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Mit der Lizenz zum Einkaufen

Isernhagen Mit der Lizenz zum Einkaufen

Mit Genehmigung der Gemeinde haben die Händler im Gewerbegebiet Altwarmbüchen am Sonntag ihre Geschäfte geöffnet – bis zum Verkaufsstart hielten sie das Papier unter Verschluss, um Verdi keine Chance zum Reagieren zu geben.

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Die Händler: Hassan Alameddine (rechts) und Karwan Mohamed öffnen pünktlich um 13 Uhr.

Quelle: Bismark

Altwarmbüchen. Noch am Freitag hatte Center-Manager Christian Danne verkündet, die Unternehmer würden notfalls ohne Genehmigung den verkaufsoffenen Sonntag gestalten. Dem vorausgegangen war ein juristischer Streit mit Verdi: Die Gewerkschaft hatte gegen den Sonntagsverkauf vor dem Verwaltungsgericht geklagt. „Uns wurde gesagt, dass es keinen neuen Antrag geben wird“, sagte Verdi-Sekretärin Juliane Fuchs gestern. Auf diese Aussage habe sich die Gewerkschaft verlassen – auch wenn bereits am Freitag erste Gerüchte über einen möglichen neuen Antrag kursierten.
Sie beruhten wahrscheinlich auf intensiven Gesprächen zwischen dem Rathaus Isernhagen und den Händlern: Schließlich stellte die Verwaltung im Laufe des Freitags eine Genehmigung für den verkaufsoffenen Sonntag aus und begründete diese mit dem Altwarmbüchener Volkslauf, der gegen 12.30 Uhr endete und deshalb den Besuch in den Geschäften zuließ, und dem Davis-Cup in Hannover. Über dieses Papier informierten Höffner und das Centermanagement am Sonnabendnachmittag die Händler, eine öffentliche Information gab es gestern erst, als die Geschäfte öffneten. Aus dem Isernhagener Rathaus äußerte sich bislang niemand. „Wir versuchen, seit Freitagnachmittag jemanden in der Verwaltung zu erreichen“, sagte Fuchs.
Ihren Angaben zufolge schickte Verdi im Laufe des Sonntags einige Mitarbeiter nach Altwarmbüchen, die mit Fotos die geöffneten Geschäfte dokumentierten. Die Gewerkschaft werde heute über das weitere Vorgehen beraten. „Wir werden schauen, weshalb genehmigt wurde“, sagte Fuchs und fügte hinzu, Verdi suche die juristische Auseinandersetzung.
Das rechtliche Kräftemessen indes ließ viele Kunden unberührt: Sie rollten ab 12 Uhr mit dem Auto an, gegen 13.30 Uhr waren die ebenerdigen Parkplätze belegt. Aus Sicht der Polizei verlief der Tag entspannt, lediglich gegen 15 Uhr registrierten die Beamten kurzzeitige Staus: „Und es gab bei der Ausfahrt einen kleinen Unfall mit einem Blechschaden“, sagte ein Sprecher. Unterdessen hielt Sven Schimanski im Centermanagement die Stellung: Ungezählte Male bestätigte er am Telefon, dass die Geschäfte geöffnet haben – lediglich Toys”R“Us blieb als Kette geschlossen. Am Ende des Tages bilanzierte das Centermanagement knapp 13 000 Kunden, etwas weniger als sonst. „Dieses Mal hatten wir kein Alleinstellungsmerkmal, weil auch in Hannover eingekauft werden konnte“, hieß es.

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Streit um Sonntagsöffnung
Am Tag nach dem verkaufsoffenen Sonntag ist im A2-Center wieder werktägliche Ruhe eingekehrt. Hinter den Kulissen läuft aber noch die Aufarbeitung des Streits zwischen Geschäftsleuten und Gewerkschaft – und die Gemeinde sitzt als Genehmigungsbehörde mit im Boot.

Der Streit um den verkaufsoffenen Sonntag geht weiter: Die Gemeinde Isernhagen hat ihr Vorgehen verteidigt. Die Gewerkschaft Verdi kündigte hingegen an, die Praxis der Verwaltung von der Rechtsaufsicht prüfen zu lassen. 

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