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Großunterkunft für Flüchtlinge ist fertig

Isernhagen Großunterkunft für Flüchtlinge ist fertig

Innerhalb von nur vier Wochen ist aus einem Bürogebäude und einer Gewerbehalle an der Borsigstraße in Altwarmbüchen Isernhagens erste Großunterkunft für Flüchtlinge entstanden. Bis zu 70 Personen sollen dort einziehen – die 24-Stunden-Betreuung wird im Auftrag der Gemeinde das DRK übernehmen.

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So sieht die neue Großunterkunft für bis zu 70 Flüchtlinge an der Borsigstraße in Altwarmbüchen aus. Die Gemeinde hat in der ehemaligen Gewerbehalle einzelne Wohnungen gebaut und Sanitärcontainer installiert. Das DRK wird für das Catering und die 24-Stunden-Betreuung sorgen. Auch das Bürogebäude wird bezogen.

Quelle: Carina Bahl

Altwarmbüchen. "Machen wir uns nichts vor: Das ist nicht schön“, spricht Isernhagens Erster Gemeinderat Frank Niemeier beim Betreten der großen Gewerbehalle ein wahres Wort. Halle bleibt Halle. Wohnen möchte so im Normalfall niemand. "Aber es geht nicht anders, wir müssen die Menschen unterbringen. Und im Rahmen dessen, was geht, ist es wohl noch das beste.“

Diese Meinung kann man teilen: Keine Bauzäune, die nur mit Tüchern und Gardinen abgehängt sind. Keine Feldbetten-Burg, in der sich weder Privatsphäre noch Rückzugsmöglichkeiten bieten. Nein, so sieht es an der Borsigstraße wirklich nicht aus. „Das war uns unheimlich wichtig“, betont Niemeier.

In vier Wochen sind in der Halle 15 kleine Wohnungen entstanden, die teilweise groß genug für ganze Familien sind. Aus stabilen OSB-Platten hat die Gemeinde echte Zimmer bauen lassen. Massive Türen, die die Bewohner abschließen können, garantieren wenigstens einen sicheren Ort für die persönlichen Sachen und etwas Ruhe. Die Räume haben Fenster und einen extra verlegten Stromanschluss. Auch die Lüftungs- und Heizungsanlage der Halle ist umgebaut worden, damit niemand davon belästigt wird.

"Da müssen wir noch Rollos anbringen“, gibt Niemeier gleich einen Auftrag an das Fachamt weiter beim Begehen der noch leeren Zimmer. Etagenbett, Schrank, Tisch – all das wird noch vor den Flüchtlingen einziehen. Und wofür braucht es Rollos – zum Schlafen im Dunkeln? „Nein. Es soll niemand hineinschauen können, wenn sich die Frauen umziehen. Das ist in manchen Kulturen sehr wichtig“, weiß Niemeier inzwischen aus Erfahrung. Und was die Gemeinde tun kann, um es den Flüchtlingen auf engem Raum etwas zu erleichtern, das tut sie.

Alle Wohnungen sind auf einen zentralen Aufenthaltsbereich ausgerichtet – dort befinden sich auch die vier Sanitärcontainer mit Duschen und Toiletten, die kurzfristig extra aus Tschechien organisiert worden sind. "Leider gibt es hier aber nicht die Möglichkeit, dass alle auch kochen können“, sagt Niemeier. Das Catering wird das DRK daher übernehmen, das auch für eine soziale Betreuung der Flüchtlinge rund um die Uhr sorgt. In der Nähe zur Einkaufsmeile an der Opelstraße und zum Jacobi-Wäldchen sowie mit dem Außengelände vor der Tür sollen die Flüchtlinge vor einem Lagerkoller bewahrt werden. Auch die ersten Fahrräder hat das ehrenamtliche Helfernetzwerk schon vorbeigebracht.

"Das Ganze ist hier auf fünf Jahre angelegt“, erklärt Niemeier. Das gilt auch für das dazugehörige Bürogebäude: In der ersten Etage ist dort bereits eine syrische Familie eingezogen, im Erdgeschoss werden kleinere Einheiten bezogen. Von Einzelpersonen? „Die gibt es momentan gar nicht“, betont Niemeier. Isernhagen bekomme aktuell nur Familien und Ehepaare zugewiesen. „Das macht es bei der  Unterbringung aber nicht unbedingt leichter“ – schließlich brauchen diese deutlich mehr Platz.

Im Notfall wird die Turnhalle in Neuwarmbüchen belegt

Trotz der neuen Aufnahmequote, die den Kommunen einen Monat mehr Luft verschafft, bewegt sich Isernhagen inzwischen am Limit. „Es wird sehr eng“, so beschreibt es der Erste Gemeinderat Frank Niemeier. 380 leben bereits in Isernhagen. Mit 210 zusätzlichen Flüchtlingen rechnet die Verwaltung jetzt bis Ende April. Doch wo sollen sie unterkommen? „Im Notfall werden wir die Turnhalle in Neuwarmbüchen belegen“, sagt Niemeier. „Das ist die einzige im Gemeindegebiet, die nicht auf einem Schulgelände liegt. Aber das ist unser Plan C. Wenn es geht, werden wir das vermeiden.“ Die Großunterkunft an der Borsigstraße wird jetzt als erstes fertig, kurz danach soll der ehemalige Seeteufel in Kirchhorst mit etwa 45 Personen belegt werden. „Aber da sind wir dann auch noch lange nicht bei 210“, betont Niemeier. Nur eine einzige private Wohnung stehe aktuell noch zur Verfügung – zwei weitere Flüchtlingsfamilien sind aber bereits für diese und nächste Woche angekündigt. „Wir suchen weiter händeringend“, wirbt die Verwaltung um Wohnungsangebote.

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Von Carina Bahl

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