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Flüchtlinge sollen in Ex-Soccerpark

Altwarmbüchen Flüchtlinge sollen in Ex-Soccerpark

Die Kapazitäten sind ausgeschöpft: Weil die Gemeinde Isernhagen allein bis Mitte des Jahres mit mehr als 600 zusätzlichen Flüchtlingen rechnet, sollen mobile Wohneinheiten für insgesamt 180 Personen an zwei Standorten in Altwarmbüchen aufgebaut werden.

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Auf dem ehemaligen Soccerpark-Gelände am Altwarmbüchener See sollen mobile Wohneinheiten entstehen.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen. „Das gefällt uns wirklich nicht und war auch nie das Ziel“, betont Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya. Dennoch sehen er und sein Team im Rathaus keine Alternative mehr. „Am Dienstag wurde uns mitgeteilt, dass die Region allein bis zum Sommer mit 10 000 Flüchtlingen rechnet. Das macht unterm Strich gut 600 für Isernhagen“, rechnet Bogya vor. „Wo sollen wir sie sonst unterbringen?“

Die geplanten beiden Unterkünfte in F.B. am Lohner Weg und an der Varrelheide in Altwarmbüchen werden frühestens im dritten Quartal fertig - und mehr als 80 bis 90 Flüchtlinge werden dort kein Zuhause finden. Weiterhin mietet die Gemeinde jede Wohnung an, die sie findet - aber der Markt ist fast leer. „Wir müssen jetzt schnell reagieren“, so Bogya.

Und so sieht diese Reaktion aus: Die Gemeinde plant jetzt erstmals mit mobilen Wohneinheiten. „Wir stellen uns Holzmodule vor, die familienfreundlich mehrere Räume haben und keine Ein-Mann-Zellen sind“, beschreibt es Bogya. „Am liebsten aus der Region“.

Zwei Standorte hat die Kommune dafür bereits ausgewählt: Auf dem Gelände des ehemaligen Soccerparks an der Seestraße neben dem TuS Altwarmbüchen sollen Wohneinheiten für 80 bis 100 Flüchtlinge entstehen. „Das sind sehr viele, das wissen wir“, sagt Bogya. Ein Sicherheitsdienst soll für Ordnung sorgen. Zusätzlich sucht die Gemeinde nach einem passenden Betreiber, der auch die Sozialarbeit übernehmen wird. „Als Beispiel wären das DRK oder die Johanniter denkbar.“ Die Sozialarbeiter der Gemeinde gerieten längst an ihre Grenzen: „Wir schaffen das nicht mehr, und der Markt an Sozialarbeitern ist leer“, betont der Bürgermeister. Wenn alles gut läuft, die Fläche schnell von der Brandruine befreit und entwässert werden kann, könnte laut Verwaltung die Unterkunft auf dem 3500 Quadratmeter großen Areal im Sommer bezugsfertig werden.

Als zweiten Standort hat die Gemeinde sich - ebenfalls in Altwarmbüchen - für die Grünfläche an der Ecke In den Gärten/Opelstraße neben der kleinen Pumpstation entschieden. Auf gut 2100 Quadratmetern könnten dort eingeschossige Wohnmodule für 60 bis 80 Flüchtlinge einen Platz finden.

„Beide Grundstücke sind bereits erschlossen und haben eine gute Infrastruktur“, sagt Bogya zur Auswahl der Standorte. Zudem seien in Altwarmbüchen aktuell nur 40 der 330 in der Gemeinde lebenden Flüchtlinge untergebracht. Die beiden mobilen Unterkünfte werden die größten in Isernhagen sein - bisher waren 40 Personen das Maximum.

Zwar werden die mobilen Wohneinheiten im Vergleich zu den geplanten Massivbauten, die als Sozialwohnungen nachgenutzt werden sollen, der Gemeinde einen zeitlichen Vorteil verschaffen, aber: „Wenn die vielen Flüchtlinge kommen, bevor wir die Module haben, werden wir definitiv Übergangslösungen brauchen“, macht Bogya klar. Die Belegung von Turnhallen dürfte dann auch kein Tabu mehr sein. „Anders lässt sich das vielleicht nicht bewältigen.“

Bürger dürfen Fragen stellen

Wie viele Flüchtlinge werden es wirklich werden? Wie will die Gemeinde für eine ausreichende Betreuung und anhaltende Sicherheit sorgen? Wie lässt sich den vielen Neuankömmlingen helfen? „Die Altwarmbüchener werden viele Fragen haben – und das zurecht“, sagt Bürgermeister Arpad Bogya. Die Gemeinde möchte – soweit schon möglich – auch die passenden Antworten liefern. Für Dienstag, 2. Februar, sind daher alle Bürger ins Rathaus in Altwarmbüchen eingeladen, um mit Verwaltung und Politik ins Gespräch zu kommen. Die Informationsveranstaltung beginnt um 18 Uhr im Ratssaal. Direkt im Anschluss tagt dort der Ortsrat Altwarmbüchen.

Von Carina Bahl

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