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Flüchtlingsheim wird kleiner

Isernhagen F.B. Flüchtlingsheim wird kleiner

Aufatmen bei den Kritikern in Isernhagen F.B.: Wie Bürgermeister Arpad Bogya im Rat verkündete, nimmt die Gemeinde nun doch Abstand von dem Plan, 54 Flüchtlinge am Lohner Weg unterzubringen. Vorerst soll dort jetzt nur ein Haus entstehen - für maximal 36 Menschen.

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Marco Witt (rechts) übergibt Bürgermeister Arpad Bogya die Unterschriftenlisten gegen die geplante Unterkunft für 54 Flüchtlinge in Isernhagen F.B.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen F.B.. Das Thema hat ganz Isernhagen in den vergangenen Wochen bewegt: Der ursprüngliche Plan der Gemeinde sah vor, auf einem Grundstück am Lohner Weg in F.B. zwei Gebäude zu errichten, in denen Ende des Jahres 54 Flüchtlinge ein Zuhause finden sollten. So viele Flüchtlinge an einer Stelle im kleinsten Ortsteil? Die einen demonstrierten mit umstrittenen Flyern gegen das Vorhaben, von anderen wurden Solidaritätsbekundungen laut und der Aufruf zur Mitmenschlichkeit. Bürger stürmten zuhauf mit ihren Fragen und Sorgen die politischen Sitzungen.

„Wir sind wirklich nicht gegen Ausländer“, betonte Marco Witt, der am Donnerstagabend stellvertretend für zahlreiche Anwohner eine Unterschriftenliste im Rat überreichte. „Aber so viele Flüchtlinge an einer Stelle - wir glauben nicht, dass das mit der Integration funktionieren wird.“

Die überraschende Nachricht folgte auf den Fuß: „Wir haben verwaltungsintern intensiv überlegt, ob sich an der Planung etwas ändern lässt. Die Zahl 54 ist einfach massiv“, sagte Bogya. „Und auch wenn wir damit jetzt ein Risiko eingehen: Wir werden vorerst nur ein Gebäude bauen und dort maximal 36 Flüchtlinge, aber mit der gleichen Betreuung, unterbringen.“ Die Option auf ein weiteres Haus halte man sich jedoch offen: „Wenn der Druck steigt, wird es wohl keinen anderen Weg geben.“

Bis Ende des Jahres soll die neue Unterkunft stehen. „Danach werden wir über Altwarmbüchen sprechen“, sagte Bogya. Der Rat hat am Donnerstag auch grünes Licht für eine Unterkunft an der Varrelheide gegeben. Wie groß diese ausfallen wird, stehe noch nicht fest.

Die Bürger aus F.B. dankten der Verwaltung für diesen Kompromiss mit Applaus. „Ich hoffe sehr, dass damit Ihre Bereitschaft steigt, die Menschen positiv aufzunehmen“, erwiderte der Bürgermeister. „Denn eines darf man nicht vergessen: Das bedeutet jetzt auch Kosten. Kleiner zu bauen, heißt im Kern, teurer zu bauen.“

Von Carina Bahl

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