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Politik sucht Lösungen für Hortplatz-Mangel

Isernhagen Politik sucht Lösungen für Hortplatz-Mangel

Was lässt sich gegen die fehlenden Hortplätze in Isernhagen langfristig wie auch kurzfristig tun, um Eltern zu entlasten? Mit dieser Frage beschäftigen sich aktuell alle Fraktionen und haben unterschiedliche Lösungen im Blick.

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Für viele Eltern ist es eine große Herausforderung: Mit Beginn der Grundschulzeit kommen die Kinder schon mittags nach Hause, obwohl sie im Kindergarten noch bis 16 Uhr betreut worden sind. Ein Hortplatz kann die Lösung sein – wenn man ihn bekommt.

Quelle: Symbolbild

Isernhagen. Frauen, die unter Tränen erfahren, dass ihr Kind keinen Hortplatz bekommen hat. Mütter, die ihre Jobs kündigen müssen, weil der Nachwuchs ab Sommer mittags wieder vor der Tür steht. Familien, die in Ausschüssen klar machen, dass sie kein Verständnis dafür haben, dass man sie nach verlässlichen Betreuungszeiten in Krippen und Kindergärten mit Beginn der Schulzeit plötzlich im Stich lässt. All das haben Isernhagens Politiker in den vergangenen Tagen erlebt. „Wir müssen den Müttern helfen“, betonte Christiane Hinze (FDP) im Finanzausschuss – und fand fraktionsübergreifend Zustimmung dafür. Doch wie?

Die SPD hatte beantragt, zumindest in Altwarmbüchen, wo der Bedarf am wenigsten gedeckt werden kann, einen Container für weitere 20 Hortplätze aufzustellen. 330 000 Euro rechnete die Verwaltung für Anschaffung und Personal vor, würde diese Investition umfassen. „Ich warne davor, in diesem freiwilligen Bereich investiv tätig zu werden“, mahnte Bürgermeister Arpad Bogya angesichts des Haushaltsdefizits, des nicht vorhandenen Rechtsanspruches auf Hortplätze und der Wahrscheinlichkeit, dass so auch in den anderen Ortsteilen Begehrlichkeiten geweckt werden könnten. „Aber ich weiß, dass das ein politisch wichtiges Thema ist, das Druck ausübt.“

Die Gemeinde müsste aber bauen oder Container aufstellen, um weitere Hortplätze zu schaffen, weil eine Nutzung von Klassenräumen laut Kindertagesstättengesetz (KiTaG) nicht zulässig ist. Eine Doppelnutzung wird ausgeschlossen – obwohl die Räume ab Mittag leerstehen. Die FDP möchte daher jetzt vom Rat eine Resolution beschlossen haben, die die Landesregierung auffordert, das KiTaG dahingehend zu ändern, dass eine Hortbetreuung in Klassenräumen möglich wird. „Dann bräuchten wir nur das Personal zu finanzieren“, hatte auch Heinrich Bätke (CDU) im Finanzausschuss den Vorteil erklärt. Weitere Hortplätze wären dann recht schnell realisierbar.

Des Weiteren soll die Verwaltung andere Lösungen prüfen: Könnten Räume für die Hortbetreuung in der Nähe der Grundschulen angemietet und umgebaut werden? Könnte die Nachmittagsbetreuung der Volkshochschule bis 16 Uhr ausgedehnt werden, um Eltern ohne Hortplatz zu entlasten? „Ich zweifele auch die hohen Kosten an“, betonte Hans-Edgar Ojemann (SPD). Wenn sich gebrauchte Container finden ließen oder gar welche angemietet würden, müssten die Kosten geringer ausfallen. Die Grünen fordern zudem, dass die Verwaltung die gemeindeweite Einführung von Ganztagsgrundschulen stärker vorantreiben soll. Das ist die langfristige Lösung der Hortproblematik, die auch Bogya vorzieht. „Allerdings müssen die Schulen endlich mitspielen“, betonte er. Er wisse, dass Nachbarkommunen sehr viel weiter in der Einführung der Ganztagsschulen seien. Bätke (CDU) wiederum verteidigte auch die ablehnende Haltung einiger Lehrer und Schulleiter: „Es hilft nichts, mehr Lehrerstunden für den Ganztagsbetrieb zu bekommen, wenn sich dafür einfach kein Personal findet.“

Von Carina Bahl

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