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RadHus reaktiviert 250 Fahrrad-Oldtimer

Isernhagen RadHus reaktiviert 250 Fahrrad-Oldtimer

Das Radhus, die Fahrradwerkstatt des Helfernetzwerkes Isernhagen, hat schon 250 Räder für Flüchtlinge wieder in Schuss gebracht.

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Der Syrer Khalid Alraee verstärkt seit Monaten das RadHus-Team.

Quelle: Laura Ebeling

Isernhagen K.B.. In einer unauffälligen Garage an der Dorfstraße 10 in K.B. ist einmal in der Woche richtig was los: Jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr treffen sich dort Flüchtlinge. Warum? Die Antwort hängt im Dutzend unter der Decke: Fahrrad-Oldies – mehr oder weniger fahrbereit.

Das RadHus, die Fahrradwerkstatt des Helfernetzwerkes Isernhagen, ist für viele Zufluchtsuchende zum Treffpunkt geworden. Nicht nur als Schrauber kommen sie her. Wer kann, hilft auch als Dolmetscher. "So holt man die Jungs von der Straße runter", sagt Ernst Körner. Er ist gemeinsam mit Bert Schröter Herr über Schraubenzieher und -schlüssel. Die Mannschaft des RadHus hat es in neun Monaten geschafft, mehr als 250 Fahrräder fahrtüchtig zu machen und sie an Flüchtlinge zu verteilen, auch dank der Unterstützung mehrerer arabischer Helfer.

Bei fünf Fahrrädern liegt zurzeit der Fahrrad“umsatz“ pro Woche. In der Anfangszeit waren Angebot und Nachfrage größer, jetzt wird nur noch während der Öffnungszeiten gearbeitet. Aber während dieser zwei Stunden ist immer etwas zu tun – und das spielt dem Syrer Khalid Alraee in die geschickten Hände. In seiner Heimat hatte der 33-Jährige eine mechanische Werkstatt mit zwölf Mitarbeitern. Seit vier Monaten meistert er mit dem RadHus-Team die diffizilsten Reparaturen.Eigentlich wollte Alraree nur sein Fahrrad abholen. Doch seine Betreuerin machte sich für eine Probezeit in der Werkstatt stark – und heute "ist er besser als jeder einzelne von uns", verrät Körner.

Dass mittlerweile alle gespendeten Fahrräder angenommen werden können, ist dem Umstand zu verdanken, dass das bisherige Zwei-Stunden-Limit für Reparaturen gekippt wurde. Jetzt fallen zwar mehr unbrauchbare Teile an, aber dafür gibt es neuerdings eine Vereinbarung mit einem Schrotthändler.

Gleichzeitig müssen aber auch viele Ersatzteile dazu gekauft werden: Beleuchtung, Bereifung, Schaltungen. Das Kunststück der RadHus-Mannschaft besteht darin, jede Reparatur im Durchschnitt für nur vier Euro hinzukriegen. Sach- und Geldspenden werden trotzdem gebraucht: Vor allem an Kindersitzen, Helmen und Fahrradanhängern mangelt es. Mehr Informationen gibt es im Internet unter helfernetzwerk-isernhagen.de.

Von Laura Ebeling

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