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Ein differenzierter Blick

Isernhagen Ein differenzierter Blick

Die iranische Wissenschaftlerin Hamideh Mohagheghi ist eine geschätzte Rednerin. Mit ihrem Vortrag über Frömmigkeit endete das Ökumenische Seminar der Kirchengemeinden Isernhagen-Burgwedel.

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Mohagheghi redet über Frömmigkeit im säkularen Umfeld.

Quelle: Kerstin Hamann

Isernhagen K.B.. Drei Abende lang stand der Islam im Fokus der ökumenischen Diskussion. Der Andrang war immens, der Platz in den Gemeinderäumen reichte nicht aus. Vorsorglich zogen auch die Organisationen am Freitag vom Gemeindehaus in die Kirche St. Marien um. Allerdings blieb die Hälfte der Bänke unbesetzt.

Dabei war es ein Glücksfall, dass die Ökumene Hamideh Mohagheghi als Vortragende eingeladen hatte. Die Juristin und Islamische Theologin stammt aus dem Iran, emigrierte 1977 und ist Mitarbeiterin am Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften der Uni Paderborn.

In ihrem Vortrag „Frömmigkeit in einem säkularem Umfeld“ verdeutlichte Mohagheghi den Unterschied zwischen Glaube und Religion. „In Deutschland heißt es oft: Glaube ist Privatsache. Das wird oft falsch ausgelegt, dass der Glaube an der Garderobe abgegeben wird, wenn man das Haus verlässt.“ Sie verwies darauf, dass die fünf Säulen des Islams nur dafür da seien, sich die Grundlagen des Glaubens bewusst zu machen. Sie allein machten keine Frömmigkeit aus. „Frömmigkeit besteht darin, an Gott, den jüngsten Tag, die Engel, die Nächstenliebe zu glauben. Nicht an die Rituale - die stehen nicht an erster Stelle, sondern Solidarität und Nächstenliebe.“

Es gebe keinen Widerspruch zwischen dem Islam und den säkularen Werten, so wie es auch keine Widersprüchlichkeit gebe, als gläubiger Muslim in einer säkularen Umgebung zu leben. Beispiel Arbeitswelt/Schule: Darf ein Muslim sein Mittagsgebet gen Mekka durchführen? „Von muslimischer Seite ist es keine Sünde, die Gebete zu verschieben, wenn es am Arbeitsplatz nicht passt.“ Ähnlich verhalte es sich mit dem Fastenmonat oder den Essgewohnheiten. „Viele Sachen lassen sich pragmatisch lösen.“ Es bleibe der Gesellschaft nicht anderes übrig, als aufeinander zuzugehen, sich kennenzulernen und wertzuschätzen. „Das ist eine große Chance.“

In der anschließenden regen Diskussion wurden unter anderem die Attentate von Paris thematisiert. Dabei wurde Mohagheghi einmal mehr deutlich: „Der IS ist absolut unislamisch. Alle Grundprinzipien der Menschlichkeit und des Islams werden mit Füßen getreten.“

Von Kerstin Hamann

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