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Vor der Hochzeit fliegen faule Tomaten

Isernhagen F.B. Vor der Hochzeit fliegen faule Tomaten

65 Jahre verheiratet, das schaffen nicht viele. Gertrud und Georg Lempp haben es geschafft - auch weil sie immer zusammengehalten haben. Am Mittwoch feierte das Paar ihre eiserne Hochzeit.

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Seit 65 Jahren Seite an Seite: Gertrud und Georg Lempp feiern eiserne Hochzeit.

Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Isernhagen. 1947 standen Gertrud und ihre Schwester Erna Meier beim hannoverschen Schützenfest in der Tür zum Festzelt. Georg Lempp, ein Bub aus Linden, drängelte mit einigen Freunden ins Zelt. Irgendwann treffen sich ihre Blicke - und lassen sich nie wieder los. Fortan tanzen sie bei Schützenfesten gemeinsam. Aber, gesehen hat sich das Paar bereits eine Woche vorher: Gertrud absolvierte beim hannoverschen Bekleidungsgeschäft Erdmann in Hannover ihre Ausbildung als Verkäuferin. „Eines Tages brachte jemand faule Tomaten mit“, erinnert sich Gertraud: „Aus der ersten Etage flog schließlich das rote Gemüse auf zwei junge Männer, die sich angeregt unterhielten - und einer davon war Georg Lempp. „Erfahren habe ich es, weil er mir das gleich nach unserem Kennenlernen berichtete“, erzählt die heute 85-Jährige die lustige Geschichte. Ein Jahr später feierte das Paar Verlobung. 1950 mieteten sie einen Straßenbahnwagen der Linie 17, die früher zwischen Isernhagen und Großburgwedel fuhr, um in die St.-Marien-Kirche zu ihrer Hochzeit zu gelangen. „Damals war es eine der letzten Fahrten“, erklärt der gelernte Buchbinder.

Nach Isernhagen F.B. zogen sie zwei Jahre vorher. Die junge Frau erbte vom Onkel Friedrich Malsch das Grundstück an der Hauptstraße und übernahm von Oma Gertrud einen Gemischtwarenladen. Etwa Salzheringe, Petroleum, Nähgarn und Senf verkaufte sie bis 1958. Ein Jahr später wurden beide Schützenkönige, und Georg erneut 1983. „Wir waren dafür berüchtigt, Erste und Letzte beim Schützenfest zu sein“, sagt Gertrud. Sie engagierte sich im Gesangsverein. Der heute 90-Jährige, ehemalige VW-Mitarbeiter, wurde für seine 65-jährige Mitgliedschaft bei der Feuerwehr geehrt. Sie erinnern sich gern an ihre Reisen nach Garmisch-Partenkirchen und nach Kanada. Gefeiert wurde am Mittwoch mit Sohn Rolf, den Enkeln Rebecca und Sascha sowie Freunden zu Hause. Unter den Gratulanten war auch Bürgermeister Arpad Bogya. Getanzt wurde nicht mehr: „Dafür sind wir nicht mehr fit genug“, sagt er und lacht.

von Katerina Jarolim-Vormeier

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