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Eine neue Dorfmitte für Kirchhorst?

Isernhagen Eine neue Dorfmitte für Kirchhorst?

Der Wunsch nach einem Treffpunkt im Dorf könnte für Kirchhorst in Erfüllung gehen: Investor Daniel Berkemeier plant, direkt neben der Feuerwehr eine neue Dorfmitte zu entwickeln – mit Gastronomie, Gemeinschaftsraum, kleiner Einkaufsmöglichkeit und einem Wohngebiet im Landhausstil.

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Am Ortseingang aus Neuwarmbüchen kommend, direkt neben der Feuerwehr, soll das Projekt "Dorfmitte Kirchhorst" einmal entstehen.

Quelle: Carina Bahl

Kirchhorst. „Wenn ich hier alt werden möchte, dann muss ich eben mitgestalten“, sagt Daniel Berkemeier zu seiner Motivation für das Großprojekt. Vor wenigen Jahren ist er mit seiner Familie nach Kirchhorst gezogen – „wir fühlen uns hier sehr wohl, aber es fehlt an vielem.“ Als Mitglied mehrerer Vereine sei es schade, sich immer einen neuen Ort suchen zu müssen, wo man sich treffen kann. Mit der Schließung der Gaststätte Zum Maikäfer hatte Kirchhorst seinen Dorftreffpunkt verloren. „Das lässt sich ändern“, ist Berkemeier überzeugt. „Und ich möchte das machen.“

Seit einem Jahr plant der selbstständige Unternehmensberater – jetzt stehen Finanz- und Zeitplan ebenso wie das Konzept. Auf der rund 1,7 Hektar großen Fläche östlich des Kirchhorster Feuerwehrgerätehauses möchte Berkemeier einen neuen Dorfplatz entwickeln – mit Dorfgemeinschaftshaus in einer Fachwerkscheune samt Gastronomie. In einer Remise sollen die Kirchhorster das finden, was ihnen seit einiger Zeit fehlt. „Ich könnte mir einen kleinen Bioladen vorstellen sowie eine Poststelle und einen Geldautomaten.“ Im südlichen Teil wiederum möchte der Investor bis zu 15 Wohnhäuser errichten – „im Landhausstil, der sich ins Dorfbild einpasst. Nichts Hochmodernes“, betont der 45-Jährige. Zudem könnten im östlichen Teil der Fläche Mehrfamilienhäuser entstehen – Mehrgenerationenwohnen, barrierefreie und seniorengerechte Räume „oder auch die kleine Wohnung für junge Paare“ sind dort für ihn denkbar. „Die Details stehen aber noch nicht fest. Da bin ich offen.“

Die Politik müsste für das Vorhaben die bauplanerische Grundlage schaffen. „Wenn ich grünes Licht bekomme, soll das ganze im Idealfall schon 2019 stehen“, nennt der Kirchhorster seinen Wunsch-Zeitplan. Die St.-Nikolai-Kirchengemeinde, die Eigentümerin der Fläche ist, hat er bereits auf seiner Seite: „Eigentlich wollten wir keine Flächen mehr für Wohnbebauung verkaufen“, sagt Klaus Gutsch vom Kirchenvorstand. „Aber mit diesem tollen Projekt hat Herr Berkemeier uns überzeugt.“ Man sei sich einig – per Handschlag seien Kaufabsicht und Zusage bereits vereinbart.

Die Feuerwehr wiederum, die momentan auf der Fläche übt, soll diese Möglichkeit auch weiterhin behalten, verspricht der Initiator: „Sie üben dann halt auf dem neuen Dorfplatz. Das passt gut.“ Auch der Weihnachtsmarkt und andere Feste könnten auf der Fläche eine neue Heimat finden.

Dass er mit seinem Konzept erst nicht-öffentlich und nur 20 Minuten später auch öffentlich im Ortsrat vorstellig wurde, ist für Berkemeier der richtige Weg: „Die Kirchhorster sind gebrannte Kinder“, weiß der 45-Jährige um die heftigen Diskussionen über Motocrosser, Wakeboardanlagen, Hotels und den Legehennenstall. Das möchte er möglichst vermeiden: „Das soll ein faires Projekt für das Dorf werden mit einem ganzheitlichen Ansatz.“ Um die Gerüchteküche nicht zu befeuern, stellte er daher kurzum die Idee zuerst dem Dorf vor, bevor im November die politische Debatte über den Bebauungsplan beginnen kann.

Von Carina Bahl

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