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Fluglärmmessstation ist neu kalibriert

Isernhagen Fluglärmmessstation ist neu kalibriert

Die Fluglärminitiative Isernhagen-Kirchhorst will Vorwürfe entkräften, dass ihre eigene Lärmmesstation keine validen Daten aufzeichnet. Seit Anfang Juli ist das Gerät offiziell kalibriert.

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Kleines Röhrchen mit Mikrofon: Die Messstation auf dem Dach von Siegfried Lemke misst alle lauten Geräusche. Im Abgleich mit den Daten der Deutschen Flugsicherung kann im Nachhinein bestätigt werden, ob es sich um ein Flugzeug handelt.

Quelle: privat

Isernhagen. Nach Auskunft des Sprechers der Initiative, Siegfried Lemke, ist es dank einer Geldspende des Umweltschutzvereins in Isernhagen und Umgebung möglich geworden, das Gerät von einer Fachfirma prüfen und justieren zu lassen. Dies sei vor Kurzem geschehen. "Jetzt ist die Messstation wieder in Betrieb", freut sich Lemke. In der Vergangenheit hatten Flughafen-Befürworter die Glaubwürdigkeit der Kirchhorster Messdaten immer wieder infrage gestellt.

Mithilfe der Messstation wollen die Mitglieder der Isernhagener Initiative nachweisen, wie sehr der Lärm der Nachtflüge zum und vom Langenhagener Airport die Anwohner belastet. Lemke zufolge sind es aktuell etwa 12.000 Flugzeuge im Jahr, die in der Nacht in Hannover starten und landen. Der Airport Hannover-Langenhagen gehört zu den wenigen Flughäfen in Deutschland, die einen 24-Stunden-Betrieb anbieten. "In Hamburg und Bremen gibt es beispielsweise Nachtflugverbote", sagt Lemke.

Das Messgerät - ein in einer Röhre integriertes Mikrofon - auf dem Dach von Lemkes Haus zeichnet rund um die Uhr den Umgebungslärm auf und sendet die Daten an den Server des Vereins Deutscher Fluglärmdienst (DFLD) in Frankfurt. Dort findet ein Abgleich mit den Daten der Deutschen Flugsicherung statt. Mit einer Verzögerung von zwei Tagen kann so ermittelt werden, ob es sich bei den Lärmspitzen tatsächlich um ein Flugzeug gehandelt hat. Die Ergebnisse der Messstation werden auf der Internetseite dfld.de veröffentlicht - Anwohner können dort mit einem Klick auf den als störend empfundenen Flug eine sogenannte Fluglärmbeschwerde abschicken.

Lemke und seine Mitstreiter aus Isernhagen kämpfen nicht allein: Sie haben sich mit weiteren Initiativen aus Langenhagen und Garbsen zum Arbeitskreis Fluglärm Region Hannover zusammengeschlossen. So sind auf der Webseite des DFLD auch die Ergebnisse der Messstationen aus Garbsen, Neustadt und Langenhagen abrufbar. Regelmäßig suchen die BI-Mitglieder den Dialog mit dem für den Airport zuständigen niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, um den höchstmöglichen Lärmschutz für Anwohner zu erstreiten - am liebsten wäre ihnen natürlich ein Nachtflugverbot, sagt der Garbsener BI-Vorsitzende Hans-Peter Wendorff. "Wir verstehen natürlich, dass es für den Airport Hannover schwierig ist, sich als Wirtschaftsunternehmen zu behaupten", sagt er. Aber: "Wir erwarten von der Politik auch, dass sie die Interessen der Einwohner vertritt." Von der rot-grünen Landesregierung sind die BI-Mitglieder enttäuscht. "Herr Lies hat uns die 2013 eingeführte Erhöhung der Landegebühren so verkauft, als ob dadurch die Zahl der nächtlichen Überflüge zurückgeht", sagt Wendorff und Lemke ergänzt: "Das Gegenteil ist der Fall, der Anteil hat weiter zugenommen."

Enttäuscht sind die beiden Männer auch vom Verlauf eines Treffens mit Minsteriumsvertretern und Airport-Geschäftsführer Raoul Hille, das Ende Juni am Flughafen stattgefunden hatte. Das Ministerium habe unter dem Titel "Möglichkeiten der Lärmminderung" hierzu eingeladen, neben Lemke und Wendorff hatten weitere fünf Vertreter der ansässigen Fluglärminitiativen teilgenommen. Konkrete Möglichkeiten der Lärmminderung seien  aber nicht aufgezeigt worden, klagt Lemke. Stattdessen sei man darüber informiert worden, dass der Airport aus rechtlicher Sicht sogar bis zu 18.000 Nachtflüge jährlich abfertigen dürfe. Besonders sauer steigt den BI-Mitgliedern jedoch ein möglicherweise nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag Hilles auf. "Er hat uns Ohrstöpsel empfohlen - die brächten eine Minderung von 20 dB", sagt Lemke.

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