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Geständnis nach Diebstahlserie im Seniorenheim

Isernhagen Geständnis nach Diebstahlserie im Seniorenheim

Durch ihr umfassendes Geständnis hat eine diebische Reinigungskraft betagten Bewohnern eines Isernhagener Pflegeheims eine Aussage vor dem Amtsgericht Burgwedel erspart. Mit 90 Tagessätzen erhielt sie eine relativ milde Geldstrafe.

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Beim Fortsetzungstermin vor dem Amtsgericht Burgwedel hat die angeklagte Reinigungskraft alle Diebstähle eingestanden.

Quelle: Frank Walter

Isernhagen/Burgwedel. In der ersten Hauptverhandlung Anfang August hatte die Hannoveranerin noch alles abgestritten, was nach Auffassung von Gericht und Staatsanwaltschaft wegen der "drückenden Beweislast" eigentlich gar nicht zu leugnen war. 2015, nachdem sie ihre Stelle im Pflegeheim angetreten hatte, hatte dort eine Diebstahlserie begonnen. Unter anderem verschwanden diverse Geldbörsen samt Papieren und Beträgen zwischen 30 und 130 Euro aus den Zimmern der Bewohner. Hinzu kamen das Handy einer Mitarbeiterin sowie Schrankschlüssel. Mit einer „Diebesfalle“ - mit Silbernitratlösung versehene Geldscheine - wurden sie schließlich überführt.

Neun Diebstähle, ein versuchter Diebstahl: Angesichts des geringen Gesamtschadens von 520 Euro hatte Amtsrichter Michael Siebrecht der Angeklagten im August ein Geständnis nahegelegt. Und er hatte ihr ins Gewissen geredet: "Wenn Sie alles abstreiten, werden wir 18 Zeugen – pflegebedürftige Menschen, Polizisten und den Heimleiter – befragen müssen.“ Zur Beweisaufnahme wäre sogar ein Ortstermin in der Pflegeeinrichtung fällig gewesen.

Siebrechts Appell wirkte, wenn auch mit zeitlicher Verzögerung. Nach der Ladung zum Fortsetzungstermin meldete sich die Angeklagte bei ihm, um mitzuteilen, dass sie nicht wolle, dass alle Zeugen (die älteste mit 96 Jahren) vorgeladen werden. Konsequenterweise räumte die Frau, die ihren Job im Pflegeheim verloren hat und seitdem arbeitslos ist, vor Gericht alle Taten ein. Warum sie die alten Leute bestohlen hätte, könne sie sich im Nachhinein nicht mehr erklären.

Siebrecht ersparte der bisher unbestraften Frau, die vorher unbeanstandet in anderen Heimen gearbeitet hatte,  den Vorwurf nicht, in der Isernhagener Einrichtung mit "erhöhter krimineller Energie" vorgegangen zu sein, als sie arglose Heimbewohner bestahl. Das Gericht hielt ihr aber das "frappierend offene" Geständnis und ihre erkennbare Reue zugute. Mit dem Jobverlust sei sie zudem schon schwer bestraft. Das Urteil: 90 Tagessätze zu 15 Euro.

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