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Rohrbrüche: Wie konnte das passieren?

Isernhagen Rohrbrüche: Wie konnte das passieren?

Vier Rohrbrüche innerhalb von drei Wochen in Isernhagens Altdörfern: Das sorgt nicht nur bei Bürgern und Politikern für Unverständnis.

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Vier Rohrbrüche in drei Wochen haben in Isernhagen Schäden angerichtet – und viele Fragen aufkommen lassen.

Quelle: Archiv

Isernhagen. Auch Bürgermeister Arpad Bogya hat sich jetzt per Brief an Enercity gewandt und den Versorger aufgefordert, die Rohrleitungen zu überprüfen und damit weitere Rohrbrüche und einhergehende Beeinträchtigungen für alle Betroffenen zu vermeiden.

Tatsächlich bleibt die Hagenstraße nach der Überschwemmung diese Woche noch komplett gesperrt, wie die Gemeindeverwaltung mitteilt. Das Rathaus hat schon eine Schadensersatzforderung vorbereitet – wenn auch der endgültige Schaden noch nicht beziffert werden kann. „Enercity ist für solche Fälle versichert“, bestätigt Sprecher Carlo Kallen. Betroffene Anwohner, die durch die Wassermengen Schäden an ihren Grundstücken zu verzeichnen haben, werden gebeten, sich mit der Rechtsabteilung von Enercity in Verbindung zu setzen.

Die größere Frage für die vielen Anlieger in Isernhagen ist aber: Wie kann der nächste Rohrbruch verhindert werden? Laut Enercity gibt es regelmäßige Überprüfungen allein an den Armaturen entlang der Wasserleitungen. Nur im Rahmen von Tiefbaumaßnahmen würde auch der Zustand des Rohres erfasst. Generell, so die Berechnung, sollten diese Rohre eine Nutzungsdauer von 80 bis 90 Jahren erreichen. Die beiden jetzt in Isernhagen gebrochenen Rohre, die Trinkwasser aus Fuhrberg nach Hannover transportieren, wurden Ende der Fünfzigerjahre gelegt.

Eine Rohrbruchserie wie in diesem Fall ist in den letzten 20 Jahren nicht aufgetreten“, stellt Enercity klar. Dementsprechend habe man nun ein externes Institut beauftragt, auf Ursachenforschung zu gehen. Bis zu drei Monate könne es dauern, bis das Ergebnis vorliege. „Hintergrund sind auch notwendige Materialprüfungen und Recherchen.“

Ein erster Verdacht für die Schäden war schnell aufgekommen: Der anaerobe Boden in den Altdörfern begünstige das Vorkommen von Bakterien, die wiederum die Rohre angreifen. Das gilt aber nicht auf ganzer Länge. „Die betroffenen Wasserleitungen wurden in ganz unterschiedlichen Bodenverhältnissen verlegt. Im Normalfall hat man den Rohrgraben direkt mit dem vorhandenen Boden wieder verfüllt“, erklärt Kallen das Verlegen vor zig Jahren. Heute mache man das anders – „in einer steinfreien Sandbettung“.

Fest steht: Die Prüfung wird dauern. In Absprache mit der Gemeinde könne Enercity die Ergebnisse auch veröffentlichen. Gelegenheiten, sich die Rohre genauer anzuschauen, werde man mit Blick auf die geplanten Straßensanierungen nicht auslassen. „Sofern Straßenbaumaßnahmen durchgeführt werden, werden wir natürlich die Erneuerung als kritisch identifizierter Leitungen in die Planungen einfließen lassen“, so Kallen.

CDU: Stadtwerke sollen öffentlich informieren

„Es stellt sich doch hier jetzt beim dritten und vierten Wasserrohrbruch in Isernhagen N.B./K.B. innerhalb von drei Wochen die Frage, ob alles für die Sicherheit der Bevölkerung beziehungsweise der Anwohner getan wird“, schreibt der Isernhagener Hubert Rittel in einem Leserbrief. „Wann und wie und von wem und nach welchen Vorschriften werden derartige Hauptversorgungsleitungen auf ihre Sicherheit geprüft?“ Mit diesen Fragen ist er nicht allein – was zahlreiche Leserreaktionen im Internet deutlich gemacht haben.

Die CDU-Ratsfraktion in Isernhagen beantragt daher jetzt, dass die Stadtwerke Hannover (Enercity) in einer öffentlichen Veranstaltung „über die Hintergründe der offensichtlich gravierenden Schäden“ informieren sollen. Der Rat erwarte klare Aussagen zum Zustand der Leitungen und zu den Plänen für eine „präventive Verhinderung von Rohrbrüchen in der Zukunft“. Bereits im Jahr 2000 habe es einen Rohrbruch gegeben. „Sollten diese neuen Rohrbrüche ebenfalls auf Bakterien zurückzuführen sein, ist nicht ausgeschlossen, dass dieses Problem für alle in Isernhagen verlegten Leitungen besteht“, heißt es im Antrag der CDU. Dieser soll im Rat am Donnerstag, 22. Juni, ab 18.30 Uhr beraten werden. Aufklärung fordert die CDU zudem über die Praxis der Schadensregulierung.

Von Carina Bahl

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