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Gemeinde will das Crendelcenter überplanen

Isernhagen Gemeinde will das Crendelcenter überplanen

Das Crendelcenter in Altwarmbüchen soll überplant werden. Gleichfalls prüft die Gemeinde den Wunsch des Eigentümers, den dortigen Aldi-Markt auf eine Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern zu erweitern. Der Bauausschuss hat grünes Licht für die Aufstellung des Bebauungsplans gegeben.

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Noch gibt es für das Crendelcenter in Altwarmbüchen keinen Bebauungsplan. Das möchte die Gemeinde ändern.

Quelle: Carina Bahl

Altwarmbüchen. Die Gerüchteküche bei den Anwohnern brodelt schon länger: Wird das Crendelcenter etwa abgerissen und durch einen Bürokomplex ersetzt? Zieht gar der Aldi-Markt aus? Bereits 2015 hatte der Eigentümer nach dem Auszug des Reno-Schuhmarktes und der Filiale von Ernsting’s Family eine Neuausrichtung des kleinen Einkaufszentrums an der Ecke Krendelstraße/Hannoversche Straße angekündigt. Allerdings: So einfach wird das nicht werden.

Die Bauvoranfrage auf Umstrukturierung, die zwar keine Erweiterung der Gesamtverkaufsfläche von 2900 Quadratmetern des Zentrums beinhaltete, sondern vielmehr eine neue Aufteilung, musste die Gemeinde ablehnen. Darin hatte der Eigentümer den Wunsch formuliert, den Aldi-Markt auf 1200 Quadratmeter wachsen zu lassen und auch ein Modegeschäft um gut ein Drittel zu vergrößern. „An dieser Stelle ist großflächiger Einzelhandel laut Einzelhandelskonzept der Gemeinde aber nicht vorgesehen“, erklärt Bauamtsleiterin Heike Uphoff. Als großflächiger Handel gilt eine Größe von 800 Quadratmetern aufwärts.

Die Diskussion geht jetzt aber in eine zweite Runde: Denn der Aldi-Markt weist bereits jetzt eine Verkaufsfläche von 849 Quadratmetern auf – und diese Größe war 2001 auch genehmigt worden. Die Frage, die die Gemeinde jetzt mit Investor, Rechtsanwälten und der Region als Genehmigungsbehörde klären muss, lautet daher, ob im Crendelcenter bereits großflächiger Einzelhandel existiert – das Argument für die Ablehnung des Bauantrages daher unzulässig ist und die 1200 Quadratmer automatisch genehmigungsfähig sind.

Derweil hat der Investor eine Verträglichkeitsanalyse vorgelegt, die zu dem Ergebnis kommt, dass ein größerer Aldi-Markt keine Auswirkungen auf das Zentrum rund ums Rathaus hätte. Allein der Penny-Markt, der wie Aldi ein Discounter ist, könnte in einen stärkeren Wettbewerb geraten. „Die prognostizierten Umsatzverteilungen sind jedoch so gering, dass kein Marktaustritt zu befürchten ist“, heißt es im Gutachten.

Ein weiteres Problem, das sich unmittelbar anschließt, will die Gemeinde umgehend anfassen. Der komplette Bereich rund um das Crendelcenter – von Rossmann bis zu Fliesen Malik – mit einer Größe von rund 1,4 Hektar, ist nicht mit einem Bebauungsplan versehen. Alle Gebäude, die dort in den vergangenen Jahrzehnten errichtet worden sind, musstem daher stets nur die Maßgabe des Baugesetzbuches erfüllen, sich „in die nähere Umgebung einzupassen“. Dementsprechend schlägt die Gemeinde der Politik nun vor, einen Bebauungsplan aufzustellen. „Wir sehen uns in der Pflicht, diesen Bereich städtebaulich zu organisieren“, betont Uphoff. Zumal inzwischen diverse Läden und Dienstleister dort Quartier bezogen haben. Unvergessen ist auch die jahrelange Debatte mit den Anwohnern, die den Verkehrslärm vor ihrer Haustür bemängelten – und so eine Sackgasse an der Krendelstraße mit Pollern durchsetzten.

Über die Inhalte des Bebauungsplanes – sprich: was sich an dieser Stelle entwickeln darf und soll – werden die Politiker erst später diskutieren müssen. Im Aufstellungsbeschluss, den der Rat in seiner öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 9. Februar, ab 18.30 Uhr im Rathaus fällen soll, geht es vorerst nur um die Grundsatzentscheidung, überhaupt planerisch tätig zu werden. Der Bauausschuss hat dem bereits zugestimmt.

Planungsabteilung zieht Bilanz

Die Planungsabteilung der Gemeinde legt jährlich eine Bilanz ihrer geleisteten Arbeit vor. Kurzum: 2016 stiegen Aufwand und Beratungen erneut an. Insgesamt 24 Bauleitverfahren wurden vom siebenköpfigen Team betreut – ob für das Schulzentrum, das Hotel am See und den Freizeitpark in Kirchhorst, für das Einkaufszentrum in F.B. oder das Kirchengelände in K.B. 173 Bauanträge, 44 Bauvoranfragen und 31 Anträge auf Ausnahmen oder Befreiungen erreichten das Rathaus. Alle 14 Tage kommt die Bauaufsicht der Region für eine Sprechstunde in die Planungsabteilung – immer mehr Bürger nutzen das kostenlose Beratungsangebot. Eine Besonderheit bildete das Sanierungsgebiet „Zentrum Isernhagen“, in dem sich Eigentümer nun diverse Veränderungen an ihren Grundstücken genehmigen lassen müssen. „Bei so vielen Eigentumswohnungen im Gebiet ist das etwas Besonderes“, betont Bauamtsleiterin Heike Uphoff. Das belegen die Zahlen: Die Gemeinde musste seit August bereits 22 Anträge auf „sanierungsrechtliche Genehmigung“ bearbeiten.

Von Carina Bahl

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