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Erst der Mensch, dann der Rollator

Isernhagen Erst der Mensch, dann der Rollator

Beim Regiobus-Mobilitätstraining in Isernhagen H.B. konnten Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator am Donnerstagnachmittag ohne Zeitdruck das Ein- undAussteigen üben.

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Mustapha Berchid übt mit Waltraud Scholz das sichere Aussteigen.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen H.B.. Für Peter Hannig kommt das Angebot der Regiobus wie gerufen: "Mit dem Rollstuhl bin ich noch nie mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren“, verrät der Wettmarer – brauchte er auch nicht, denn bisher habe er noch immer jemanden gefunden, der ihn mit dem Auto gefahren habe. "Aber man möchte ja doch selbstständig sein“, sagt Hannig.

Hilfestellung hat dem Wettmarer und anderen mobilitätseingeschränkten Menschen gestern das Verkehrsunternehmen Regiobus gegeben. Beim Mobilitätstraining in H.B. konnten Rollstuhlfahrer, Personen mit Rollatoren und Sehbehinderte ohne Zeitdruck das Ein- und Aussteigen sowie das richtige Verhalten im und am Bus üben – besonders diejenigen, die sich bisher nicht getraut hatten, mit dem Bus zu fahren. Die beiden Busse vor Ort waren mit Rampen und Niederflurtechnik ausgestattet, Mitarbeiter beantworteten Fragen und gaben Tipps.

"Der klassische Fehler ist, dass fast jeder erst seinen Rollator rausbringt – und dann zieht der schwere Gehwagen einen weg“, stellt Busfahrer Mustapha Berchid immer wieder bei seinen Fahrten fest. Dabei sei der Rollator zwar draußen eine Stütze, nicht aber im und am Bus.

Wie das Aussteigen sicherer funktioniert, zeigte er gemeinsam mit seinen Kollegen unter anderem der H.B.erin Waltraud Scholz: langsam rückwärts zur Tür, den Rollator mit der Bremse sichern, sich dann an der Stange neben der Bustür festhalten vorsichtig aussteigen und erst dann den Gehwagen nachholen. "Bringen Sie erst sich in Sicherheit und dann den Wagen“, lautete der Rat. Dass das nicht immer ganz einfach ist, war aber auch zu hören: Manche Busfahrer hielten einfach zu weit weg vom Bordstein, kritisierte eine Frau. "Und dann muss man direkt in die Pfützen aussteigen.“

Doch auch im Bus gibt es für mobilitätseingeschränkte Menschen Probleme. Leider stünden viele Fahrer unter Zeitnot, würden zu ruppig anfahren – "da bin schon ich schon mal hingeflogen“, berichtete eine andere Frau. Zudem sei der Gang im Bus für ihren Rollator zu eng, so dass sie nicht zum Fahrscheinentwerter komme. Fahrer Mustapha Berchid kennt das Problem, weiß, dass Fahrgäste dann auf die Hilfe anderer angewiesen sind. „Und ich würde ihr auch helfen.“

Von Frank Walter

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