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Pilotprojekt an der Grundschule N.B. geplant

Isernhagen Pilotprojekt an der Grundschule N.B. geplant

Hortplätze sind in Isernhagen Mangelware. Immer wieder kommt daher die Forderung nach Ganztagsgrundschulen auf. Jetzt schlägt die Verwaltung ein Pilotprojekt für die Grundschule in N.B. vor – und möchte vorab den Betreuungsbedarf und die Wünsche bei den Eltern erfragen. Fest steht schon jetzt: Es wird teuer – und dauern.

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Als erste der fünf Grundschulen in Isernhagen soll die Schule Auf dem Windmühlenberge in N.B. ein Ganztagsangebot bekommen.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Isernhagen. Obwohl die Gemeinde ihre Hortplätze seit 2008 bereits verdoppelt hat, passen Angebot und Nachfrage absolut nicht zueinander: Knapp 830 Grundschüler zählt Isernhagen – gerade einmal 220 Hortplätze und 85 Plätze in Ersatzangeboten der Volkshochschule und von Fördervereinen stehen dem gegenüber. Teilweise mussten an Grundschulen für das laufende Jahr mehr als
20 Absagen verschickt werden – Tendenz steigend.

Die Hortbetreuung ist im Gegensatz zu Ganztagsgrundschulen eine freiwillige Leistung der Gemeinde – und kostenpflichtig für die Eltern. Ob ein Ausbau des Platzangebotes angesichts eines defizitären Haushaltes finanziell zu rechtfertigen ist, müsste geprüft werden. Aber auch räumlich sind die Hortangebote, die unter die Vorgaben des Kita-Gesetzes fallen, nicht mehr erweiterbar.

Dementsprechend hat die Gemeindeverwaltung das Gespräch mit den Grundschulen gesucht, die bei Einrichtung eines Ganztagsangebotes federführend wären. Das Ergebnis ist ernüchternd: Vier der fünf Grundschulleiter haben es abgelehnt, an einem Pilotprojekt teilzunehmen. Allein Elke Oppermann, neue Leiterin der Grundschule Isernhagen N.B., die bereits die Einrichtung einer Ganztagsgrundschule bei früheren beruflichen Stationen begleitet hat, zeigt sich offen.

Grundsätzlich kommt das der Gemeinde entgegen: Auch mit Blick auf die Raumkapazitäten ist die Grundschule in N.B. am besten gewappnet für das, was da kommen könnte. In Altwarmbüchen zum Vergleich müsste erst einmal die Frage des künftigen Standortes geklärt werden. Die Frage, die sich Verwaltung, Politik und Schule jetzt stellen müssen, ist jene nach dem Konzept: Soll es eine offene, eine teilgebundene oder eine vollgebundene Ganztagsschule werden? Braucht es den Hort noch, um den Betreuungsbedarf von Eltern ab
15 beziehungsweise 16 Uhr abzudecken? Und was ist mit der Ferienbetreuung, die eine Ganztagsgrundschule im Gegensatz zum Hort nicht leistet? Klar ist bereits jetzt: Eine Mensa muss die Gemeinde bauen, um täglich ein warmes Mittagessen für die Grundschüler zu ermöglichen.

Als erstes politisches Gremium soll am Dienstag, 15. November, ab 18 Uhr der Schulausschuss im Rathaus über das Pilotprojekt beraten. Die Sitzung ist öffentlich. Zudem möchte die Verwaltung grünes Licht für eine Elternbefragung haben, um vorab zu ermitteln, welcher Betreuungsbedarf überhaupt besteht, und welche Schulform
die Eltern bevorzugen würden. Schnellstmöglich würde der Fragebogen dann an die Eltern von drei- bis siebenjährigen Kindern aus F.B., N.B. und K.B. verschickt. Sollte der Rat später zustimmen, würden die Kosten für Umbauten und Personal kalkuliert und die Einrichtung einer Ganztagsschule beim Land beantragt.

Die verschiedenen Schulformen

Aktuell sind alle fünf Grundschulen in Isernhagen „verlässlich“. Das heißt: Bis 13 Uhr ist die Betreuung gesichert, im Anschluss gibt es die Option auf einen Hortplatz bis 17 Uhr, für den Eltern, wenn sie denn einen ergattern, Gebühren bezahlen.

Eine offene Ganztagsschule verbindet den Unterricht am Vormittag mit Freizeitangeboten am Nachmittag bis 15 oder 16 Uhr. Eltern können ihre Kinder dafür von Halbjahr zu Halbjahr freiwillig anmelden – kostenlos.

Eine teilgebundene Grundschule wiederum bedeutet, dass Unterricht und Freizeit sich am Vor- und Nachmittag abwechseln. An mindestens zwei Tagen pro Woche wäre die Teilnahme am Nachmittagsangebot für alle Schüler verpflichtend – die restlichen Tage wären optional. Auch dieses Konzept ist für die Eltern kostenlos.

Eine vollgebundene Ganztagsschule würde ein verpflichtendes Nachmittagsangebot für alle Schüler an vier bis fünf Tagen pro Woche bedeuten. Auch hier endet die Betreuungszeit um 15 oder 
16 Uhr. Allerdings wird diese Schulform vom Land nur in Ausnahmefällen genehmigt.

Die Verwaltung bevorzugt bis dato eine teilgebundene Ganztagsschule mit optionaler Hortbetreuung im Anschluss.

Von Carina Bahl

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