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drängt Radler

Isernhagen Fahrverbot:
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600 Euro Strafe und ein Monat Fahrverbot: Das Amtsgericht Burgwedel hat jetzt einen Busfahrer wegen versuchter Nötigung eines Radfahrers in Isernhagen H.B. verurteilt.

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Auf diesem Abschnitt der Burgwedeler Straße hat der Busfahrer den Radfahrer genötigt. Die Beschilderung stellt es Radfahrern frei, die Straße oder aber den Fußweg zu nutzen.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen/Burgwedel. Die Fahrt in den Feierabend endete für einen Mann aus Isernhagen mit einer Hetzjagd: Im Oktober befuhr er mit seinem Fahrrad die Burgwedeler Straße in Richtung Zentrum, als hinter ihm ein Bus anfing zu hupen. "Ich habe erst gar nicht verstanden, warum“, schilderte der 48-Jährige im Zeugenstand. Ab der Kreuzung Sieversdamm wurde es dem Radler dann klar: "Der Busfahrer gestikulierte wild, hupte durchgehend und wollte mich von der Straße haben.“ Über mehr als 200 Meter habe der Bus einen Abstand von nur maximal zwei Metern gehalten. „Ich habe schon von Tempo 26 auf 32 erhöht, um ihm einen Gefallen zu tun“ – sein Tacho habe ihm das angezeigt. „Aber er fuhr immer weiter auf.“

Die Frage des Richters, warum er nicht einfach auf den Fußweg gewechselt sei, der für Radfahrer doch freigegeben sei, konnte der Zeuge logisch beantworten: "Die Straße war regennass, und selbst beim abgesenkten Bordstein hätte ich bremsen müssen. Das habe ich mir nicht getraut.“ Zudem wollte er sich nicht verdrängen lassen: "Ich darf da schließlich fahren.“ Erst an der Bushaltestelle am Einkaufszentrum, als der Bus anhielt, habe sich die Situation entspannt. "Das war brandgefährlich“, hielt Amtsrichter Michael Siebrecht dem angeklagten Busfahrer vor. Dieser wiederum war sich keiner Schuld bewusst – wollte sich gar nicht an die konkrete Situation erinnern können. Der Dienstplan und der Fahrtenschreiber überführten ihn aber zweifelsfrei.

"Es gibt immer wieder Ärger mit Radfahrern, das ist alltäglich für uns Fahrer“, sagte er zu seiner fehlenden Erinnerung aus – und traf damit genau die falschen Worte. "Wenn Sie so etwas als alltäglich und nicht besonders empfinden, dann müssen wir erst recht dafür sorgen, dass Sie sensibler bei dem Thema werden“, betonte Siebrecht. Dass der 43-Jährige überhaupt Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt hatte, der ihm "nur“ eine Spende in Höhe von 400 Euro an die SOS-Kinderdörfer gekostet hätte, verstehe niemand im Gerichtssaal.

Ein Zurück, wie es der Verteidiger sich gewünscht hätte, gab es jedoch nicht. "Jeder macht mal Fehler, aber wenn Sie die nicht einsehen, dann muss ein Urteil her“, so Siebrecht. Die 600 Euro Strafe und einen Monat Fahrverbot nahm der Familienvater aus Angst um seinen Job unter Tränen entgegen. "Nehmen Sie ihre Verantwortung künftig ernster“, mahnte der Richter.

Rechtslage: Radfahrer dürfen frei wählen

Das blaue Verkehrszeichen 239, auf dem Mutter und Kind Hand in Hand gehen, beschildert im Allgemeinen reine Fußwege. Befindet sich darunter allerdings der Hinweis "Radfahrer frei“, haben Radler die freie Wahl. Sie können dann berechtigt den Fußweg mitbenutzen – allerdings nur in Schrittgeschwindigkeit und mit besonderer Rücksicht auf die Fußgänger. Gleichzeitig besteht für sie aber auch die Möglichkeit, auf der Straße neben den Autos gleichberechtigt zu fahren – eine Benutzungspflicht stellt der Fahrradschild für den Fußweg also nicht dar.

Von Carina Bahl

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