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Einzigartige Kiste überführt den Dieb

Isernhagen Einzigartige Kiste überführt den Dieb

Das Amtsgericht Burgwedel hat einen 29-Jährigen wegen schweren Einbruchdiebstahls in einer Sanitärfirma in Isernhagen zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt - ein einziges Indiz überführte ihn.

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Das Amtsgericht hat einen 29-Jährigen wegen eines schweren Einbruchdiebstahls verurteilt.

Quelle: Symbolbild

Isernhagen. Das Amtsgericht Burgwedel hat einen 29-Jährigen wegen schweren Einbruchdiebstahls in einer Sanitärfirma in Isernhagen zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt - ein einziges Indiz überführte ihn.

Von Carina Bahl

Isernhagen. Dass in seiner Garage in Wunstorf tatsächlich Material der Sanitärfirma zu finden war, für die er bis Dezember 2014 gearbeitet hatte, das gab der Angeklagte vor Gericht sofort zu: „Es waren Restmaterialien von Baustellen, die übrig geblieben waren. Und ich habe meinem Chef auch gesagt, dass er sie abholen kann.“

Sechs Monate nach der Kündigung wurde in eben dieser Isernhagener Firma, für die der Mann gearbeitet hatte, eingebrochen. Zwei Fenster waren aufgedrückt, aus dem Büro ein Laptop und aus dem Lager fünf Kupferrohre, ein Bohrhammer sowie eine Kiste mit Kupfer-Zubehörteilen, sogenannten Fittings, gestohlen worden. Der Schaden belief sich auf mehr als 1000 Euro.

Am Tag nach dem Einbruch taten die Mitarbeiter der Firma zufällig das, was der Exkollege sechs Monate lang angeboten hatte: Sie öffneten seine Garage in Wunstorf, um die restlichen Materialien abzuholen - und entdeckten dabei offenbar etwas vom Diebesgut: die Kiste mit den Kupfer-Fittings.

„Es gab immer nur eine einzige Kiste dieser Art in unserer Firma“, betonte der Meister-Monteur im Zeugenstand. Sie sei mit Fittings für die Gasrohre bestückt und per Hand beschriftet gewesen. Während der Angeklagte betonte, diese Kiste habe wie die anderen Materialien seit Dezember in seiner Garage gestanden, hielt der Monteur dagegen: „Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass wir davon nur eine hatten, und die haben wir auch nach Dezember fast täglich benutzt. Das kann also nicht sein.“

In der Tat versteiften sich Gericht und Staatsanwalt darauf, zu prüfen, ob diese Kiste einmalig in der Firma war - und damit ein klares Indiz dafür, dass der 29-Jährige der Einbrecher sein musste - oder eben nicht. Immerhin waren am Tatort keinerlei Finger- oder DNA-Spuren gefunden worden. Auch Zeugen fehlten. Die Antworten des Firmenbesitzers und seines Mitarbeiters waren jedoch schlüssig, ließen keinen Zweifel an der Einmaligkeit der Kiste zurück.

Der Antrag des Verteidigers auf Freispruch, weil ja auch ein Dritter diese Kiste hätte in die Garage legen können, verlief ins Leere. „Der große Unbekannte ist eine beliebte Strategie, aber absolut lebensfremd“, betonte Amtsrichter Michael Siebrecht. Vielmehr stelle sich die Frage, warum der Angeklagte so dumm gewesen sei, das Diebesgut neben die Restmaterialien zu packen, wenn er doch wusste, dass seine Kollegen vorbeikommen könnten. „Ganz einfach“, erklärte Siebrecht das Rätsel selbst. „Sie wussten nicht, dass es davon nur eine Kiste gab, und dachten, es wäre eine von vielen.“

Sechs Monate auf Bewährung standen am Ende im Urteil. Nicht zuletzt, weil der 29-jährige Familienvater bereits einschlägig wegen Diebstahls vorbestraft war. Zur Bewährungsstrafe kommen 150 Sozialstunden obendrauf. Der Mann blieb bei seiner Meinung: „Ich habe damit nichts zu tun.“ Rechtskräftig wurde das Urteil im Gerichtssaal daher auch noch nicht.

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