Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Geteiltes Echo auf Entwurf fürs Zentrum

Isernhagen Geteiltes Echo auf Entwurf fürs Zentrum

Planer Jörg Günther vom Büro Argeplan hat am Dienstagabend rund 70 Anwohnern sowie den Mitgliedern des Planungs- und Bauausschuss sowie des Ortsrates seine Ideen für das Zentrum Isernhagen vorgestellt. Und betonte in seinem 70 Minuten langen Vortrag im Schulzentrums immer wieder: „Es sind nur Visionen.“

Voriger Artikel
Mit dem Vokal Ensemble ins Paradies
Nächster Artikel
Tone Fish verwandelt Schule in irischen Pub

So stellen sich die Planer das umgestaltete Zentrum Isernhagen vor.

Quelle: Argeplan AG Stadtplaner und Architekten

Altwarmbüchen. Was wollen die Planer?

Weiße Gebäudefassaden, graues Betonpflaster, Beleuchtung aus Stahl, kombiniert mit Sitzgelegenheiten aus Holz, viel Grün in Pflanzkübeln sowie Plätze zum Verweilen: So stellt sich das Büro Argeplan das neue Zentrum vor. "Altwarmbüchen ist ein moderner Ort und soll deshalb keine ‘Altstadt‘ werden", begründete der Architekt seine Vorstellungen.

Vier Plätze haben die Planer definiert: nördlich ("Schnecke") und südlich (am Rathaus) der Bothfelder Straße, südlich des Rathauses und vor dem Rewe-Markt. Nahe der "Schnecke" sollen die beiden Riegel der Ladenpassage mit einem Glasdach verbunden werden. Zugleich soll dort ein Neubau im Bereich der heutigen Stellplätze diesen Bereich optisch klammern.

Für Feste, Wochenmarkt und Ausstellungen sind die Areale vor und hinter dem Rathaus konzipiert. Weil 160 Busse täglich die Bothfelder Straße passieren, entschied sich das Büro, diese in seinem Entwurf nicht zu sperren, sondern zu verschwenken und die Trasse im Übergangsbereich für die Fußgänger zu verengen. Zudem sollen die Bushaltestellen verlegt werden. Mit Zufahrt von der Hannoverschen Straße soll im Süden des Rathauses ein zweigeschossiges Parkdeck entstehen. Wie und ob die Planungen umgesetzt werden, steht noch nicht fest. „Das sind nur Anregungen“, sagte Günther.

Was sagen die Bürger?

Ein direkter Anwohner kritisierte die Verengung der Bothfelder Straße. Er befürchtet mehr Abbrems- und Anfahrvorgänge – und dadurch mehr Lärm. Andere äußerten Befürchtungen, dass die Umsetzung des Entwurfes zu viele Parkplätze vernichten würde. Sorgen bereiten manchen Einwohnern die Kosten, die auf sie zukommen und deren Höhe sie bislang nicht kennen. "Wie hoch ist die Ausgleichszahlung?", fragte eine Frau konkret nach. Viele der 900 Wohneigentümer südlich und nördlich der Bothfelder Straße monierten, dass sie bei der Planung zu wenig gehört würden. "Wir sind nicht nur Zahlmeister, sondern auch Beteiligte, die zu kurz kommen!", kritisierte ein Mann. Enttäuscht zeigte sich auch ein Anwohner der Füllenfeldstraße, die bei dem Entwurf nicht berücksichtigt wurde.

Was sagen die Gewerbetreibenden?

Manche Geschäftsleute haben Sorge, was aus ihren Läden wird – schließlich könnten laut Entwurf einzelne Geschäfte abgerissen werden, um den Rathausplatz zu erweitern. Laut Bürgermeister Arpad Bogya sind bereits Gespräche mit den Gewerbetreibenden geführt worden. Die Zukunft der Ladenflächen obliege ohnehin der Entscheidung der Gebäudeeigentümer. Bedenken gegen eine Bushaltestelle vor seinem Restaurant Tandur äußerte dessen Inhaber Aysel Tüzun. Er bemängelte, in diesem Fall keine Tische und Stühle mehr im Außenbereich aufstellen zu können. Olaf Kopinke von der Buchhandlung Lesenest hat die Erfahrung gemacht, dass seine Kunden ungern mehr als 100 Meter laufen und zweifelte an, ob die Lage des Parkdecks geeignet sei. Optikerin Claudia Preiß wollte wissen, wann die Geschäfte verlegt werden.

Wie diskutiert die Politik?

Der Tenor lautete: Der städtebauliche Entwurf ist gelungen und eine Bereicherung fürs Zentrum. Kontrovers diskutiert wurde der Vorschlag des Entwurfs, die Bothfelder Straße weiter für den Individualverkehr offen zu halten. "Dabei hat der Rat die Sperrung beschlossen!", ärgerte sich Fabian Peters (Grüne), der deshalb einen Alternativentwurf vermisste. "Dann kann man sich auch Beschlüsse sparen." Bauamtsleiterin Heike Uphoff stellte klar: "Ein Planer hat die Freiheit, Vorschläge zu planen." Die Sperrung der Straße sei nicht mehr Gegenstand der Diskussion, hieß es hingegen von Seiten der CDU und SPD zum Stand in der Zentrums-AG. Über „Absprachen im stillen Kämmerlein“ ärgerte sich Ute Bobe (parteilos).Mehr Einbeziehung der Anwohner wünschte sich Herbert Löffler (SPD). Ulrich von Rautenkranz (FDP) forderte, dass die Anlieger endlich wissen müssten, was sie an Zahlungen zu leisten haben werden. Nichts werde über die Köpfe der Eigentümer entschieden – sie würden an der Wertsteigerung des Sanierungsgebietes beteiligt, betonte Heinrich Bätke (CDU)

Wie geht es jetzt weiter?

Bis Mittwoch, 18. Oktober, haben die Fraktionen nun Zeit, über den städtebaulichen Entwurf zu beraten. Dann tagen der Ortsrat Altwarmbüchen sowie der Planungs- und Bauausschuss erneut gemeinsam. Und Bauamtsleiterin Heike Uphoff versprach, dabei erste Zahlen vorzulegen. Die Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im Rathaus. Der Rat soll dann am Donnerstag, 26. Oktober, beschließen.

doc6wvcm11w4df3lq9vfua

Fotostrecke Isernhagen: Geteiltes Echo auf Entwurf fürs Zentrum

Zur Bildergalerie

Von Katerina jarolim-vormeier

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6xhh7nkxl6xn9osz7qn
Hunderte feiern Peter Maffay im A2-Center

Fotostrecke Isernhagen: Hunderte feiern Peter Maffay im A2-Center