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„Es geht nicht um eine One-Man-Show“

Isernhagen „Es geht nicht um eine One-Man-Show“

Ein wenig Übung braucht Fabian Gartmann noch: Heißt es Niedernhägener oder Niedernforster? Bauernschaft oder Bauerschaft? Aber all das sei dem 30-Jährigen verziehen, kam doch seine Berufung auf die zweite Pfarrstelle der St.-Marien-Gemeinde mehr als spontan.

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Der neue Pastor auf der Empore der St.-Marien-Kirche: Fabian Gartmann in seinem neuen „Büro“.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. „Am 21. Mai habe ich Bescheid bekommen, jetzt ziehe ich gerade nach N.B. um“, sagt Fabian Gartmann. Auf seine erste richtige Pfarrstelle freut er sich nach seinem Gemeindevikariat in Hildesheim und zuletzt einem Jahr in der Öffentlichkeitsarbeit der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche sehr. „Pastor zu werden, hatte ich mir zu Beginn meines Studiums nicht vorstellen können“, gibt Gartmann zu. Aber jetzt sei er bereit, diese Aufgabe anzunehmen. Mit seiner „Residenzpflicht“ in Isernhagen ist er ebenfalls glücklich: „Es ist richtig idyllisch hier, und dennoch ist die Infrastruktur gut.“ Auch die wunderschöne St.-Marien-Kirche nennt er gern künftig sein „Büro“: „So ein traditioneller Gottesdienstraum ist Neuland für mich, vorher war ich in einem Siebziger-Jahre-Gemeindezentrum tätig.“

Dass er frischen Wind in die Gemeinde bringen wird, daran lässt der erste Eindruck schon keinen Zweifel: „Aber alles umkrempeln möchte ich nicht. Eine Revolution allein um der Revolution willen ist nicht mein Ding“, sagt der 30-Jährige. Vorrangig wolle er jetzt erst einmal seine Gemeinde kennenlernen - vom Beobachterposten aus. Wenn außergewöhnliche Gottesdienste gewünscht seien, habe er diese in petto. Wenn nicht, dann gehe er auch gern auf andere Bedürfnisse seiner Gemeindemitglieder ein.

Dass ein Theologie-Studium heutzutage eher eine ungewöhnliche Wahl ist, weiß Gartmann: „Da muss man sich bei Studierenden anderer Fächer auf WG-Partys durchaus schon einmal erklären“ beschreibt er seine Erfahrungen und lacht. Aber für ihn gehörte Kirche immer mit dazu: „Wenn andere auf dem Fußballplatz waren, war ich in der Kirche aktiv.“ Nach der Konfirmation war er verstärkt in der Jugendarbeit tätig, immer dort, wo Hilfe gebraucht wurde. „Außerdem hatte ich vor dem Abi einen interessanten Religionsunterricht.“ Interessant, das heißt für Gartmann streitbar. Atheistische und philosophische Überlegungen in die Diskussion über den Glauben mit einzubringen, hat ihn gereizt - das Gespräch über Religion tut es heute noch. „Mathe hat klare Formeln, die alle gleich anwenden“, begründet Gartmann seine Berufswahl. „Religion nimmt die persönlichen Erfahrungen in den Blick.“ Zwar gebe es auch in der Theologie richtig und falsch, aber in religiösen Dingen sei der Mensch selbst gefragt - mit seinen Vorstellungen, Ansichten und Gefühlen.

Musikbegeisterter Pastor

Darf man einen Pastor fragen, welche seiner Aufgaben ihm am meisten abverlangt? Gartmann schon: „Eine besondere Herausforderung sind für mich Beerdigungen. Da ist Handwerk gefragt“, sagt der 30-Jährige. „Die Rolle des Pastors ist dabei klar definiert: Zuhörer, Seelsorger und Trostspender. Da muss man aufzeigen, was der Glaube geben kann.“ Die Rolle eines Pastors definiert Gartmann für sich deutlich: „Es geht nicht um eine One-Man-Show auf der Kanzel.“ Vielmehr wünsche er sich viel Zusammenarbeit in der Gemeinde, feierliche Gottesdienste, die zur Interaktion aufrufen. Wenn das funktioniert, brauche auch niemand Angst vor leeren Kirchenbänken zu haben. „Das braucht aber alles seine Kennenlernzeit, bis der Nerv der Gemeinde getroffen ist.“

Was der Isernhagener über den neuen Pastor noch wissen muss, der an Karsten Henkmanns Seite tritt? „Ich bin absolut musikbegeistert und besuche gern Festivals“, sagt Gartmann. Dabei dürfe es auch gern lauter und rockiger sein. „Ein kräftiger Elektro-Beat gefällt mir ebenso wie Orgelmusik von Bach.“ Eine weitere Leidenschaft gehört seiner neuen Küche: „Ich liebe es zu kochen, auch wenn mein Stil hoch experimentell ist.“

Von Carina Bahl

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