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Fröhliche Feier beschließt 40. Jahrestag

Isernhagen Fröhliche Feier beschließt 40. Jahrestag

Seit 40 Jahren gibt es das Gymnasium Isernhagen. So viel Geschichte forderte am Ende einer facettenreichen Veranstaltungswoche zu Quizfragen heraus. So konnten beim Schulfest am Freitag Schüler und interessierte Besucher unter anderem raten, wie viele Lehrer bis heute am Gymnasium unterrichtet haben.

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40 Jahre Gymnasium Isernhagen

Quelle: privat

Isernhagen. Schulleiterin Christina Bielefeld hatte vor einem Jahr im Dialog mit dem Kollegium die Entscheidung getroffen, den 40. Jahrestag mit einer Veranstaltungswoche richtig groß zu feiern. Und diese Bilanz zog sie am Freitag: Das Ergebnis habe Schüler und Pädagogen gleichermaßen „beschwingt“ – auch, weil sich mancher Gymnasiast außerhalb des klassischen Unterrichts mit bisher unbekannten Begabungen vorstellte. "Es war faszinierend, welche Talente da zum Vorschein kamen“, schwärmte sie von der theatralischen Gabe, die im Unterricht Darstellendes Spiel zu beachtlicher Reife gefunden habe. „Das erarbeitete Stück würde in dieser Qualität auf jeder hannoverschen Bühne bestehen“, meinte die Direktorin.

Nach dem Sportfest am Vormittag fand die Feierwoche am Freitag für die Schüler mit einem fröhlichen Schulfest einen bunten Abschluss. Staunend beobachtete Ehrengast Rainer Fredermann die „Sportshow von heute“. „Ganz schön akrobatisch“ fand der CDU-Landtagsabgeordnete die Sechstklässler, die Salti schlugen und über Kästen sprangen. Auch Spielangebote, die Augenmaß und Koordinationsvermögen erforderten, fanden Anklang. Nagham (10) aus der fünften Klasse lernte unter Anette Bienieks Anleitung, wie sich der Abstand von einer Boulekugel zum sogenannten Schweinchen mittels Zirkel und Faden ziemlich exakt messen lässt. Leckereien von der Bratwurst über Cheesecake bis zur bunten Tüte versüßten den kurzweiligen Nachmittag, der die Schüler beim Cupsong zum Mitklatschen einlud und mit einer Witz-Challenge amüsierte. Auch fein ziselierte Hennamalerei für die Hände und das Schülerschminken zählten zum Unterhaltungsangebot. Aufmerksame Leser des Jahrbuchs konnten bei Vinzent Prembs Quizaufgaben lösen. Wer die meisten richtigen Antworten fand, hatte Chancen auf einen Kapuzenpullover. Der Nachmittag überzeugte mit seiner Bandbreite von Aschenputtel-Show, Herzblatt und Zumba über den Revue-Beitrag bis zur Livemusik. Zum Finale der Festwoche trafen sich am Freitagabend die Ehemaligen, und viele Lehrer leisteten ihnen Gesellschaft.

Die Schnecken entscheiden den Kampf

Das Gymnasium hatte auch am Mittwoch und Donnerstag etwas zu bieten: das Musiktheaterstück „Das Denkmal muss weg!“.

Bei all den Um- und Neubauten in den vergangenen 40 Jahren wurde viel bewegt, nur eines nicht: das Denkmal. Unübersehbar steht es vor dem Schulgebäude, durchaus mit Ähnlichkeiten zur „Hungerkralle“ in Berlin-Tempelhof, ansonsten frei interpretierbar. Warum sollte ausgerechnet „das Ding“ verschont bleiben vom allgemeinen Bauboom im Schulkomplex? Lehrer und Schüler dachten sich passend dazu ein Musiktheater aus.

Das sehen auch die Affen in einer anonymen Behörde so und beschließen: Das Denkmal muss weg! Mitten in ein Wohltätigkeitskonzert stolpern recht einfältige, aber muskelstarke Bauarbeiter (ohne Klischees geht es eben nicht) und richten sich mit Bier und Spitzhacke an dem Objekt ihrer Begierde häuslich ein – erst mal Pause machen und sich stärken, bevor es losgeht.

Doch schon ist es vorbei mit der sicher wohlverdienten Ruhe. Protestrufe aus dem Publikum werden laut. Immer mehr Leute erheben sich und protestieren gegen den Abriss. Sie wollen das Denkmal retten und setzen sich dorthin in Bewegung. Die Übermacht scheint bedrohlich, doch die Bauarbeiter haben schwere Vorschlaghämmer, Schaufeln und Spitzhacken, die sie ohne lange zu überlegen zum Einsatz bringen. Eine Gewaltszene, die einen Kommentar verdient hätte. Letztlich liegen alle „Befreier“ auf dem Boden, und die Arbeiter posieren als Sieger.

Doch Rettung für das Denkmal kommt von unerwarteter Seite. Schüler entdecken in den Spalten der Steinblöcke eine höchst seltene Schneckenart. Nun müssen sogar die Affen in der XY-Behörde ihr Vorhaben aufgeben und ziehen den Bautrupp ab.

Mehr als 100 Schüler aus verschiedenen Jahrgängen, Kursen und Arbeitsgemeinschaften gestalteten das Stück musikalisch und tänzerisch. Mit viel Schwung und Begeisterung spielten, sangen und tanzten sie eine Stunde lang in allerlei Formationen. Die Freude über ihre Leistung stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Zu Recht, besonders weil sie erst nach den Sommerferien mit den Vorbereitungen und Proben hatten beginnen können. Schön zu sehen, wie kreativ Kinder und Jugendliche sein können, wenn man sie denn lässt.

Kreativität hatten Schüler des Deutsch-Leistungskurses bereits am Montagabend beim Literarischen Fest von Kant bis Brecht bewiesen. Und das kam so gut an, dass die Texte verschiedener Autoren, zum Teil mit musikalischer Begleitung, ein zweites Mal zu hören sein werden: am Dienstag, 19. September, ab 19 Uhr wiederum in der Agora.

Bunte Banner künden vom Schuljahrestag

Wie kann man die Botschaft vom 40. Schuljahrestag am besten in die Gemeinde tragen? Indem man durch die Gemeinde wandert. Mit selbst entworfenen Bannern sind die knapp 800 Gymnasiasten am Dienstag am Sportplatz des TSV Isernhagen in H.B. gestartet und dann im Klassenverband zum Helleweg marschiert. Dort wartete schon eine Jury aus Lehrern, Eltern und Schülervertretern, um die originellsten Banner zu prämieren. Zu gewinnen gab es – wie hätte es anders sein können? – drei Wandertage für die Sekundarstufe I und einen für die Oberstufe. Zur Stärkung ließen sich die Schüler anschließend ein Picknick schmecken und verewigten sich dann auf einer Unterschriften-wand in der Agora.

Abitur mit einer Zwei vorm Komma

Yasmin Fahimi ist die wohl bekannteste Absolventin des Gymnasiums Isernhagen. Die ehemalige SPD-Generalsekretärin und heutige Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium hat 1987 am Helleweg ihr Abitur gemacht – „mit einer Zwei vor dem Komma“, wie sich die gebürtige Altwarmbüchenerin erinnert. Die heute 49-Jährige arbeitete damals bei der Schülerzeitung („da waren viele Jusos“) und im Schülercafé („die Backwaren haben wir von Jasiek geholt“) mit. „Als schwierig empfand ich es, wie sich die Gymnasiasten damals im dreigliedrigen Schulsystem im Gebäude abkapselten.“ Die Warnung ihres Chemie-Leistungskurs-Lehrers, bloß nicht Chemie zu studieren, ignorierte Fahimi später – und schloss ihr Studium mit Diplom ab.

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Von Patricia Chadde, Jürgen Zimmer und Frank Walter

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