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Arbeitsgruppe soll Hortproblem lösen

Isernhagen Arbeitsgruppe soll Hortproblem lösen

Dass die 220 Hortplätze in Isernhagen auch in diesem Jahr alle vergeben wurden, hätte Amtsleiterin Silvia Voltmer im Sozialausschuss am Donnerstagabend nicht berichten müssen. Die Plätze decken den Bedarf seit Jahren nicht. Jetzt hat die Politik neue Ideen, um das Problem zu lösen.

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Mit der Einschulung beginnt für viele Eltern das Problem: Nach langen Betreuungszeiten im Kindergarten, sind diese in der Grundschule nicht mehr gesichert. Die Hortplätze in Isernhagen reichen nicht aus.

Quelle: Symbolbild

Isernhagen. „Eltern ohne Platz haben das Angebot der VHS-Hausaufgabenbetreuung bekommen“, erklärte Voltmer. Wer das angenommen und sich zurückgemeldet habe, sei jetzt versorgt. Dennoch: Die Forderung nach mehr Hortplätzen – da diese ein pädagogisches Konzept aufweisen und bis 17 Uhr reichen statt nur bis 15 Uhr – erheben Eltern immer wieder.

„Wir Grünen wollen daher überall Ganztagsgrundschulen einrichten, um die Eltern zu entlasten“, betonte Sigrun Bilges. Standortspezifisch solle per Arbeitsgruppe entschieden werden, ob offen oder teilgebunden. „Reden wir dann von einem Runden Tisch oder von fünf, also einem für jeden Standort?“, fragte Christian Possienke (FDP). Es sollen wohl fünf werden, überlegte Bilges und zog den Antrag noch einmal zur Konkretisierung zurück.

Auch der Wunsch der Grünen, die Verwaltung solle mit dem Landesjugendamt als Genehmigungsbehörde nach Räumen in den Schulen suchen, in denen weitere Hortplätze geschaffen werden könnten, lief ins Leere. Voltmer hatte die Antwort schon parat: „Alle Schulräume vom Klassenzimmer bis zum Werkraum schließt das Landesjugendamt für eine Doppelnutzung aus.“ Das sehe das Gesetz leider so vor. Allein freie Räume in den Schulen wären denkbar. „Aber die gibt es nicht“, so Voltmer. Schon vor Jahren seien alle Grundschulräume daraufhin überprüft und mit Hortgruppen belegt worden.

Um die Hortbetreuung auszuweiten, müssten entweder neue Räume in der Nähe der Schulen angemietet oder aber neu gebaut werden, betonte Voltmer. Für jede neue Hortgruppe könnte man mit rund 70 000 Euro Betriebskosten pro Jahr und Baukosten von rund 350 000 Euro rechnen. „Uns fehlt mit Blick auf die Anmeldungen eine Hortgruppe pro Schule“, so Voltmer. Es sei einst politischer Wille gewesen, die Hortplätze aus finanziellen Gründen nicht zu erweitern, weil die Gemeinde im Gegensatz zu Krippen und Kindergartenplätze auch nicht dazu verpflichtet ist. „Das ist ein politischer Beschluss. Den müssten Sie ändern. Die Verwaltung arbeitet das dann ab. Dafür sind wir da.“

Dazu kam es am Donnerstag nicht. Auf SPD-Antrag soll stattdessen eine Arbeitsgruppe einberufen werden, die für das Hortproblem „neue, frische Ideen bringt“, so Philipp Neessen. Bürger ab 14 Jahren sollen aus dem Melderegister ausgelost und eingeladen werden. An vier Terminen soll die Gruppe sich Experten einladen und ein Konzept entwickeln, das später vorgestellt wird. Die Vorbereitung übernimmt die Verwaltung, die Moderation die Gruppe selbst. „Wir können uns damit anfreunden“, so stimmten CDU, FDP und Grüne dafür. Einzig die AfD hatte eine andere Gruppenbesetzung gefordert – nur mit Betroffenen. „Fehlt es uns beim Thema Hort an Ideen?“, zeigte sich Voltmer skeptisch. Die Rechtslage werde die Arbeitsgruppe nicht ändern.

Kitaplatz-Vergabe: Gemeinde schafft 158 neue Plätze

Nachdem die Eltern ihre Zusagen für Betreuungsplätze in den Kitas bekommen, ihre Plätze angenommen oder abgelehnt haben, konnte Amtsleiterin Silvia Voltmer am Donnerstagabend bereinigte Vergabezahlen verkünden. 114 Plätze bei Tagesmüttern gibt es – „noch haben wir da kleine Kapazitäten“, betonte Voltmer.

Anders sieht das im Krippenbereich aus: 210 Plätze hält die Gemeinde aktuell vor, kann 135 davon ab August neu belegen. „Auf der Warteliste stehen aber noch 62 Namen.“ Wie die lange Warteliste abgearbeitet werden soll, zumal es einen Rechtsanspruch der Eltern auf einen Platz gibt und im Zweifelsfall Klagen drohen? 30 neue Krippenplätze gibt es ab September im AWO-Anbau am Helleweg in Altwarmbüchen, geplant sind ab Anfang Dezember weitere 15 Plätze im Haselhöfer Vorfeld in H.B. sowie 15 ab Anfang 2018 in N.B. „In Notfällen haben wir Tagesmütter vermittelt“, so Voltmer – auch damit ist der Anspruch erfüllt.

Für die Kindergärten stehen sogar 91 Namen auf der Warteliste. Zwar gibt es 712 Kindergartenplätze, aber nur 185 werden im Sommer frei. Auch dort baut die Gemeinde gegen den Platzmangel an: In H.B. werden bis Dezember 25 Plätze geschaffen, in N.B. 23. „Dort fehlen uns laut Landesjugendamt drei Quadratmeter für 25 Plätze“, so Voltmer. In der Wietzeaue soll Anfang 2018 eine neue Kita mit 50 Kindergartenplätzen öffnen. „Schneller geht es nicht“, erklärte Voltmer – Baugenehmigung, Bebauungsplan und die Ausschreibungen liefen jetzt schon parallel.

Von Carina Bahl

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