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Gestatten, Labrador: Ich bin die Nr. 1

Isernhagen Gestatten, Labrador: Ich bin die Nr. 1

Rund 145.000 Euro spült die Hundesteuer pro Jahr in die Gemeindekasse. Mit der Steuererhöhung zum 1. Januar wird es künftig noch etwas mehr. Doch wer sind eigentlich die vierbeinigen Lieblinge der Isernhagener? Welche Hunderassen sind am häufigsten vertreten, und wer darf seinen Hund als echten Exoten bezeichnen?

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Unangefochtener Spitzenreiter bei den Rassehunden in Isernhagen: Der Labrador-Retriever, der exakt 243-mal auf der allerdings nicht tagesaktuell geführten Liste der Gemeindeverwaltung auftaucht. Ob mit gelbem, schwarzem oder braunem Fell – die Hunde gelten als gutmütig, freundlich und ausgeglichen.
Pflug, dpa (2)

Quelle: Madsack Supplement GmbH

Isernhagen. Hätten Sie’s vermutet? Exakt 1646 Hunde sind aktuell in Isernhagen unterwegs - zumindest wenn man davon ausgeht, dass der Isernhagener Hundehalter grundsätzlich ein ehrlicher Mensch ist und seinen vierbeinigen Liebling auch ordnungsgemäß bei der Gemeindeverwaltung angemeldet hat.

Bernd Zastrow von der Steuerabteilung der Gemeinde zumindest hat daran kaum Zweifel. Er geht wegen des zumeist ländlichen und übersichtlichen Charakters Isernhagens davon aus, dass die „Schwarzhund-Quote“ gering ist - „man kennt sich ja“. Eine systematische Suche nach steuerlich nicht erfassten Hunde, wie sie andere Kommunen schon gemacht haben, hat es in Isernhagen bislang nicht gegeben.

Die Zahl der angemeldeten Hunde steigt in Isernhagen auch ohne solche Maßnahmen. Pendelte diese zwischen 2002 und 2008 noch jeweils um 1400, so ist seitdem ein steter Aufwärtstrend festzustellen - auf nunmehr jene 1646 Hunde, die aktuell als Steuerfälle erfasst sind.

Mehr Einwohner, mehr Hunde, könnte man als Begründung vermuten. Tatsächlich hat sich die Zahl der Isernhagener Bürger in den zurückliegenden Jahren nur wenig verändert, sie liegt aktuell wie schon im Jahr 2009 bei rund 24 600. Die neuen Baugebiete haben bislang lediglich den Abwärtstrend in einen leichten Bevölkerungszuwachs umgekehrt.

Offenbar ist es so, dass Jahr für Jahr schlicht mehr Isernhagener „auf den Hund“ kommen. Dabei nennt der Bürger meist nur einen Hund sein Eigen. Gerade einmal 139 „Zweithunde“ sind steuerlich erfasst, 21 Hunde leben in Rudeln mit mindestens zwei weiteren Artgenossen. Von der Steuer befreit sind 39 Hunde, die Satzung stellt unter anderem Blinden- und Assistenzhunde frei. Für drei Hunde wird lediglich die halbe Hundesteuer fällig - sie bewachen Grundstücke, die mindestens 300 Meter vom nächsten bewohnten Gebäude entfernt liegen. Welpen hingegen bleiben die ersten drei Lebensmonate komplett steuerfrei.

Und welches ist jetzt der Lieblingshund der Isernhagener? In erster Linie sind es Mischlinge (130 Tiere) in allen Größen und Farben. Es gibt quasi nichts, was es nicht gibt. Bei den Rassehunden führt ganz klar der Labrador-Retriever (243), den die entsprechende, allerdings nicht tagesaktuell geführte Liste der Gemeindeverwaltung gleich 243-mal hergibt. Auf den weiteren Plätzen folgen Jack/Parson Russell Terrier (150) und Schäferhunde (98). Ebenfalls gut vertreten sind Dackel (95), Golden Retriever (84) und Australian Shepherd (50). Bereits mit einigem Abstand folgen auf den weiteren Plätzen Chihuahua (35), Boxer (34) und Französische Bulldogge (32). Auch Beagle (32), Yorkshire Terrier (31) und Rhodesian Ridgeback (31) stehen bei den Isernhagenern hoch im Kurs.

Als Exoten dürfen hingegen Vertreter wie Altdänischer Hofhund, Artax, Baderio, Berner Niederlaufhund, Bolipoo, Old English Bulldog und Perro de Presa Canavio gelten. Und auch, wer Segugio Italiano, Scottish Deerhound, Soft Coated Wheaten Terrier oder Tervueren als treuen Freund bei sich im Haus hält, darf sich sicher sein, dass auf der Hundewiese wenig Verwechslungsgefahr besteht. Wie genau es die „Möpsin“ und der „Retromops“ in die Liste geschafft haben, ist nicht überliefert. Die Rassenabfrage hatte die Gemeinde zu Zeiten eingeführt, als in Niedersachsen die Rassenzugehörigkeit über die Einsortierung als „Kampfhund“ entschied - und ist dabei geblieben. Heute könne die Aufstellung helfen, wenn beispielsweise die Polizei nach einer Beißerei die Rasse und den Ortsteil wisse und dann den Halter suche, nennt Bernd Zastrow von der Steuerabteilung ein Beispiel. Auch bei Fundhunden, die zwar angemeldet seien, aber keine Steuermarke am Halsband trügen, helfe manches Mal ein Blick in die Liste.

Auch für all jene, die mit Hunden nichts am Hut haben, bietet die Statistik eine gute Nachricht: Kein einziger Hund in Isernhagen gilt offiziell als gefährlich, weil er durch gesteigerte Aggressivität aufgefallen wäre. Fällig würden für ein solches Tier 612 Euro Hundesteuer pro Jahr. Doch auf diese Einnahmen darf die Gemeinde verzichten.

Das Hunde(halter)-Leben wird teurer

In der zweiten Januar-Hälfte bekommen die Isernhagener Hundebesitzer wieder Post von der Gemeindeverwaltung – das Rathaus verschickt dann die Bescheide für die Hundesteuer. 13 Jahre lang tauchten in den Briefen stets die gleichen Summen auf, ab Januar wird das Hunde(halter)-Leben in Isernhagen teuer. Einmütig hatten die Ratsmitglieder bereits Mitte März dafür gestimmt, die Steuersätze anzuheben. Für jeden „Ersthund“ im Gemeindegebiet sind künftig ?96 statt 84 Euro pro Jahr fällig. Ganz so teuer, wie es die Gemeindeverwaltung ursprünglich vorgeschlagen hat, wird es damit nicht. Die CDU hatte sich bereits im Finanzausschuss gegen die angeregte Erhöhung auf 108 Euro ausgesprochen und damit auch die anderen Fraktionen überzeugt. Für den zweiten und jeden weiteren Hund, der im selben Haushalt gemeldet ist, soll der Steuersatz künftig bei 180 Euro (bisher 156 Euro) liegen. Bereits mit den 84 Euro für jeden „Ersthund“ hatte Isernhagen etwas über dem Durchschnitt der Umlandkommunen von knapp 80 Euro pro Jahr gelegen, wie eine Abfrage der Gemeindeverwaltung am 1. Februar ergeben hatte. Am günstigsten war zu diesem Stichtag der Hundesteuersatz in Burgwedel, wo 45 Euro verlangt wurden. Die Gemeinde Wedemark kassierte 67,40 Euro, die Stadt Langenhagen 90 Euro. Spitzenreiter der Liste waren am 1.?Februar Hannover und Seelze mit jeweils 132 Euro Steuerforderung pro Jahr. Im hoch verschuldeten Seelze soll das nicht das Ende der Fahnenstange sein: Die dortige Stadtverwaltung hofft auf eine Stabilisierungshilfe vom Land in Höhe von 22,4 Millionen Euro – und hat als Teil der eigenen „Rotstift-Politik“ eine Erhöhung der Hundesteuer um weitere 20 Prozent vorgeschlagen.

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