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Energiebewusstes Bauen als Pflicht?

Isernhagen Energiebewusstes Bauen als Pflicht?

Wie lassen sich Grundstückseigentümer von einer energieeffizienteren Bauweise überzeugen? Mit Druck oder mit Anreizen? Darüber war sich der Bauausschuss Isernhagen am Mittwochabend nicht einig.

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Der Bebauungsplanänderung, die der Gastronomie am Hufeisensee Erweiterungsmöglichkeiten verschafft, hat nach dem Ortsrat H.B. jetzt auch der Bauausschuss mehrheitlich zugestimmt.

Quelle: Martin Lauber

Isernhagen. Das Ziel ist das gleiche: Verwaltung und Politik wollen erreichen, dass in ihren Neubaugebieten energieschonend gebaut und so der Kohlendioxid-Ausstoß verringert wird - dem Klima zuliebe. Die Grünen hatten daher den Antrag gestellt, künftig einen Mindeststandard für Energieeffizienz in den Neubaugebieten festzulegen.

Das kann man tun - aber die Lösung ist es nicht unbedingt: „Letztlich kann der Bauherr beim Kauf sagen: ,Jawohl, das mach ich‘, und es am Ende doch lassen und eben eine Vertragsstrafe zahlen“, erklärte Bauamtsleiterin Heike Uphoff. Manchmal bedeute die Vertragsstrafe „Peanuts“ für Bauherren, wenn diese doch an anderen Stellen dafür sparen könnten. „Dann müssen wir die Vertragsstrafe derart anheben, dass es wehtut“, schlug Fabian Peters (Grüne) vor.

Mit der CDU war dieser Weg jedoch nicht zu beschreiten: „Wir sind auch für energieeffizientes Bauen, aber wollen nicht jedem Bauherren vorschreiben, wie er zu bauen hat. Das ist großer Aktivismus ohne Wirkung“, kritisierte Heinrich Bätke (CDU) den Vorschlag der Grünen. Seine Fraktion sei vielmehr dafür, die Anreize zu erhöhen. „Warum geben wir nicht 20 statt nur 10 Euro Rabatt pro Quadratmeter, wenn entsprechend energiesparend gebaut wird?“ Ulrich von Rautenkranz (FDP) ergänzte: „Wir wollen auch keinen zwingen, sich eine Schimmelbutze mit zu viel Dämmstoff bauen zu müssen.“ Möglichkeiten und Kosten einer erhöhten Förderung für energiesparende Neubauten soll die Verwaltung nun prüfen.

Dass der bisherige Anreiz der Gemeinde offenbar nicht ausreicht, hatte die Vermarktung der Grundstücke in der Wietzeaue in Altwarmbüchen gezeigt: Gerade einmal vier Bauherren hatten den „Energie-Rabatt“ von 10 Euro pro Quadratmeter in Anspruch genommen.

Erweiterung ja – aber was ist mit dem Müll?

Der Bebauungsplanänderung, die der Gastronomie am Hufeisensee Erweiterungsmöglichkeiten verschafft, hat nach dem Ortsrat H.B. jetzt auch der Bauausschuss mehrheitlich zugestimmt. Zwei Punkte waren den Politikern jedoch wichtig, um grünes Licht geben zu können – die Finanzierung und der Müll. Wenn die Besucher des Hufeisensees zuhauf Pommes-Pappschalen am Strand zurücklassen, ist es Aufgabe des Bauhofes, den Müll wegzuräumen. Die Gemeinde soll jetzt prüfen, inwieweit der Pächter des Seehauses für den Müll seiner Gäste in die Verantwortung genommen und er für Entsorgungskosten herangezogen werden kann. Der Ausschuss akzeptierte, dass die Gemeinde die Planungskosten übernimmt und der Pächter dafür eine vergleichbare Summe in die Beleuchtung des Parkplatzes investiert. „Aber das wollen wir schriftlich sehen“, betonte Heinrich Bätke (CDU).

Sanierungsgebiet: Gemeinde informiert Anlieger

Wie hoch werden die Ausgleichszahlungen sein, die Grundstückseigentümer im Sanierungsgebiet „Zentrum Isernhagen“ in ein paar Jahren an die Gemeinde zahlen müssen? Ist es fair, dass 99 Grundstücke ihre Wertsteigerung an die Kommune abgeben müssen und so die Sanierung mitbezahlen, obwohl das Zentrum für die ganze Gemeinde ist? Warum muss man sich Mietverträge und jede noch so kleine bauliche Veränderung im Sanierungsgebiet zusätzlich genehmigen lassen? All diese Sorgen und viel Unverständnis wurden in der Einwohnerfragestunde am Mittwochabend laut. Die Gemeindeverwaltung zeigte Verständnis: „Für uns ist das alles auch neu“, betonte Bauamtsleiterin Heike Uphoff – aber wer Fördergelder in Anspruch nehme, müsse sich auch an die vielen Regularien und Gesetze halten. Und diese sehen die Festlegung eines Sanierungsgebietes vor. Das habe aber auch Vorteile für die Anlieger: „Sie können für bauliche Veränderungen Fördergelder bekommen“, betonte Uphoff. Kosten und Zahlen könne die Gemeinde definitiv noch nicht beziffern. Ende November soll es eine Anliegerversammlung geben, in der die Verwaltung und der Sanierungsträger die Fragen der Betroffenen beantworten. Über die Höhe der Zahlungen wird es aber auch dann noch keine Auskunft geben können: Ein externer Gutachter-Ausschuss, in dem die Gemeinde nicht vertreten ist, wird den Ist-Wert der Grundstücke bestimmen – und das nach Abschluss der Sanierung wiederholen. „Erst dann lässt sich etwas Konkretes sagen“, so Uphoff.

von Carina Bahl

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