehmen.

Udo Waßmann aus Altwarmbüchen konnte Breitschuh und Baker sogar direkt mit dem Chansonnier vergleichen. Er hatte Jacques Brel live erlebt – auf der Bühne in Paris, und er besuchte das Brel-Museum. Die Darbietung im KulturKaffee verfolgte er aufmerksam. Im Gegensatz zu einer Berlinerin, die kommentierte: „Das ist aber vulgär, was Sie hier singen“, wusste Waßmann, dass Brels Texte „schmutzig, stark und zugleich sehr einfühlsam“ seien.

Während die Berlinerin beschloss, Brel lieber wieder in lieblich klingendem Französisch zu hören, freuten sich die meisten im Publikum über die gelungene Interpretation von Brels seiner Liederwelt, kongenial übersetzt von Eckart Breitschuh. Das Duo wurde mit kräftigem Applaus belohnt.

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Eckart Breitschuh singt Brels Texte auf Deutsch, Greg Baker begleitet ihn am Piano im voll besetzten Kaffee Rautenkranz

Quelle: PATRICIA CHADDE

Von PATRICIA CHADDE

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