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Statt der Karte gibt es künftig Mietverträge

Isernhagen Statt der Karte gibt es künftig Mietverträge

Mit dem Gasthaus Unter den Linden gehört bald die nächste ehemalige Traditionsgaststätte in Isernhagen H.B. endgültig der Vergangenheit an. Immerhin: Anders als beim 2015 abgerissenen Gasthaus Sievers bleibt zumindest das Gebäude erhalten.

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Der Eigentümer will das Gasthaus Unter den Linden 2017 zum Mehrfamilienhaus umbauen lassen.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen. Im Juni 2014 hatte der Eigentümer des ehemaligen Gasthauses noch überlegt, was er anfangen sollte mit der ein Jahr zuvor erworbenen Immobilie an der Burgwedeler Straße. Eine fränkische Bier- oder Weinstube? Die Gastrolandschaft in Isernhagen würde das hergeben, war der Hannoveraner überzeugt. Doch selbst wolle er das Gasthaus nicht betreiben, und deshalb müsse er erst einmal einen entsprechenden Profi finden.

Diese Suche hat der Eigentümer jetzt, rund zwei Jahre später, für beendet erklärt. Einen Betreiber zu finden sei sehr problematisch, zudem schrecke ihn die hohe Fluktuation im Gastronomiebereich. "Das tue ich mir nicht an.“ Dennoch hat er den Mietvertrag mit der Gemeinde Isernhagen, die im ehemaligen Gasthaus derzeit noch Flüchtlinge untergebracht hat, zum Jahresende gekündigt, denn Investitionen plant der Hannoveraner dennoch: Zu neun großen Mietwohnungen will er die drei Etagen des Gebäudes umbauen lassen.

Bislang finden sich im 1883 errichteten Gasthaus Unter den Linden, das viele H.B.er nach der jahrzehntelangen Wirtsfamilie nur als "Gasthaus Winter“ bezeichnen, außer dem Saal, dem Gastraum und der ehemaligen Wirtswohnung vor allem kleine Fremdenzimmer. Diese nutzt die Gemeinde für Flüchtlinge, seitdem der letzte gastronomischen Versuch – eine Pächterin hatte die H.B.er mit asiatischer Küche locken wollen – gescheitert war.

Mit der Entscheidung des Eigentümers für den Umbau zum Mehrfamilienhaus wird dies auch die letzte Gastronomie in der mehr als 130-jährigen Geschichte des Gasthauses Unter den Linden sein. Rund 200.000 Euro hat der Hannoveraner bereits investiert. Wasser- und Abwasserleitungen wurden ebenso schon erneuert wie die Stromverteilung und zuvor einfach verglaste Fenster im knapp 330 Quadratmeter großen Erdgeschoss. Nach der Zwischennutzung als Flüchtlingsunterkunft sollen Anfang 2017 die Handwerker zurückkehren und den Bau der Mietwohnungen in Angriff nehmen. Bis dahin stehen aber noch die Detailplanung und das Genehmigungsverfahren an.

Und irgendwann wird dann mit dem mächtigen Gasthaus-Schild über dem Eingangsportal ein weiteres Stück Gasthaus-Geschichte aus Isernhagen H.B. endgültig verschwinden.

Unterbringung der Flüchtlinge

Etwa 400 Flüchtlinge, davon fast 200 Kinder und Jugendliche, leben aktuell in Isernhagen. Der Zuzug hat in den vergangenen Monaten aber deutlich nachgelassen, wie Isernhagens Erster Gemeinderat Frank Niemeier betont. Für die Anstrengungen der Gemeinde, Wohnraum zu schaffen, gilt das nicht: Der Neubau Im Kolb in Isernhagen F.B. wird ab der ersten Septemberwoche belegt – fünf Wohnungen bieten dort Platz für mehr als 30 Flüchtlinge. Sollten diese einmal nicht mehr benötigt werden, sollen sie zu Sozialwohnungen werden. Auch die Holzmodul-Wohnungen am Altwarmbüchener See mit Kapazitäten für bis zu 100 Personen sind so gut wie fertig und sollen ebenfalls im September bezogen werden. "Die Großunterkunft an der Borsigstraße werden wir daher schließen“, sagt Niemeier. Dort hatte die Gemeinde in einer ehemaligen Gewerbehalle Platz für bis zu 80 Flüchtlinge geschaffen. Aufgeben wird die Gemeinde die Immobilie aber nicht – "sie wird nur still gelegt“, erklärt Niemeier. Denn niemand wisse, wie sich die Flüchtlingsströme in den nächsten Wochen entwickeln werden.

Von Frank Walter und Carina Bahl

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