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Flüchtlingshelfer lassen das R rollen

Isernhagen F.B. Flüchtlingshelfer lassen das R rollen

Dass Erwachsene sich fortbilden und noch mal die Schulbank drücken, ist an sich ja nichts Ungewöhnliches. Wenn der Lehrer aber ganz rechts an der Tafel zu schreiben beginnt und dann statt Buchstaben allerlei Striche, Punkte und Kringel in Kreideschrift erscheinen, ist irgendetwas anders als sonst.

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Nagy Malek unterrichtet in der Begegnungsstätte in F.B. Arabisch - und freut sich über die Wissbegierde seiner Zuhörer.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen. „Das ist kein Fehler von mir, das ist richtig so“, scherzte Nagy Malek zu Beginn der Arabisch-Schnupperstunde in der Begegnungsstätte in F.B. über die ungewohnte Schreibrichtung. Nicht nur der Unterricht, auch Maleks Zuhörerkreis war besonders - waren es doch Ehrenamtliche, die sich um Flüchtlinge kümmern und die Arabisch sprechenden Neuankömmlinge künftig mit ein paar netten Worten in vertrauter Sprache in Isernhagen begrüßen wollen.

Organisiert hatte den bereits zweiten Schnupperunterricht das Helfernetzwerk Isernhagen. Das Interesse sei riesig gewesen, sagte Beate Roßbach, die selbst seit zwei Jahren Arabisch lernt und ihren Lehrer vom Bildungsverein für die Schnupperstunde nach Isernhagen gelotst hatte. Ein paar Worte zur Begrüßung könnten viel bewirken, ist die Sprecherin des Helfernetzwerkes überzeugt.

Und so versuchte sich mehr als ein Dutzend Zuhörer an den Eigenarten des Arabischen - an sechs verschiedenen S-Lauten, dem rollenden R, tiefen Kehllauten und anderen Zungenbrechern. Sogar kurze Gespräche waren - dank reichhaltiger Vokabelzettel - schon nach einer halben Stunde möglich. Die ungewohnten Worte sorgten für Heiterkeit - auch der Einwurf des gebürtigen Ägypters Malek, dass „Arabisch doch viel leichter als Deutsch zu lernen“ sei.

Den guten Tag wünscht man mit „Niharak Saaid“

Arabische Ausdrücke und Redewendungen für Deutsche erfassbar zu machen ist gar nicht so leicht. Nagy Malek hat deshalb in etlichen Jahren Erwachsenenbildung für Volkshochschule und Bildungsverein seine eigene Lautschrift entwickelt. Wer auf Arabisch grüßen möchte, sagt statt „Hallo“ oder „Willkommen“ besser „Mar7aba“, wobei die „7“ bei Malek für einen kehligen „ch“-Laut steht. Der Begriff für das förmlichere „Guten Tag“ lautet „Niharak Saaid“, am Morgen wünscht man „Saba7 el Khair“. Wer sich bedanken möchte, liegt mit dem Wort „Schukran“ richtig, das „Bitte“ zur Entgegnung „Min Fadlik“. Bei der Vorstellung tut es ein „Anna, Ißmi ...“ („Ich heiße ...“), gefolgt vom Namen. „Madrassa“ lautet der Begriff für „Schule“, „S:adieq“ mit dumpfem „s“ heißt „Freund“. Nicht nur Kinofreunden dürfte „’aßlamu 3alaikum“ vertraut sein – „der Friede sei über Euch“ ist ein oft gehörter Ausspruch in der arabischen Welt.

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Von Redakteur Frank Winternheimer

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