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Bunt ist jetzt einfach sicherer

Isernhagen Bunt ist jetzt einfach sicherer

Brandschutzauflagen, Amokprävention und Hygienerichtlinien: Um den Forderungen der Bauaufsicht nachzukommen, hat die Gemeinde jetzt 330 000 Euro in die Grundschule in N.B. investiert.

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Für 330 000 Euro hat die Gemeinde die Grundschule Auf dem Windmühlenberge in Isernhagen N.B. sanieren lassen.

Quelle: Carina Bahl

Isernhagen N.B.. Wassermelonen-Rot leuchtet jetzt der Hinweis auf den B-Trakt der Grundschule in Isernhagen N.B. Eine Etage höher hat sich Frosch-Grün durchgesetzt. Was für die Grundschüler eine bunte Wohlfühlatmosphäre schafft, hat auch einen ernsten Hintergrund. „Das dient der Amokprävention“, sagt Joost Götze vom Amt für Gebäude und Liegenschaften der Gemeinde. Im Ernstfall könne sich die Polizei besser orientieren, wenn die Flure nach Farben sortiert sind. Auch das neue Sichtfenster in den Klassentüren diene diesem Zweck.

Neben neuen Elektroleitungen, die jetzt im Brandfall sehr viel länger halten, hat die Gemeinde auch gleich Multimedia-Kanäle und Netzwerkanschlüsse für die Klassenräume geschaffen. „Jetzt können wir die Laptops, die wir für jede Klasse noch in einem Schrank lagern, endlich benutzen“, erzählt N.B.s neue Schulleiterin Elke Oppermann erfreut.

Im gesamten Schulgebäude wurde in den Ferien zudem die elektrische Lautsprecheranlage erneuert – der Testlauf hatte dem Rathaus allerdings besorgte Anrufe beschert, weil an einem Tag immer wieder die automatische Durchsage durch N.B. tönte, alle Schüler müssten sofort das Gebäude verlassen.

Nostalgiker suchen in der Grundschule Auf dem Windmühlenberge ab sofort auch Glühbirnen vergebens: Dank Fördergeldern vom Bund konnte die komplette Schulbeleuchtung erneuert werden. Die Deckenlichter im Flur kommen im Notfall sogar ohne Stromversorgung aus. Moderne Heizkörper, ein äußerst robuster Buntsteinwandputz und nagelneue Brandschutztüren runden die Sanierung ab. Statt Waschbecken in jedem Klassenraum gibt es jetzt eines pro Flur – aus Hygienegründen.

Ansonsten wirken die Flure leer und steril. „Das ist auch eine Auflage der Bauaufsicht“, erklärt Götze. Bilder an den Wänden seien im Brandfall ebenso zu gefährlich wie die Garderoben, die bisher die Fluchtwege beengt hatten. Umso bunter und gemütlicher sind die neuen Garderobenräume, die die Gemeinde jetzt eingerichtet hat. Eine Möblierung der Flure ist dennoch in Planung. Vitrinen sind bestellt – brandsichere, versteht sich.

Elke Oppermann übernimmt Leitung der Grundschule in N.B.

Kurz nach den Ferien herrscht in ihrem Büro noch ein kreatives Chaos: Stundenpläne wollen gestaltet, die neue Stellvertreterin eingearbeitet und die besonderen Aktionen für die Schüler im Halbjahr organisiert werden. Elke Oppermann ist trotzdem gut gelaunt: „Man muss schon Herausforderungen lieben, und Stundenpläne zu gestalten, ist für mich fast wie Sudoku“, scherzt die Hannoveranerin über ihre neue Aufgabe als Leiterin der Grundschule in N.B. Erfahrung in der Organisation des Schullebens bringt sie mit – zuvor war sie jahrelang stellvertretende Schulleiterin an der Grundschule in Kaltenweide.

Seit Februar durfte sie sich bereits als kommissarische Leitung in N.B. mit allem vertraut machen – und ist hochzufrieden: „Die Schule hat viel Potenzial und gefällt mir.“ Aktionen wie das Schulobstprogramm und die Mobilitätstage will sie beibehalten, neu eingeführt hat sie das „Forum“ vor den Ferien, bei dem Schüler eine Bühne für ihre künstlerischen und musischen Talente bekommen. „Ich glaube, Kinder brauchen kleine Öffentlichkeiten, das macht sie stark“, nennt sie eines ihrer pädagogischen Prinzipien. Überhaupt legt Oppermann Wert darauf, dass ihre Schüler aktiv werden im Unterricht – „learning by doing“. In Zeiten moderner Medien könne kein Lehrplan mehr dem Vorjahr gleichen: „Die Kinder verändern sich rasant. Da muss man mit der Zeit und den Themen gehen.“

Ihre Vorstellungsrunde in den Kindergärten und bei den weiterführenden Schulen hat sie bereits hinter sich. So langsam verstehe sie auch die Strukturen in der Gemeindeverwaltung. Dass die Leitung einer Schule viel – und teils unnötige – Bürokratie mit sich bringe, mache ihr manchmal zu schaffen. „Diese Zeit könnte man viel besser nutzen, aber das gehört halt dazu.“ Ihre Grundschüler lernen sie jetzt als Deutsch- und Mathelehrerin kennen, aber auch Kunst, Sport und Englisch unterrichtet Oppermann sehr gern.

Dass sie mit ihrem Wechsel nach Isernhagen mitten in eine Debatte über die Einführung von Ganztagsschulen gerutscht ist, weiß Oppermann. „In Laatzen habe ich die Einrichtung einer Ganztagsschule mitgemacht.“ Generell sei sie offen für das Angebot, wisse aber auch um die Nachteile für ihr Kollegium und dass es nicht überall auf Begeisterung stoße, plötzlich auch nachmittags unterrichten zu müssen. Klar ist für sie: „Wenn es eine Ganztagsschule in N.B. gibt, dann nur eine mit Qualität.“ Ein Angebot am Nachmittag dürfe nicht zur günstigen Betreuungsmöglichkeit für Eltern mutieren, sondern müsse pädagogisch sinnvoll sein. „AGs und Projekte wären da perfekt.“

Dass ihr Kalender „Atempausen im Alltag“, der auf ihrem Schreibtisch steht, momentan eher Dekoration ist, stört sie derweil nicht: „Mein Ziel ist es, eine Schule zum Wohlfühlen zu schaffen“, betont sie. „Die Arbeit daran macht mir Spaß.“ Und das sieht man.

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Elke Oppermann ist die neue Leiterin der Grundschule in Isernhagen N.B.

Quelle: Carina Bahl

Von Carina Bahl

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